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„Wirtschaftsweise“ für Rente mit 71 – heftige Kritik

Berlin „Wirtschaftsweise“ für Rente mit 71 – heftige Kritik

. Mit der Forderung nach einer Rente mit 71 haben die „Wirtschaftsweisen“ die Debatte um die geplante Rentenreform angeheizt.

Berlin. . Mit der Forderung nach einer Rente mit 71 haben die „Wirtschaftsweisen“ die Debatte um die geplante Rentenreform angeheizt. In ihrem gestern in Berlin vorgestellten Jahresgutachten plädieren sie für eine Koppelung des Rentenalters an die steigende Lebenserwartung. „Dies würde bis zum Jahr 2080 bei einer Lebenserwartung von 88 Jahren für Männer und 91 Jahren für Frauen zu einem gesetzlichen Renteneintrittsalter von 71 Jahren führen.“ Bei Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) stießen sie auf Widerspruch. Scharfe Kritik kam von Verdi-Chef Frank Bsirske.

„Damit in der langen Frist ab dem Jahr 2030 der Beitragssatz weniger nach oben und das Sicherungsniveau weniger nach unten angepasst werden müssen, ist eine weitere Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters notwendig“, so der Wirtschafts-Sachverständigenrat. Die Dauer des Rentenbezugs müsste dann nicht immer weiter ansteigen. Für 2060 diskutiert er ein Rentenalter von 69

Jahren. Mit der Rente mit 71 Jahren ergäben sich laut den Gutachtern im Jahr 2080 ein Sicherungsniveau von 42,1 Prozent und ein Beitragssatz von 23,9 Prozent. Eine höhere Untergrenze für das Sicherungsniveau, etwa 45 Prozent, würde höhere Beitrage erfordern, warnen die Gutachter. Nahles wandte sich gegen ein höheres Rentenalter. „Dazu sind die Lebensumstände, Gesundheitszustände und die persönlichen Planungen zu unterschiedlich“, sagte ein Sprecher ihres Ministeriums. Nach geltender Rechtslage steigt das Rentenalter auf 67 bis 2029. Um dies auch in der Realität besser zu ermöglichen, seien noch Hausaufgaben zu machen, auch in den Unternehmen, sagte der Sprecher.

Nahles gehe es eher um eine Flexibilisierung des Renteneintritts. Wer länger arbeiten könne und wolle, solle das dürfen. Wer nicht bis zum normalen Rentenalter arbeiten könne, solle früher aufhören können. Das im Oktober im Bundestag verabschiedete Flexi-Renten-Gesetz sei ein Schritt in diese Richtung. Teilzeitarbeit und Teilrentenbezug können mit dem Gesetz künftig besser kombiniert werden.

Verdi-Chef Bsirske warf den „Wirtschaftsweisen“ krude, wirtschaftlich schädliche und sozial ungerechte Vorschläge vor. „Niemand braucht eine Politikberatung, die wirtschaftstheoretisch und wirtschaftspolitisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist“, sagte er.

OZ

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