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Wirtschaft Werften profitieren vom Kreuzfahrtboom
Nachrichten Wirtschaft Werften profitieren vom Kreuzfahrtboom
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00:00 09.04.2016
Hamburg

. Die immer beliebter werdenden Kreuzfahrten bescheren deutschen Werften volle Auftragsbücher. Weltweit gebe es Aufträge für 55 Kreuzfahrtschiffe mit einer Tonnage von knapp sieben Millionen Tonnen, sagte der Schifffahrtsexperte von der Bremer Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (AgS), Thorsten Ludwig, gestern in Hamburg. Nur eins werde in Japan gefertigt. Alle anderen entstünden in Europa, wobei allein auf die Meyer-Werften-Gruppe 19 und auf die sich neu im Markt etablierende Lloyd-Werft-Gruppe drei Modelle entfielen.

Bis 2018 kämen voraussichtlich rund 30 Schiffe auf den Markt, sagte Ludwig, der seine Studie im Auftrag der IG Metall erstellt hat. Im Vergleich zu anderen Schiffbausparten sei das „exorbitant toll“.

Und auch für die Zukunft sei er zuversichtlich: „Wir gehen davon aus, dass sich dieses Niveau, (...) zehn Schiffe pro Jahr weltweit, bis ins nächste Jahrzehnt fortsetzen wird.“ Fast die Hälfte sei dabei für den asiatischen Markt bestimmt. Seien dort anfangs vorwiegend Schiffe genutzt worden, die auf den Nordamerika- und Europarouten ausgedient hätten, würden nun „Neubau ten mit exklusiven Angeboten für den asiatischen Markt produziert“.

Der Wettbewerbsvorteil für die deutschen und europäischen Werften bestehe in ihrem hohen Spezialisierungsgrad, „dass man hier langjährige Erfahrung im Bau komplexer, großer Systeme hat“, sagte Ludwig. Hinzu komme, dass auch die Zulieferindustrie auf höchstem Niveau arbeite. Möglich sei dies jedoch nur mit qualifiziertem Personal, vor allem Facharbeitern, betonte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken. „Es reicht nicht aus, wenn man Ingenieure hat, die tolle Sachen entwickeln. Man muss auch Menschen haben, die Ingenieurskunst umsetzen können.“ Trotz rosiger Aussichten rechnet Experte Ludwig mit Konkurrenz aus China. „Man geht davon aus, dass 2030 zwischen 7,5 und 8 Millionen Chinesen im Jahr eine Kreuzfahrt buchen werden.“ Es sei also davon auszugehen, dass China diesen Markt auch mit dem Bau von Schiffen bedienen wolle.

OZ

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