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Zum Wohl! Hanse Sektkellerei lässt die Korken knallen

Wismar Zum Wohl! Hanse Sektkellerei lässt die Korken knallen

20 000 Besucher schauen sich jedes Jahr den historischen Gewölbekeller in Wismar an – mit anschließender Sektprobe

Wismar. Handarbeit ist gefragt in der Hanse Sektkellerei Wismar: Täglich müssen etwa 2500 Flaschen im zwölf bis 14 Grad kühlen Gewölbe gerüttelt und gedreht werden. Etwa eine Stunde braucht der Kellermeister Dietmar Strietzel dafür. Dabei stellt der 63-Jährige die Flaschen jedes Mal auch ein bisschen schräger auf den Kopf. Dadurch sinkt die Hefe zum Deckel hinab – einem Kronkorken – und lässt sich später leichter entfernen. „Ist der Sekt reif, stecke ich den Flaschenhals etwa zehn Minuten lang in eine minus 27 Grad kalte Salzlösung“, berichtet Strietzel. So gefriert der Hefe-Rest und wird durch den aufgebauten Reifedruck beim Öffnen des Verschlusses herausgeschossen. Dann kommt noch der richtige Korken auf die Flasche und das Etikett.

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20 000 Besucher schauen sich jedes Jahr den historischen Gewölbekeller in Wismar an – mit anschließender Sektprobe

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„So funktioniert die traditionelle Flaschengärung“, erklärt Geschäftsführer Jürgen Krug. Mindestens neun Monate reift der Riesling zu feinperligem Sekt heran – dank Hefe und Zucker. Diese sogenannte Fülldosage wird dem Grundwein zugesetzt. Dann heißt es: warten – mindestens neun Monate. „Die Hefe spaltet den Zucker in Alkohol und Kohlensäure auf. Je länger der Sekt gelagert wird, desto edler ist Geschmack“, ergänzt Krug. Bis zu vier Jahre reifen die Spitzen-Tropfen in Wismar.

Und die Geschäfte sprudeln: Ungefähr 15000 Flaschen traditioneller Flaschengärung verlassen jedes Jahr den historischen Gewölbekeller. Dabei spielt die regionale Note eine wichtige Rolle: Zu den beliebtesten Sorten gehören „Wismar Edition“, „Hanse Edition“, „Hanse Premium“ und „Wismars Lütter“ – alle versehen mit Etiketten, die Motive aus der Seefahrt und der Hansestadt zeigen. Ihr unterschiedlicher Geschmack entsteht durch die Auswahl und Komposition der Rebsorten und den Zuckeranteil.

„Viele Gäste nehmen die Flaschen als Souvenir mit nach Hause“, erzählt Astrid Ratz. Die Veranstaltungsmanagerin organisiert jährlich weit mehr als 300 Führungen, Privat- und Firmenfeiern – Sektprobe inklusive. Angestoßen wird im Kellergewölbe. Das ist 1995 aufwendig saniert worden und bietet jetzt maximal 60 Leute Platz. Rund 20000 Besucher empfängt Deutschlands nördlichste Sektkellerei jedes Jahr. Die Hälfte davon sind Tagesgäste. Auch sie können sich von Montag bis Sonnabend anschauen, wie prickelnder Schaumwein hergestellt wird – und wie er seinen richtigen Korken kriegt.

Die Etiketten zeigen auch häufig Firmenlogos. Denn viele Unternehmen nutzen die Wismarer Sekt-Spezialitäten, um ihre Kunden mit einem besonderen Präsent zu überraschen.

Zurzeit beschäftigt die GmbH sechs Mitarbeiter plus Servicekräfte. Vor fünf Jahren hat sie ihren Online-Shop eröffnet – mit wachsendem Erfolg: „Etwa 80 Prozent unserer Internet-Kunden bestellen immer wieder“, freut sich Geschäftsführer Krug. Er leitet die Firma seit vier Jahren. Hervorgegangen ist sie 1991 aus der traditionellen Sektkellerei Uhle Schwerin. Inzwischen ist sie eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Schloss Wachenheim AG. Das Unternehmen produziert pro Jahr rund 220 Millionen Flaschen Sekt und Schaumwein, damit ist der Konzern weltweit einer der führenden Hersteller. Der Anteil am Weltmarkt beträgt rund 10 Prozent. In Deutschland ist die Sektkellerei Schloss Wachenheim mit einem Produktionsanteil von rund 15 Prozent die Nummer drei hinter Rotkäppchen-Mumm und Henkell & Co.

Von trocken bis mild

9Monate muss der Sekt bei der traditionellen Flaschengärung mindestens lagern. Danach wird Wein- und/oder Traubenmost hinzugegeben. So wird dem Sekt der gewünschte Geschmack verliehen: von extrabrut über trocken, halbtrocken bis hin zu mild reichen die Varianten, erklärt Jürgen Krug (Foto), Chef der Hanse Sektkellerei Wismar. Sein Unternehmen vertreibt auch die bekannten Marken Schweriner Burggarten, Uhle Sekt und Vipa.

Kerstin Schröder

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