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Wirtschaft Werften-Deal: 400 Mitarbeiter gehören jetzt zu Lloyd
Nachrichten Wirtschaft Werften-Deal: 400 Mitarbeiter gehören jetzt zu Lloyd
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00:00 27.04.2016
Genting-Boss Lim Kok Thay Quelle: AFP
Wismar/Warnemünde/Stralsund

Strahlende Gesichter auf den Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund: Der malaysische Konzern Genting hat nun komplett die Regie übernommen. Vorstandschef Tan Sri Lim Kok Thay verkündete gestern offiziell den Vollzug des Geschäfts mit Nordic Yards. Etwa 400 Mitarbeiter gehören nach OZ-Informationen damit jetzt zur Genting-Tochter Lloyd Group mit Hauptsitz Bremerhaven. Thay sichert den Werften eine rosige Zukunft zu. Allein 100 Millionen Euro wolle Genting in neue Fertigungsanlagen investieren.

„Unser Ziel ist es, den Werft-Output in einem Jahrzehnt so auszubauen, dass pro Jahr zwei Megakreuzliner und ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff oder eine Mega-Yacht gebaut werden“, kündigt der Genting-Chef an. Denn nicht nur die eigenen Kreuzfahrtlinien Crystal Cruises, Dream Cruises, Star Cruises und Crystal River Cruises sollen mit Schiffen beliefert werden, sondern auch andere weltweit agierende Unternehmen. Bereits 2017 sollen vier Flusskreuzliner für Crystal fertig sein. Dazu kommt die „Crystal Endeavor“, eine 183 Meter lange eisbrechende Mega-Yacht, die 2018 übergeben werden soll. Geplant sei eine „globale Flotten-Expansion“, so Thay. Die Auftragsbücher seien für die kommenden zehn Jahre gefüllt.

Viel Arbeit wartet also auf die Werftler im Nordosten. „Das ist sehr schön für die Standorte“, sagt Ines Scheel, Betriebsratschefin in Wismar. Es sei kein Geheimnis: Schiffbauer bauen nun mal „lieber Schiffe als Plattformen“. Der Kampf um die Werften habe sich gelohnt, sagt Guido Fröschke von der IG Metall. „Wir brauchen im Land Industriekerne mit Wertschöpfungsketten.“ Auch Nordic Yards, bisher Besitzer der Werften, bestätigt den Vollzug. „Die ersten Kolleginnen und Kollegen wechseln nun zur Lloyd Werft Group“, so Sprecher Stefan Sprunk. Zahlen wollte er nicht nennen. Die 1400 Mitarbeiter in Wismar, Warnemünde und Stralsund sollen bis Ende 2017 in vier Phasen übernommen werden. 400 sollen seit gestern zu Genting/Lloyd gehören.

Aufatmen auch in der Landesregierung: Nach Jahren der Werften-Pleiten und Diskussionen freut sich Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) über die guten Nachrichten: „Für die Schiffbauindustrie im Land mit ihren maritimen Zulieferern und Dienstleistern bedeutet die Übernahme durch die Genting-Gruppe eine große Chance“, so Glawe. Vorteil: Tourismus-Konzern Genting mit weltweit über 60000 Beschäftigten bringe die Aufträge gleich selbst mit.

Genting-Boss Thay kündigt bereits neue Schritte an: Am 9. Mai soll in Bremerhaven der erste Teilabschnitt für das neue „Lloyd Werft Design Center“ als Konstruktionszentrale eröffnet werden, wo künftig bis zu 250 Konstrukteure arbeiten sollen. Dort wurde das Team der Konstrukteure bereits von 40 auf 120 aufgestockt. Lloyd sucht weiterhin vor allem auch leitendes Personal. Am Standort Bremerhaven werden Millionenbeträge in Gebäude-Modernisierungen investiert. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Lloyd-Chef Rüdiger Pallentin.

Ein Teil der Mitarbeiter der Werften in Wismar, Stralsund und Warnemünde bleibt zunächst bei Nordic zur Fertigstellung der Offshore-Plattform „Dolwin Gamma“. Kurzarbeit ist bei Genting für die Planungsphase des Schiffbaus im Gespräch. Das wäre gar nicht nötig, schätzt IG-Metaller Fröschke ein. Für die Vorbereitung „gibt es genug zu tun — wenn man will“.

1400 Mitarbeiter auf den drei Werften

230 Millionen Euro hat der malaysische Konzern Genting an Nordic-Yards-Besitzer Witalij Jussufow für die drei Werften überwiesen.

Genting-Boss Thay schwärmt von den Standorten, die für „mehr als eine Milliarde Euro“ gebaut worden seien, vor allem ob ihrer Größe, technischen Ausstattung und Überdachung.

1400 Mitarbeiter haben die drei Werften im Nordosten derzeit, davon rund 800 in Wismar, 400 in Warnemünde und 200 in Stralsund.

Von Frank Pubantz

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