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Leben an Land vielleicht älter als gedacht

Fossile Spuren Leben an Land vielleicht älter als gedacht

Wann gab es auf der Erde erstmals Leben? Diese Frage ist durchaus umstritten. Australische Wissenschaftler berichten nun von einem neuen Fund.

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Die Wissenschaftler von der University of New South Wales haben Gestein aus der Dresser-Formation in der Pilbara-Region in Westaustralien untersucht.

Quelle: Kathleen Campbell

Kensington. Leben an Land könnte es schon viel länger geben als bisher angenommen. Darauf weisen fossile Spuren von Mikroorganismen hin, die Forscher in 3,48 Milliarden alten Gesteinsablagerungen ehemaliger heißer Quellen entdeckt zu haben glauben.

Solche Thermalquellen an Land seien damit drei Milliarden Jahre früher besiedelt gewesen als bislang bekannt, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt „Nature Communications“. Die Entdeckung sei auch relevant für die Suche nach Leben auf anderen Planeten. Auf dem Mars gebe es vergleichbare heiße Quellen, an denen möglicherweise Spuren von Leben nachweisbar sind.

William Martin vom Institut für Molekulare Evolution an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der nicht an der Untersuchung beteiligt war, hält die Interpretation der gefundenen Spuren für „gewagt“. „Die Forscher liefern gute Belege dafür, dass es sich um ehemals terrestrische Quellen handelt. Aber neue Beweise für Leben dort liefern sie nicht; die Gas-Bläschen, die sie finden, könnten auch abiotischen Ursprungs sein.“ 

Wann und wo das Leben auf der Erde entstand, ist bislang nicht genau bekannt. Kürzlich berichteten Wissenschaftler im Fachblatt „Nature“, die bislang ältesten fossilen Spuren von Mikroorganismen entdeckt zu haben. Als solche hatten sie faden- und röhrenförmige Strukturen in mindestens 3,7 Milliarden Jahre altem Gestein aus dem nördlichen Kanada interpretiert. Das Gestein ging ebenfalls auf Ablagerungen von hydrothermalen Quellen zurück, allerdings von unterseeischen.

Auch in Grönland hatten Forscher ähnlich alte Spuren entdeckt. Allerdings ist die Beurteilung solcher Gesteinsspuren grundsätzlich sehr schwierig. Sie können etwa auf die Aktivität von Mikroorganismen zurückgehen, können aber auch ohne biologische Aktivität entstehen.

Die Wissenschaftler um Tara Djokic von der University of New South Wales hatten nun Gestein aus der Dresser-Formation in der Pilbara-Region in Westaustralien untersucht. Dass die Ablagerungen an Land, und nicht im Ozean, gebildet wurden, schließen sie vor allem aus dem Nachweis von Geyserit. Dieses Mineral werde ausschließlich an terrestrischen heißen Quellen abgelagert, schreiben die Wissenschaftler.

In den Ablagerungen fanden sie Stromatolithen. Das sind Sedimentgesteine, die sich infolge biologischer Aktivität von Mikroorganismen bilden. Außerdem wiesen sie Spuren von Gasblasen nach, die nach Angaben der Forscher in mikrobiellen Belägen „hängen geblieben“ und so für die Ewigkeit konserviert wurden.

„Das zeigt, dass sehr früh in der Geschichte der Erde eine Vielfalt von Leben im Süßwasser, an Land, existierte“, sagt Martin Van Kranendonk, einer der beteiligten Wissenschaftler, laut einer Pressemitteilung seines Instituts.

„Die Entdeckung von potenziell biologischen Signaturen in diesen alten heißen Quellen in Westaustralien schafft eine geologische Perspektive, die einem landbasierten Ursprung des Lebens Gewicht verleihen könnte“, sagt Djokic. Der bislang älteste Nachweis von Leben an Land geht auf 2,7 bis 2,9 Milliarden Jahre alte mikrobielle Überreste in Südafrika zurück, heißt es in der Mitteilung.

„Es gibt viele Gesteins-Formationen, die so aussehen, aber letztlich doch nicht biogenen Ursprungs sind“, kommentiert der Düsseldorfer Forscher Martin die Studie. Er hält Tiefseequellen für den wahrscheinlichsten Ort für die Entstehung von Leben. „An Land dürfte das UV-Licht die Entwicklung der Bausteine des Lebens erheblich erschwert haben.“

Die Forscher um Djokic glauben, dass ihre Entdeckung ihnen Hinweise für die Suche nach Lebensspuren auf dem Mars gibt. Auf dem Roten Planeten gebe es ganz ähnliche Ablagerungen ehemaliger heißer Quellen, die das gleiche Alter hätten wie die in der Dresser-Formation in Westaustralien.

dpa

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