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Nachrichten Wissen China erlaubt Handel mit Tiger- und Nashornprodukten
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06:42 30.10.2018
Aus dem Archiv: Beschlagnahmte Nashorn-Hörner im Zollfahndungsamt Frankfurt. Der WWF befürchtet, die illegale Jagd auf die gefährdeten Tiere könne sich mit der teilweisen Aufhebung des Handelsverbots in China intensivieren. Quelle: Andreas Arnold/dpa
Peking/ Berlin

China hat angekündigt, den Handel mit Tigerknochen und Nashornhorn von Tieren, die in Gefangenschaft gezüchtet wurden, zu legalisieren. Das kündigte die chinesischer Regierung am Montag an. Krankenhäuser sollen diese künftig nutzen dürfen. Auch der Handel mit antiken Tiger- und Nashornerzeugnissen solle für den privaten Gebrauch gestattet sein.

Beim World Wide Fund For Nature (WWF) stößt dies auf Besorgnis, die internationale Natur- und Umweltschutzorganisationen forderte China umgehend das auf, das Handelsverbot beizubehalten: „Es ist zutiefst beunruhigend, dass China sein 25 Jahre altes Verbot des Handels mit Tigerknochen und Nashornhorn aufgehoben hat. Die Folgen werden verheerend und weltweit zu spüren sein. Jegliche Legalisierung setzt diese seltenen Arten weiter unter Druck“, kommentiert Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland, die Entscheidung. Bis heute gebe es keinerlei wissenschaftliche Belege für die medizinische Wirksamkeit von Tigerknochen oder Nashornhorn. „Es handelt sich um einen Aberglauben, den die Politik nicht zum Maßstab ihres Handels machen sollte“, sagt er.

Handelsverbot von 1993 wird gelockert

Seit 1993 war der Handel mit Tigerknochen und Nashornhorn als Reaktion auf die massive Wilderei verboten. Auch aus dem Arzneibuch der traditionellen chinesischen Medizin wurden sie zu dieser Zeit gestrichen. Der Weltverband der chinesischen Medizingesellschaften veröffentlichte 2010 zudem eine Erklärung, in der er die Mitglieder aufforderte, Teile gefährdeter Arten nicht zu verwenden.

Die Wiederaufnahme eines legalen Marktes für diese Produkte sei laut WWF ein enormer Rückschlag für die Bemühungen, Tiger und Nashörner in freier Wildbahn zu schützen. Sie stehe im Widerspruch zu der bisherigen Haltung der chinesischen Führung, die etwa geholfen habe, Elefanten besser zu schützen. So hatte China den Handel mit Elfenbein 2017 innerhalb des Landes untersagt.

WWF fordert Ausweitung des Verbots auf Zucht

„Es ist bedauerlich, dass man nun von diesem guten Weg abweichen will. Anstelle einer Liberalisierung brauchen wir eine Ausweitung des Handelsverbots auf sämtliche Tigerprodukte sowie die Schließung der Tigerfarmen, in denen die Tiere für die Verwertung ihrer Körperteile gezüchtet werden“, so Brandes.

Die Artenschützer befürchten nun einen Anstieg der Nachfrage und dass der Wildereidruck auf freilebende Tiere damit steige: „Die Erfahrungen Chinas mit dem Handel mit Elfenbein haben deutlich gezeigt, wie schwierig es ist, parallel legale und illegale Märkte zu kontrollieren. Es steht zu befürchten, dass illegale Produkte gewaschen werden und so in den Handel fließen“, erklärt Brandes weiter. Weil die Bestände derart niedrig seien, könne schon eine leichte Zunahme der illegalen Jagd zu ernsthaften Problemen führen.

Von RND/nie

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