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Wirtschaft Wohnungsbau kommt nicht so schnell voran wie erhofft
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17:23 18.01.2018
2018 könnten rund 320.000 neue Wohnungen entstehen. Das seien doppelt so viele wie 2010, reiche aber laut Hans-Hartwig Loewenstein vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes noch nicht an den Bedarf heran. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert
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Berlin/Wiesbaden

Der Wohnungsbau in Deutschland kommt nicht so schnell voran wie von der Bauwirtschaft erhofft. „Wir rechnen damit, im vergangenen Jahr insgesamt gut 300.000 Wohneinheiten fertiggestellt zu haben“, sagte Hans-Hartwig Loewenstein vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes in Berlin.

2018 könnten rund 320.000 neue Wohnungen entstehen. Das seien doppelt so viele wie 2010, reiche aber noch nicht an den Bedarf heran. Vor allem in Ballungsgebieten sind Immobilien derzeit begehrt. Die Branche geht davon aus, dass es einen Markt für rund 350.000 neue Wohnungen pro Jahr gibt.

Andere Experten etwa vom Münchner Ifo-Institut sehen sogar einen Bedarf von bis zu 400.000 Wohnungen. Dafür müssten aber Grundstücke und Investoren zur Verfügung stehen, sagte Peter Hübner vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie.

Aber auch die Baubranche stößt langsam an ihre Grenzen. Viele Firmen seien gut ausgelastet und wollten neue Beschäftigte einstellen, berichteten die Verbände. Allerdings suchen die Betriebe mitunter lange nach Fachkräften - auf einen arbeitslosen Bauingenieur kämen mittlerweile zwei offene Stellen, sagte Hübner.

Die gute Wirtschaftslage und die niedrigen Zinsen treiben die Geschäfte auf dem Bau an. Die Branche erwartet dieses Jahr einen Umsatz von rund 117,2 Milliarden Euro - ein Plus von 4 Prozent im Vergleich zu 2017. Allerdings gehen die erwarteten Mehreinnahmen vor allem auf höhere Preise zurück: Die könnten um 3,5 Prozent steigen.

Dass sich heute nur noch Gutverdiener Eigentumswohnungen in Berlin, Köln oder Frankfurt leisten könnten, liege aber nicht an Baupreisen, sagte Hübner. Maßgeblich seien vielmehr knappe Grundstücke, die immer teurer würden. Die Kommunen müssten daher bei der Ausweisung von Bauland umdenken. Zudem seien die gesetzlichen Anforderungen höher, etwa die Energievorschriften. „Also wir dämmen uns ja heute fast zu Tode bei diesen Häusern“, sagte Hübner.

Eine neue Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass nur noch ein Ministerium für Bauen und Infrastruktur zuständig sei. Zuletzt war Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) für Bauen zuständig, der bisherige Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kümmerte sich um Infrastrukturthemen. Dass Bauen und Umwelt zuletzt in einem Ministerium zusammengefasst worden seien, sei „absolut zu Lasten des Baus“ gegangen, bemängelte Loewenstein.

Der Immobilienverband IVD kritisierte ebenfalls, es gebe zu wenig Bauland. Das sei ein Grund, warum die Zahl der Baugenehmigungen zurückgehe. Trotz der Nachfrage nach Immobilien sank die Zahl zuletzt - sowohl für Neubauten als auch Umbaumaßnahmen. Von Januar bis November wurden laut Statistische Bundesamt 313 700 Wohnungen bewilligt, 7,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Entwicklung gibt es schon seit Längerem. Laut der staatlichen Förderbank KfW gibt es aber keinen Mangel an Genehmigungen, sondern bei der Umsetzung. Es habe sich ein Überhang an Zusagen aufgestaut, da etwa Baufirmen und Handwerker nicht mehr hinterher kämen.

Die Gefahr einer Überhitzung in der Bauwirtschaft sehen die Verbände nicht. Insgesamt erwartet das Bauhauptgewerbe, das auch Bürogebäude und Straßen baut, in allen Bereichen Zuwachs. Beim Wohnungsbau ist die Branche aber etwas weniger optimistisch. Für 2017 hätten sie dort ein Umsatzplus von 7 Prozent erwartet, kämen aber voraussichtlich auf 4 Prozent, sagte Loewenstein.

2018 könnte sich der Zuwachs noch verlangsamen: Währen sie im Öffentlichen Bau und bei Wirtschaftsgebäuden mit 4 Prozent plus rechnen, soll das Geschäft mit Wohngebäuden laut Prognose um 3,5 Prozent zulegen.

dpa

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