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Unternehmen kauft zwei Hektar großes Areal / Im Nordosten entstehen Deutschlands größte Kreuzliner

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Giganten der Meere: Die Schiffe der „Global Class“ sind 340 Meter lang und 45 Meter breit.

Quelle: Genting

Werften. In Mecklenburg-Vorpommern entstehen Deutschlands größte Kreuzliner: Die Schiffe der „Global Class“ sind 340 Meter lang, 45 Meter breit und erreichen eine Bruttoraumzahl (BRZ) von 200 001. Gebaut werden sie ab dem kommenden Jahr in Wismar, wie MV Werften gestern mitteilte.

OZ-Bild

Unternehmen kauft zwei Hektar großes Areal / Im Nordosten entstehen Deutschlands größte Kreuzliner

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Der Verbund mit den Werften Wismar, Stralsund und Rostock ist erst vor wenigen Wochen gegründet worden und nimmt Fahrt auf: Der Eigentümer, der Genting Konzern Hong Kong, hat jetzt ein weiteres Grundstück in Wismar erworben. Am Donnerstagabend hat die Bürgerschaft dem Kaufvertrag zugestimmt. Auf dem rund zwei Hektar großen Areal im Gewerbegebiet Alten Holzhafen soll eine neue Unterkunft entstehen, deren Zimmer aussehen wie Schiffskabinen – und zwar solche, die künftig in der Hansestadt gebaut werden. „So bekommen die Gäste ein Gefühl dafür, wie es auf den Schiffen aussehen wird“, sagt Werftensprecher Stefan Sprunk. Gedacht ist die Unterkunft für Mitarbeiter, Crew-Mitglieder, Zulieferer und Partnerunternehmen. Sie können dort für mehrere Monate einchecken.

Am 8. Juli hatte Genting, ein malaysischer Milliarden-Konzern, bekannt gegeben, dass Wismar Hauptsitz seines neu gegründeten Verbundes MV Werften wird. Zusammen mit den weiteren Standorten Stralsund und Rostock sollen riesige Kreuzfahrtschiffe für den asiatischen Markt gebaut werden. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Bereits im Juni sind die Generalpläne für die neue Schiffsserie „Global Class“ fertiggestellt worden. Ende 2017 soll dann die Produktion der Schiffe starten. Die Ablieferung des ersten Kreuzliners an die Reederei Star Cruises ist für 2020 geplant. Projektpartner sind die Firmen Foreship, Elomatic und Deltamarin. Sie haben bereits die „Oasis of the Seas“ (223 000 BRZ) und die „Allure of the Seas“ (225 000 BRZ), die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt, konzipiert.

Die bislang größten in Deutschland gebauten Kreuzliner sind die drei jeweils 348 Meter langen „Quantum of the Seas“, „Anthem of the Seas“ und „Ovation of the Seas“. Sie sind auf der Meyer Werft im niedersächsischen Papenburg entstanden und haben jeweils rund 168 600 BRZ. Die Bruttoraumzahl ist eine internationale Größeneinheit für Schiffe. Sie wird auf Grundlage des Volumens aller geschlossenen Schiffsräume vom Kiel bis zum Schornstein berechnet.

Die Planungen für die neue Unterkunft in Wismar stehen noch am Anfang. „Der Kauf des Geländes war der erste Schritt, viel weiter sind wir bisher nicht“, sagt Werftensprecher Sprunk. Auch die Zimmeranzahl sei noch unklar. Der Bau an sich werde jedoch schnell gehen, da er sich aus fertigen Modulen zusammensetzt. „Die Unterbringung wird keinen vollen Hotelcharakter haben, es wird aber auch kein Arbeiterwohnschiff“, betont Sprunk. Sicher sei aber: „So etwas hat es bisher noch nicht gegeben.“

Im Schweriner Wirtschaftsministerium werden die Pläne wohlwollend zur Kenntnis genommen: „Es wird konkret, es wird in den Schiffbau investiert“, sagt Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Die geplante Unterkunft sei ein erster Schritt für den neuen Kreuzfahrtschiffbau im Land. Förderanträge hat der Genting-Konzern bislang nicht gestellt.

Millionen-Investition

gehören dem Genting-Konzern in Deutschland: die Lloyd-Werft in Bremerhaven sowie die Werften Wismar, Stralsund und Rostock-Warnemünde. Die drei Standorte in Mecklenburg-Vorpommern hat Genting Hong Kong im April vom russischen Vorbesitzer Witali Jussufow gekauft. Schon kurz darauf hat Genting-Vorstand Tan Sri Lim Kok Thay angekündigt, 130 Millionen Euro investieren zu wollen. 105 Millionen Euro bekommt Wismar. Stralsund erhält 15 Millionen Euro, Rostock zehn Millionen Euro.

Kerstin Schröder und Vanessa Kopp

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