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Zehn Jahre nach Märklin-Raub: „Augusta Victoria“ unter dem Hammer

Göppingen Zehn Jahre nach Märklin-Raub: „Augusta Victoria“ unter dem Hammer

Zehn Jahre nach dem Einbruch ins Museum des Modellbauers Märklin in Göppingen weckte eine Auktion Erinnerungen an den spektakulären Millionen-Coup: Am 21.

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Die "Augusta Victoria" kann nun erworben werden.

Quelle: Daniel Maurer

Göppingen. Zehn Jahre nach dem Einbruch ins Museum des Modellbauers Märklin in Göppingen weckte eine Auktion Erinnerungen an den spektakulären Millionen-Coup: Am 21. Februar wird der 1,20 Meter lange Blechmodelldampfer „Augusta Victoria“ versteigert.

Das Prunkstück war in der Nacht zum 18. Januar 2005 zusammen mit weiteren 183 teils wertvollen Exponaten im Gesamtwert von 1,7 Millionen Euro gestohlen worden. Wochen später tauchte es an der italienisch-slowenischen Grenze in einem Kofferraum wieder auf. Der Leihgeber von einst gab es kürzlich in die Auktion. Ausgangsgebot werde eine sechsstellige Summe sein, teilte das Auktionshaus Hohenstaufen mit.

„Märklin wurde die Geschichte geraubt“, lautete damals die Reaktion des Unternehmens, als der Diebstahl entdeckt wurde. Wie in einem Film war das Trio nachts in das Haus eingestiegen. Wohl schon Tage zuvor sollen sie die Alarmanlage manipuliert haben, so dass sie in den Tagen vor der Tat mehrfach scheinbar grundlos ansprang und abgeschaltet wurde. In der Tatnacht gelangten die Diebe über ein Flachdach ins Museum. Um ganz sicher zu gehen, sprühten sie Sirene und Blinklicht der Alarmanlage mit Bauschaum aus, wie sich der damalige Museumsleiter Roland Gaugele erinnerte.

Neben der „Augusta Victoria“ nahmen die Diebe auch das „Storchenbein“ mit, die erste Lokomotive der Modellbaugeschichte. Sie war zwar nicht das wertvollste Stück des Raubs, jedoch für die Firma von unschätzbarem Wert. Insgesamt verschwanden 184 Stücke der Firmengeschichte - abtransportiert in einem Lastwagen.

Rund 80 Prozent der Beute wurde sechs Wochen nach der Tat in Wien beschlagnahmt, bei einem fingierten Ankauf durch die internationale Polizeiorganisation Interpol. Durch einen Zufall gingen zwei Täter wenig später der italienischen Polizei ins Netz: Sie fuhren zu schnell und fielen einer Streife auf, die eigentlich nach Schleuserbanden suchte. Im Kofferraum des Autos lag die „Augusta Victoria“.

2006 kam es zum Prozess gegen die Räuber: Ein damals 33-jähriger Mann wurde als „Triebfeder und der Spiritus Rector“ des spektakulären Einbruchs wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Ein Komplize bekam viereinhalb Jahr Haft, der dritte Angeklagte eine Bewährungsstrafe.

Viele Diebesstücke kamen zurück ins Museum, die „Augusta Victoria“ ging aber zurück an den Leihgeber. Dieser gab sie für den 21. Februar zur Versteigerung an das Auktionshaus Hohenstaufen.


Auktionshaus



dpa

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