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17:01 28.05.2013
Norderwerft im Hafen von Hamburg: Seit Jahrzehnten behauptet sich der deutsche Schiffbau gegen übermächtige Großwerften aus Asien. Foto: Marcus Brandt/Archiv
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Hamburg

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Angesichts der enormen Herausforderungen setzten die Werften auf innovative Hochtechnologie und deutsche Ingenieurskunst. Damit könnten sie in den weltweiten maritimen Wachstumsmärkten bestehen.

Im abgelaufenen Jahr konnten die Werften Aufträge über 3,4 Milliarden Euro in ihre Bücher nehmen, das sind elf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Auftragsbestand erhöhte sich damit um 1,2 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro, davon 80 Prozent Passagierschiffe und Jachten.

Der Umsatz der deutschen Schiffbaubetriebe, der abrechnungsbedingt von Jahr zu Jahr stark schwanken kann, lag mit 5,1 Milliarden Euro um zehn Prozent über dem relativ schwachen Vorjahr.

Die Traditionsbranche hat in den vergangenen Jahren grundlegende Veränderungen durchgemacht: Noch 2004 bestand die Produktion der Werften zu zwei Dritteln aus Containerschiffen. Inzwischen haben sich die Schiffbauer völlig vom Handelsschiffbau verabschiedet.

„Das war eine Reaktion auf die gewaltigen Umwälzungen der Märkte“, sagte Fassmer. Heute werden auf den deutschen Werften Fähren und Jachten, Passagier- und Forschungsschiffe entworfen und gebaut. Aufträge für neue Seeschiffe kommen in der Regel aus dem Ausland. Insgesamt liegt der Exportanteil der Branche bei 72 Prozent.

Weltweit steckt der Schiffbau in einer tiefen Krise. Die asiatischen Länder, allen voran Korea und China, haben in einem atemberaubenden Tempo riesige Kapazitäten aufgebaut. Noch immer arbeiten diese Werften alte Bestellungen aus der Zeit vor der Schifffahrtskrise ab, noch immer wächst die Welt-Handelsflotte. Aber dann kommt ein Loch.

Die Nachfrage nach Containerschiffen ist fast zusammengebrochen. Bei vielen Schiffstypen sind die Neubaupreise auf das Niveau von vor zehn Jahren gefallen. Damit lassen sich die Kosten nicht decken. „Die Hilfsmaßnahmen der koreanischen und chinesischen Regierungen werden die notwendigen Kapazitätsanpassungen verschleppen“, sagte Fassmer. Das habe erhebliche Auswirkungen auch auf die internationalen Schifffahrts- und Schiffbaumärkte.

Der Ausbau der Offshore-Energiegewinnung aus Öl, Gas und Wind wird in der Branche inzwischen nicht mehr als großer Heilsbringer angesehen. „Das ist ein schwieriger Markt, der erheblich unter Preisdruck steht“, erklärte der VSM-Vorsitzende, der eine Werft im niedersächsischen Berne führt.

An die deutschen Schiffbaubetriebe sind bislang nur vereinzelte Aufträge für Offshore-Spezialschiffe gegangen. Die Hamburger Sietas-Werft arbeitet gerade an einem hoch komplexen Errichterschiff. Weil ein Nachfolgeauftrag fehlt, muss die insolvente Werft jedoch vermutlich im Laufe des Jahres ihren Betrieb einstellen. Besser läuft es bei Offshore-Strukturen: Hier konnten die Werften Order über sieben Großplattformen im Wert von 750 Millionen Euro verbuchen.

Die Krisen und Insolvenzen - insgesamt acht in den vergangenen Jahren - haben das öffentliche Bild der Branche stärker geprägt, als es den Verbandsoberen lieb ist. „Nur ein Betrieb hat aufgegeben, für fünf andere wurden zukunftsfähige Lösungen gefunden“, sagte Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken. Der Schiffbau sei nicht eine Branche in Not wie der Kohlebergbau, sondern eine zukunftsfähige High-Tech-Industrie. Er benötige jedoch zuverlässige Rahmenbedingungen und tragfähige Finanzierungsmuster.

dpa

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