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17:47 08.05.2018
Hand in Hand: Roboter Edan soll vor allem Pflegebedürftigen im Rollstuhl das Leben erleichtern. Quelle: dpa
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Garmisch-Partenkirchen

Er deckt das Bett auf und kann Getränke reichen: Edan heißt der Roboter-Butler mit der helfenden Hand, der künftig Pflegebedürftigen zur Seite stehen könnte. Während er nur aus einem Arm an einem Rollstuhl besteht, sieht sein Kollege Justin mit breitem Brustkorb, zwei Armen und runden Kamera-Augen schon recht menschlich aus.

Die beiden Avatare, entwickelt am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen, sollen noch vor Jahresende testweise im Caritas-Altenheim St. Vinzenz in Garmisch-Partenkirchen einziehen und das dortige Pflegepersonal entlasten.

Am Montag wurden die beiden Avatare, die eigentlich für die Raumfahrt entwickelt wurden, vorgestellt. Wie Senioren und pflegebedürftige Menschen darauf reagieren, wenn ihnen plötzlich ein Roboter die Medikamente bringt, soll eine Testphase zeigen.

Präsentation des Helfers: Mit ein wenig Übung kann Edan Dinge greifen. Quelle: dpa

Knapp drei Millionen Menschen sind auf ambulante oder stationäre Pflege angewiesen – und es werden immer mehr. Die Zahl könnte bis 2030 auf etwa 3,6 Millionen steigen. Schon jetzt herrscht Mangel an Pflegekräften. „Die Pflege braucht neue Impulse“, sagt Georg Falterbaum, Caritasdirektor in der Erzdiözese München und Freising.

Zehn Jahre Entwicklungszeit für feinfühlige Roboter

In Garmisch leben besonders viele Senioren. „Wir sind so alt wie Deutschland in 20 Jahren“, sagt Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer (SPD). Das Roboterprojekt sei daher Teil ihrer Zukunftsvision für Garmisch-Partenkirchen.

In den elektronischen Helfern steckt eine lange Entwicklung. Die Forscher haben gut zehn Jahre allein daran gearbeitet, feinfühlige Roboter zu entwickeln, die auf Berührung reagieren und zurückweichen – sonst könnten die Maschinen den Menschen gefährlich werden.

Justin ist auf Rädern unterwegs. Angehörige können ihn aus der Ferne lenken, und etwa mit seiner Hilfe die Pillendose aus dem Schrank holen. Er soll auch erkennen, wenn der Senior stürzt – und Hilfe alarmieren.

Helfer sind teuer – noch

In einer Weiterentwicklung könnte er ältere Menschen bei kurzen Gängen begleiten und, wenn er etwas kräftiger gebaut wird, sogar stützen. Justin soll Menschen ermöglichen, länger zuhause zurecht zu kommen. Edan wiederum ist ein Arm an einem Rollstuhl, den behinderte Menschen über Muskelimpulse steuern. Edan kann Aufzugknöpfe drücken, die Bettdecke zurückschlagen.

Noch sind die Preise für solche die Roboter-Helfer allerdings hoch. In der günstigsten Variante würde Pflegehelfer Justin derzeit um die 60.000 Euro kosten.

Greif zu: Behinderte Menschen können Edan über Musikimpulse steuern. Quelle: dpa

Der Freistaat Bayern hat für das Smile-Projekt 6 Millionen Euro Förderung zugesagt. In die Entwicklung der neuen Technik sollen in Garmisch-Partenkirchen zudem 10 Millionen Euro aus einer gemeinnützigen Gesellschaft fließen, die aus der Leifheit-Stiftung hervorgegangen ist.

Garmisch ist allerdings nicht das Einzige Testfeld für Pflege-Roboter. Weltweit laufen Entwicklungen. Parlo aus Japan etwa will auch unterhalten, er singt und spielt mit Senioren. Care-o-bot 3 wurde in einem Stuttgarter Heim getestet. Er spricht den Bewohner, den er über eine Kamera erkennt, sogar mit Namen an: „Mögen Sie etwas trinken?“

Roboter sollen Pfleger nicht ersetzen

Im Altenheim St. Vinzenz haben die Wissenschaftler und Mitarbeiter der Caritas die Bewohner schon auf den baldigen Einsatz der neuen Helfer vorbereitet. Viele seien aufgeschlossen, manche skeptisch, sagt Albu-Schäffer. „Wenn die Leute verstehen, dass sie damit ihre Selbstständigkeit verlängern, ist die Offenheit sehr groß.“

Klar ist für alle: Die Roboter sollen Pfleger nicht ersetzen, sondern ihnen mehr Freiraum schaffen – für das, was menschlich unersetzlich ist: Zuwendung, Trost, einfach mal die Hand halten.

Von RND/dpa

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