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Wissen „Deutschlands schlechte Bilanz spielt in Kattowitz keine Rolle“
Nachrichten Wissen „Deutschlands schlechte Bilanz spielt in Kattowitz keine Rolle“
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18:00 12.12.2018
Prof. Reimund Schwarze ist Umweltökonom am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig und Professor an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Quelle: Sebastian Wiedling
Kattowitz

Am Freitag soll die 24. UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz zu Ende gehen. Ziel ist ein verbindliches Regelwerk, das das Klimaabkommen von Paris umsetzt. Prof. Reimund Schwarze vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig nimmt zum zehnten Mal an dem Gipfel der Vereinten Nationen teil.

Herr Schwarze, am Freitag endet die UN-Klimakonferenz in Kattowitz. Am Ende soll ein Regelwerk stehen, das das Paris-Abkommen umsetzt. Schaffen die Delegierten das?

Bisher waren wir voll im Zeitplan. Es schien, als läge schon am Dienstagabend ein Entwurf vor, auf den sich alle einigen können. Allerdings gab es jetzt überraschende weltpolitische Interventionen, die zu einer Verzögerung geführt haben. Ich richte mich deshalb darauf ein, dass hier bis Sonntag verhandelt werden könnte.

Es ist von einem Eklat die Rede.

Die Staaten konnten sich nicht darauf einigen, den Bericht des Weltklimarates IPCC zu „begrüßen“. Saudi-Arabien, die USA und Russland wollten ihn lediglich „zur Kenntnis nehmen“, die EU und Inselstaaten hielten erbittert dagegen. Das hat hier für dicke Luft gesorgt. Ich verstehe die Aufregung darum nicht, für das Ergebnis ist es höchstens eine Fußnote.

Wie geht es weiter?

Die Präsidentschaft in Polen hat das sehr diplomatisch gelöst. Um die Ziel- und Beitragszusagen noch einmal zu erhöhen, setzt sie zwei Sonderbeauftragte aus Schweden und Costa Rica ein. Das dürfte die Vertagung in der Frage „begrüßen“ oder „zur Kenntnis nehmen“ im Seitenstrang mehr als aufwiegen.

Auch Deutschland hat eine Vermittlerrolle übernommen – im Streit um Finanzhilfen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze will zusätzlich 70 Millionen Euro für den Klimaschutz in Schwellenländern bereitstellen. Will sich Deutschland damit von den eigenen verpassten Klimazielen freikaufen?

Deutschlands schlechte Bilanz spielt in Kattowitz keine große Rolle. Was zählt, sind die Leistungen der EU in der Gesamtheit, und die steht gut da. Dass die Bundesregierung ihre Finanzzusagen aufstockt, kommt hier sehr gut an. Auch wenn es sich dabei nur um symbolische Aktionen handelt, denn gebraucht wird natürlich sehr viel mehr. Aber es fordert die anderen reichen Länder auf, mitzumachen und die Dritte-Welt-Länder besser zu unterstützen. Das ist zumindest in Kattowitz viel wichtiger als eine nationale Antwort auf den Kohleausstieg.

Welchen Einfluss auf die Konferenz hat denn die jüngste Empfehlung des Weltklimarats, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen? Sind die Ziele von Paris noch einmal hochgesetzt worden?

Es ist allen klarer denn je, dass deutlich mehr getan werden muss. Man sieht den Stand der Wissenschaft überall in dem Regelwerk. Darin steht aber etwa nicht konkret, wie viel CO2 jeder einsparen muss. Das sind dynamische Formeln, die auch etwa 2023 noch gelten müssen, wenn wir vielleicht andere Möglichkeiten haben, Energie zu optimieren.

Von Sonja Fröhlich/RND

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