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Windkraft-Ausbau im Norden wird deutlich gebremst

Rostock Windkraft-Ausbau im Norden wird deutlich gebremst

Bund und Länder nehmen bei der Energiewende Tempo raus / Anbieter von Ökostrom müssen stärker um Fördergelder konkurrieren / Bau neuer Windparks wird gedrosselt

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Andree Iffländer, Chef Windenergie- Netzwerk MV

Quelle: Cornelius Kettler

Rostock. /Berlin. Überlastete Netze: Weil die großen Mengen an Windstrom nicht problemlos in den Süden transportiert werden können, will die Bundesregierung den Ausbau der erneuerbaren Energiequelle im Norden stark einschränken. Ab 2017 sollen in Mecklenburg- Vorpommern, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein jährlich nur noch Anlagen mit einer Gesamtleistung von 902 Megawatt installiert werden. Das geht aus einem Entwurf der Bundesnetzagentur hervor. Je nach Größe entspricht das zwischen 120 und 200 Windrädern. Die Regelung soll Ende 2020 wieder außer Kraft treten.

„Diese Durststrecke werden viele kleine und mittelständische Unternehmen nicht durchstehen“, warnt Andree Iffländer, Vorsitzender des Windenergie-Netzwerks MV. Die geplante Drosselung des Ausbaus sei die Folge einer verfehlten Energiepolitik. „Und die sollen nun die Firmen ausbaden, die moderne und nachhaltige Arbeitsplätze geschaffen haben“, beklagt Iffländer. Die Partei Freier Horizont, die seit langem den unkontrollierten Ausbau der Windenergie kritisiert, begrüßt den Entwurf: „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt der Vorsitzende Norbert Schumacher. Es sei unwirtschaftlich, Strom unter riesigen Verlusten in den Süden zu transportieren.

Bundesweit sollen per Ausschreibung jedes Jahr Windräder mit einer Leistung von 2500 Megawatt vergeben werden. Die Regionen, in denen in der Vergangenheit die meisten Parks entstanden sind, müssen künftig mit etwas mehr als der Hälfte des bisherigen Volumens auskommen. Grund: Der Bau großer Nord-Süd- Stromleitungen kommt nur schleppend voran. So wird der Windstrom aus dem Norden oft nicht genutzt. Vor allem Anlagen an Land würden „wegen Engpässen im Übertragungsnetz in steigendem Umfang in Norddeutschland abgeregelt, weil der Strom nicht vor Ort verbraucht und nicht zu den großen Verbrauchszentren im Süden abtransportiert werden kann“, heißt es. „Das führt volkswirtschaftlich zu vermeidenden Mehrkosten.“ Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist kritisch: „Ausgerechnet die kostengünstigste Technologie soll an den besten Standorten gedeckelt werden.“

2017 wird die Förderung von Ökostrom umgestellt. Mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erhalten Betreiber größerer Windparks oder Solaranlagen sowie von Biogas-Anlagen für eingespeisten Strom keine gesetzlich festgelegte Vergütung mehr. Stattdessen werden Projekte ausgeschrieben. Wer am wenigsten Subventionen pro Kilowattstunde Strom verlangt, erhält den Zuschlag.

Dabei sollen Anlagen in Gebieten, in denen die Übertragungsnetzleitungen besonders stark überlastet sind, begrenzt werden. „Unmittelbare Auswirkungen auf die Strompreise sind nicht zu erwarten“, heißt es im Entwurf. Durch die Begrenzung der Zuschläge könne im Netzausbaugebiet zwar der durchschnittliche Zuschlagswert und damit die EEG-Umlage steigen. Andererseits würden aber die Kosten für die Abregelungen sinken.

Ökostrom-Umlage steigt auf 6,88 Cent

Zur Förderung von Strom aus Windkraft und Sonne müssen Verbraucher im nächsten Jahr erneut tiefer in die Tasche greifen. Die sogenannte Ökostrom-Umlage wird von derzeit 6,35 Cent auf wohl 6,88 Cent pro Kilowattstunde steigen, wie aus der Strombranche verlautete. Die Umlage zahlen Verbraucher über die Stromrechnung. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ darüber unter Berufung auf Netzbetreiber berichtet.

Kerstin Schröder

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