Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Regen

Navigation:
Wirtschaftsverbände kritisieren Gabriel für TTIP-Abgesang

Frankfurt/Main Wirtschaftsverbände kritisieren Gabriel für TTIP-Abgesang

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hält die Verhandlungen über das geplante Freihandelsabkommen TTIP für gescheitert. Die Wirtschaft reagiert empört.

Frankfurt/Main. Wirtschaftsverbände üben scharfe Kritik am Abgesang von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auf das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen den EU und den USA.

„Ich finde es erstaunlich, dass der Bundeswirtschaftsminister die TTIP-Verhandlungen für de facto gescheitert erklärt“, sagte Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), am Montag. Dies sei politisch fragwürdig, da es Unternehmen und Bürgern die großen Vorteile nehme, die solch ein Abkommen ermögliche.

Aus dem Gewerkschaftslager bekam Gabriel Unterstützung. IG-Bau-Chef Robert Feiger sagte, alles was bisher über TTIP bekannt sei, widerspreche „unserer Vorstellung von einem Zusammenleben in Europa“.

Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) hatte am Wochenende die Verhandlungen um TTIP im ZDF-Sommerinterview für „de facto gescheitert“ erklärt. „Da bewegt sich nix.“ Als Europäer dürfe man sich nicht den amerikanischen Verhandlungen unterwerfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht anders als Gabriel weiter Chancen für einen Erfolg. „Es ist richtig, weiter zu verhandeln“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und USA soll Handelsbarrieren zwischen den beiden Wirtschaftsräumen senken und Normen bei Produkten und Verfahren angleichen. Allerdings stocken die Gespräche um das umstrittene Vertragswerk seit längerem.

BDI-Chef Grillo forderte von der Bundesregierung hingegen einen „wesentlich stärkeren öffentlichen und politischen Einsatz“ für das Freihandelsabkommen. Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) stellte sich gegen Gabriel. Die TTIP-Verhandlungen mit den USA seien zweifellos eine Herausforderung, erklärte Präsident Eric Schweitzer. „Aber wir haben gemeinsame Interessen und Werte, daher sollten wir nicht nachlassen, die Verhandlungen ernsthaft weiter zu führen.“

Die Bundesregierung solle der EU-Kommission den Rücken stärken, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA). „Anstatt das Abkommen aus parteitaktischen Gründen aufzugeben, gilt es die Anstrengungen für einen guten Abschluss zu verstärken.“

Unterstützung für TTIP forderte auch der Maschinenbauverband VDMA. „Als Wirtschaftsminister der Exportnation Deutschland steht Sigmar Gabriel in der Pflicht, sich ohne Wenn und Aber für den Freihandel einzusetzen“, betonte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. „Der Freihandel ist zu wichtig, um ihn nun parteipolitischen Interessen zu opfern.“

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Düsseldorf

Mit Öffnungszeiten rund um die Uhr und bequemer Lieferung bis vor die Haustür machen Internethändler den Einkaufsstraßen immer mehr Kunden abspenstig. Vor allem in Klein- und Mittelstädten stehen deshalb immer mehr Läden leer.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.