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Wismars Schiffbauer schöpfen Hoffnung

Wismar Wismars Schiffbauer schöpfen Hoffnung

Auf der Werft wurden gestern die beiden Flusskreuzfahrtschiffe „Crystal Bach“ und „Crystal Mahler“ auf Kiel gelegt.

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Auf der Werft in Wismar wurden gestern die beiden Flusskreuzfahrtschiffe „Crystal Bach“ und „Crystal Mahler“ auf Kiel gelegt.

Quelle: Wüstneck/dpa

Wismar. Funkenregen in der Wismarer Werfthalle, als zwei Stahlkörper gleichzeitig ins Dock gehoben werden. Dazu ertönt Musik, wie man sie aus spannenden Kinofilmen kennt.

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Auf der Werft wurden gestern die beiden Flusskreuzfahrtschiffe „Crystal Bach“ und „Crystal Mahler“ auf Kiel gelegt.

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Es ist eine gute Show, die den etwa 100 geladenen Gästen in der Halle geboten wird. Keine typische Kiellegung, aber es ist auch kein normaler Tag für die Werftarbeiter in Wismar, Rostock und Stralsund. „Es ist ein Tag zum Feiern“, sagt Werftenchef Jarmo Laakso.

Gestern ist er mit 1500 Mitarbeitern in eine neue Schiffbau-Ära gestartet. Künftig werden unter dem Namen MV Werften Kreuzfahrtschiffe gebaut. Die beiden ersten Flusskreuzliner für Rhein, Donau und Mosel sind gestern in Wismar auf Kiel gelegt worden – die „Crystal Bach“ und die „Crystal Mahler“. An eine hat Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) Hand angelegt, er durfte ein Loch zuschweißen.

Denn damit ein Schiff immer gute Fahrt hat, werden in den Rumpf Münzen gesteckt – jedenfalls in Deutschland. In Asien, von wo der Eigentümer der MV Werften kommt, ist hingegen die Zahl acht ein Glücksbringer. „Deshalb verbinden wir beide Traditionen miteinander“, sagt Werftenchef Laakso. Jeweils 88-Dollar- und 88-Euro-Münzen sind deshalb in die Rümpfe gelegt worden.

„Dies ist ein guter Tag für die maritime Industrie des Landes“, betont Sellering. Mit dem Engagement des asiatischen Genting-Konzerns gehe es für einen historisch starken Wirtschaftszweig in MV„kraftvoll in Richtung Zukunft“. Wie Jarmo Laakso berichtet, würden Architekten, Planer und Designer bereits seit einigen Wochen an den verschiedenen Projekten arbeiten. Etwa 100 neue Mitarbeiter sind eingestellt worden, weitere sollen folgen. Das Interesse ist groß: „Im vergangenen Monat haben wir 700 Bewerbungen erhalten“, berichtet Werftensprecher Stefan Sprunk. Auf 3000 soll die Beschäftigtenzahl in den kommenden Jahren erhöht werden. Mit weiteren 7000 externen Arbeitsplätzen – unter anderem bei Zulieferern – rechnet Genting-Boss Tan Sri Lim Kok Thay.

Sein Konzern hat die drei Werften im April gekauft. Seit Juli treten die drei Schiffbaustandorte als MV Werften auf und haben Großes vor: Neben den Flusskreuzfahrtschiffen sollen Mega-Kreuzliner gebaut werden, in Stralsund vor allem Luxusyachten. Verträge über den Bau von zehn Schiffen im Wert von 3,5 Milliarden Euro sind unterzeichnet worden. „Es ist ein großartiger Tag für die Stadt, es gibt kaum eine Familie, die nicht mit der Werft verbunden ist“, freute sich Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) bei der Kiellegung. Die Mitarbeiter sind voller Hoffnung. „Das schlägt sich auf die Stimmung in der Stadt nieder“, so Beyer.

Die rund 135 Meter langen und elf Meter breiten Flusskreuzfahrtschiffe sind von der US-Reederei Crystal River Cruises in Auftrag gegeben worden. Sie gehört ebenfalls zum Genting-Konzern. „Trotzdem wollen wir keinen Penny mehr als geplant für den Bau der Schiffe ausgeben“, betont Laakso.

Ein Riesenkreuzfahrtschiff für Genting ist gestern in der Meyer-Werft im niedersächsischen Papenburg ausgedockt worden: die „Genting Dream“. Es ist das erste Schiff, das dort gebaut wurde. Im Herbst 2017 folgt die „Genting World“. Die Nachfolger werden dann in Wismar gebaut, weil Meyer über Jahres ausgebucht ist.

Millionen-Investition

4 luxuriöse Flusskreuzliner will MV Werften 2017 an die Reederei Crystal River Cruises ausliefern. 2020 soll das erste Mega-Kreuzfahrtschiff die Werft verlassen. Es soll das größte in Deutschland gebaute Schiff sein. Es ist 340 Meter lang, 45 Meter breit und erreicht eine Bruttoraumzahl (BRZ) von 200 001.

130 Millionen Euro investiert der Genting-Konzern Hong Kong in die Werftenstandorte Wismar, Rostock und Stralsund. 105 Millionen Euro bekommt Wismar. Stralsund erhält 15 Millionen Euro, Rostock zehn Millionen Euro. In Wismar wird das Dock auf 375 Meter erweitert und eine Halle für die Kabinenfertigung gebaut.

Kerstin Schröder

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