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Wissen Alfred Nobel, Bob Dylan und viel Zündstoff – das Nobelpreis-ABC
Nachrichten Wissen Alfred Nobel, Bob Dylan und viel Zündstoff – das Nobelpreis-ABC
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17:00 30.09.2018
Die Vorderseite der Nobelpreis-Medaille für Literatur, Physik, Chemie und Medizin. Quelle: dpa
Stockholm

Der Nobelpreis wird seit 1901 jährlich vergeben. Gestiftet wurde er vom schwedische Erfinder und Industriellen Alfred Nobel (1833-1896).Verliehen wird er in den Kategorien Medizin/Physiologie, Physik, Chemie, Literatur (fällt in diesem Jahr aus), Frieden und Wirtschaftswissenschaften. Was man sonst noch wissen sollte:

A wie ACHTZEHN: „Die 18“, so nannte man jahrzehntelang respektvoll die Mitglieder der Schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt. In diesem Jahr wird der Name mit deutlich weniger Respekt ausgesprochen. Der Grund: ein Missbrauchs- und Korruptionsskandal, über dem die Akademie fast zusammenbrach. Das Resultat: Von den 18 sind gerade nur 9 aktiv, der Literaturnobelpreis 2018 wurde abgesagt.

B wie BEKANNTGABE: Wer die Preise bekommt, verraten die Jurys immer Anfang Oktober in Stockholm und Oslo. Die Vergabe folgt im Dezember.

C wie CHEMIE: Den Chemie-Nobelpreis soll nach dem Willen von Alfred Nobel derjenige bekommen, „der die wichtigste chemische Entdeckung oder Verbesserung gemacht hat“. 2017 wurden drei Forscher für die Entwicklung einer neuen Mikroskopie-Technik ausgezeichnet.

D wie DYLAN, Bob: Er erhielt vor zwei Jahren überraschend den Literaturnobelpreis – eine extrem umstrittene Entscheidung. Fast zwei Wochen lang ließ er offen, ob er den Preis annimmt, kam dann nicht zur Verleihung und holte Medaille und Urkunde erst ab, als er während einer Tournee sowieso in Stockholm war.

US-Rockmusiker und Literatur-Nobelpreisträger Bob Dylan. Quelle: Jim Lo Scalzo/EPA FILE/dpa

E wie EWIGE FAVORITEN: Die gibt es vor allem beim Literatur-Preis - auch dieses Jahr wird es also nix. Dafür hat der Japaner Haruki Murakami Chancen auf den alternativen Literaturnobelpreis, den Kulturschaffende am 12. Oktober vergeben wollen.

F wie FRIEDEN: Der Friedensnobelpreis ist der einzige, der nicht in Stockholm, sondern in Norwegens Hauptstadt Oslo vergeben wird. 2017 ging der Preis an die Anti-Atomwaffenkampagne Ican, früher auch schon an Nelson Mandela und Martin Luther King.

G wie GELD: Das Preisgeld wird aus den Zinsen von Nobels Erbe gezahlt. 2018 sind die Preise mit je neun Millionen schwedischen Kronen (rund 860 000 Euro) dotiert. Gibt es mehrere Preisträger, müssen sie teilen.

H wie HEIMLICH: Im Heimlichtun sind die Nobeljuroren Meister: Nur in den allerseltensten Fällen drang mal ein Name vorzeitig nach außen.

I wie IRRTÜMER: Ein paar Mal lag die Jury auch daneben. Der Däne Johannes Fibiger bekam 1926 den Medizinpreis, weil er glaubte, einen krebserregenden Wurm entdeckt zu haben – was sich später als falsch herausstellte. Der Neurologe Antonio Egas Moniz wurde 1949 für ein OP-Verfahren zur Heilung psychisch Kranker geehrt, das die Persönlichkeit der Patienten verändert.

J wie JUNG: Das sind Geehrten bei der Preisvergabe meistens nicht. Das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren. Am ältesten war ein Wirtschaftsforscher. Und am jüngsten? Siehe Y wie Yousafzai, Malala.

K wie KAROLINSKA INSTITUT: Die traditionsreiche medizinische Universität in Stockholm vergibt den Nobelpreis in Medizin und Physiologie. Das hat Alfred Nobel in seinem Testament festgelegt. Über die Preise für Physik und Chemie entscheidet die königlich schwedische Akademie der Wissenschaften.

L wie LITERATUR: Der Literaturnobelpreis wird 2018 nach dem Eklat in der Schwedischen Akademie nicht verliehen (siehe A wie „die Achtzehn“). Dafür sollen 2019 zwei Preisträger gekürt werden.

M wie MEDIZIN: Der Medizin-Nobelpreis ist der erste, der in der Nobelpreis-Woche vergeben wird. Geehrt wurden in der Vergangenheit etwa die Erfinder des Penizillins und der künstlichen Befruchtung.

N wie NOMINIERUNG: Jedes Jahr werden Hunderte Kandidaten für die verschiedenen Nobelpreise vorgeschlagen. Das machen Forscher, frühere Preisträger und Parlamentsmitglieder. Die Nominierungslisten bleiben 50 Jahre lang geheim. Sich selbst kann man nicht vorschlagen.

O wie OBAMA, Barack: Der frühere US-Präsident erhielt 2009 gleich im ersten Jahr seiner Amtszeit den Friedensnobelpreis. Eine höchst umstrittene Entscheidung, auch wegen des massiven internationalen Militärengagements der USA.

Barack Obama zeigt die Urkunde und die Medaille zu seinem Friedensnobelpreis im Rathaus von Oslo. Quelle: Scanpix Norway/dpa

P wie PHYSIK: Der Physik-Nobelpreis geht an den, so formulierte es Nobel, „der innerhalb der Physik die wichtigste Entdeckung oder Erfindung gemacht hat“. Die Liste berühmter Preisträger ist lang, darunter Conrad Röntgen, Marie Curie, Max Planck und Albert Einstein.

Q wie QUERULANT: Zwei Preisträger lehnten in der Geschichte Nobelpreise ab: Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre 1964 den für Literatur. Und der vietnamesische Politiker Le Duc Tho den Friedensnobelpreis 1973 – weil in seinem Land aus seiner Sicht damals kein Frieden herrschte.

R wie REICHSBANK: Die schwedische Reichsbank stiftete 1968 einen Preis für Wirtschaftswissenschaften in Erinnerung an Alfred Nobel. Obwohl er in Nobels Testament nicht vorgesehen war, wird er gemeinsam mit den Nobelpreisen vergeben und ist genauso hoch dotiert. Deshalb gilt er als Wirtschafts-Nobelpreis.

S wie STOCKHOLM: Die schwedische Hauptstadt ist die Nobelpreisstadt schlechthin. Alfred Nobel legte fest, dass vier der fünf traditionellen Preise hier vergeben werden.

T wie TESTAMENT: Das sorgte nach Nobels Tod 1896 für große Aufregung, vermachte er den größten Teil seines riesigen Vermögens doch nicht der Familie. Stattdessen schuf er die Nobelpreise, deren Preisgelder aus den Zinsen seines Vermögens gezahlt werden. Wie und wo die Gewinner ausgewählt werden, legte er in dem Schriftstück fest.

U wie UMSCHLAG: Um die Namen der Nobelpreisträger wird vor der Verkündung natürlich ein großes Geheimnis gemacht. Traditionell – und selbst im Internetzeitalter zur Sicherheit weiterhin – gibt es einen Umschlag für Journalisten, der erst geöffnet werden darf, wenn der Juryvorsitzende die Namen offen verliest.

V wie VERLEIHUNG: Die feierliche Preisübergabe geschieht an Alfred Nobels Todestag, dem 10. Dezember. Für die Zeremonie mit dem schwedischen König Carl XVI. Gustaf gibt es einen strengen Dresscode.

W wie WETTEN: Gezockt wird bei den Preisen für Literatur und Frieden. Manchmal haben die Tipper eine gute Nase, meist liegen sie aber deutlich daneben.

X wie XIAOBO, Liu: Der chinesische Regierungskritiker bekam 2010 den Friedensnobelpreis. Er konnte ihn allerdings nicht entgegennehmen, weil er wegen „Untergrabung der Staatsgewalt“ im Gefängnis saß. 2017 starb er mit 61 Jahren, fast ein Jahr danach wurde seine Witwe Liu Xia aus dem Hausarrest freigelassen und reiste nach Deutschland aus.

Y wie YOUSAFZAI, Malala: Die Kinderrechtsaktivistin aus Pakistan war erst 17 Jahre alt, als sie 2014 den Friedensnobelpreis bekam. Damit ist sie die bis dato jüngste Preisträgerin in allen Kategorien.

Kailash Satyarthi (r.) und Malala Yousafzai mit ihren Urkunden über die Friedensnobelpreise. Quelle: AFP

Z wie ZÜNDSTOFF: Der Legende zufolge half der Zufall dem schwedischen Industriellen Alfred Nobel bei der Entdeckung des Sprengstoffs Dynamit. Die Erfindung machte den Schweden zu einem der reichsten Europäer seiner Zeit. Darüber, wie seine Entdeckung genutzt wurde, war er angeblich sehr unglücklich.

Von RND/dpa

Mit dieser Wette kann man nicht viel falsch machen: Auch in diesem Jahr wird wohl mindestens ein Nobelpreis an einen US-Amerikaner gehen, wenn in der ersten Oktoberwoche die Preisträger verkündet werden. Doch die Deutschen könnten bald öfter gewinnen.

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