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Zoff um Angel-Verbot in der Ostsee geht weiter

Zoff um Angel-Verbot in der Ostsee geht weiter

Touristiker und Politiker in MV sehen keinen Grund für Einschränkungen

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Rostock. Der Streit um ein Angelverbot für Freizeitangler in Teilen der Ostsee geht weiter. Die Pläne des Bonner Umweltministeriums sorgen für Wirbel  im Norden (die OZ berichtete). Tourismus- und Angelverbände aus MV und Schleswig-Holstein lehnen das Vorhaben ab. Kritisch äußert sich auch das Umweltministerium MV.

Geplantes Angelverbot in der Ostsee

„Der Zustand der hiesigen Meeresnatur wurde durch Deutschland als ,schlecht‘ bewertet. Schutzgebiete sollen helfen, diese Situation deutlich zu verbessern“, erklärte gestern Prof. Henning von Nordheim vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) nach einer Anhörung in Hamburg. Neben anderen Aktivitäten beeinträchtigten die der Sportfischer die geplanten Naturschutzgebiete in der Ostsee in den Natura-2000-Schutzgebieten Kadetrinne, Pommersche Bucht und Fehmarn-Belt. „Deshalb wird ein Angelverbot für Freizeitfischer in diesen Gebieten erwogen“, so von Nordheim. Der Wissenschaftler sieht unter anderem das Schleppangeln, das sogenannte Trolling, als direkten Eingriff in die Ökosysteme der Riffe. „Durch fahrende Boote werden geschützte und empfindliche Seevögel, wie Meeresenten und Seetaucher, bis zu zwei Kilometer verscheucht.“ Außerdem sei vor Jahren der Versuch des BfN, eine „freiwillige Vereinbarung“ mit Anglern zu schließen, gescheitert.

„Die Freizeitfischer werden ausgesperrt, doch das Erkunden und Fördern, etwa von Erdöl, Erdgas oder Kiesen, ist möglich. Das ist nicht zu verstehen“, meint Bernd Fischer, Geschäftsführer des Tourismusverbandes MV. Mit dem Angelverbot würden die Freiräume  der Freizeitfischer  weiter  eingeschränkt. „Schließlich gibt es bereits Beschränkungen durch Schutzgebiete, beispielsweise in der Wismarbucht und im Greifswalder Bodden“, moniert Fischer.

Das Gebiet der Kadetrinne sei im Großteil mit der Fläche identisch, in der es „intensiven Schiffsverkehr“ gebe, erklärt das Schweriner Umweltministerium. Diese Schiffsbewegungen stellten eine gravierende Störung dar, seien von Restriktionen aber nicht erfasst. Vor diesem Hintergrund „erscheint das ganzjährige Verbot der Freizeitfischerei sehr fragwürdig“.

Forscher von Nordheim verweist auf Erhebungen des Rostocker Thünen-Instituts für Ostseefischerei. Demnach entspricht die unquotierte Menge der jährlich von Freizeitanglern gefangenen Dorsche in manchen Jahren sogar fast der Quote für die Berufsfischer in MV und SH. Sie befischten damit ebenfalls einen gefährdeten Bestand.

„Noch ist nichts in Stein gemeißelt“, versichert von Nordheim mit Blick auf die geplante Verordnung. Teilaspekte werde man vermutlich nachverhandeln.

35 Angelkutter auf der Ostsee unterwegs

160000 Freizeitfischer gehen auf der Ostsee vor den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins jährlich ihrem Hobby nach.

Allein im Landesanglerverband MV sind 43499 Mitglieder organisiert, insgesamt sind hierzulande etwa 100000 Petrijünger aktiv.

Laut Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock sind etwa 35 Angelkutter aus MV auf der Ostsee im Einsatz.

Ein Angelkutter hat zwischen 140 und 180 Seetage pro Jahr. Nur ein Teil der Kutter (Rostock, Warnemünde, Rügen) fährt aber tatsächlich zur Kadetrinne und zum Adlergrund/Rönnebank.



Volker Penne

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