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Wissen Männer werden selbstbewusster und sozial kompetenter
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08:15 06.06.2017
Junge Männer genießen die Sonne am Mainufer. Wie verändern sich eine Bevölkerung im Lauf der Zeit? Quelle: Frank Rumpenhorst
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Helsinki

Junge Männer entwickeln einer Studie zufolge zunehmend Persönlichkeitsmerkmale, die in der Wirtschaft erwünscht sind - etwa Selbstbewusstsein, soziale Kompetenz und Führungsbereitschaft.

Diesen Trend haben Psychologen und Wirtschaftswissenschaftler bei finnischen Männern der Geburtsjahrgänge 1962 bis 1976 festgestellt. Das Team um Matti Sarvimäki von der Aalto Universität in Helsinki hatte Persönlichkeitstests der finnischen Streitkräfte ausgewertet, wie es in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“) berichtet.

„Wir finden einen Flynn-Effekt für die Persönlichkeit - das heißt einen langfristigen Anstieg jener Persönlichkeitsmerkmale, die mit höheren Einkommen verbunden sind“, schreiben die Wissenschaftler in ihrem Fazit. Der Flynn-Effekt bezeichnet eigentlich das Phänomen, dass die Messung der Intelligenz über Jahrzehnte in vielen Ländern zunehmend bessere Ergebnisse zeigte. Das Team um Sarvimäki entdeckte diese Tendenz nun auch bei Persönlichkeitsmerkmalen, die mit ökonomischem Erfolg in Verbindung gebracht werden.

Die finnischen Streitkräfte unterzogen alle Wehrpflichtigen einem Persönlichkeitstest, um geeignete Anwärter für eine Offizierslaufbahn zu ermitteln. Da die Testbedingungen nach 15 Jahren geändert wurden, konzentrierten sich die Forscher nur auf die Geburtsjahrgänge 1962 bis 1976, insgesamt 419 523 Männer. Zu jedem Persönlichkeitsmerkmal sollten die Wehrpflichtigen etwa 25 Aussagen entweder zustimmen oder aber nicht.

Im Ergebnis stiegen die Mittelwerte für „Selbstbewusstsein“, „soziale Kompetenz“ und „Führungsbereitschaft“ besonders stark, aber auch die für „Leistungsbereitschaft“ und „Gehorsam“. Lediglich beim Merkmal „Männlichkeit“ war keine klare Tendenz zu erkennen.

Die Forscher berücksichtigten bei der Auswertung den familiären Hintergrund - etwa elterliches Einkommen, Anzahl der Geschwister und ob die Teilnehmer aus eher ländlichen oder städtischen Gegenden kamen. Diese Veränderungen erklärten aber nur ein Drittel der Tendenz bei den Charaktereigenschaften.

Für Roman Osinsky von der Universität Osnabrück ist die Studie methodisch in Ordnung, die Teilnehmerzahl sei sogar herausragend. Allerdings ist nach seiner Auffassung der Fragebogen zu einseitig: „Viele Bereiche, die die Persönlichkeit eines Menschen ausmachen, sind davon nicht abgedeckt“, sagt der Psychologe. Die Psychologin Jule Specht von der Humboldt-Universität Berlin hält den großen Datensatz für „extrem wertvoll“: „Es gibt so gut wie keine Studien über die Messung von Persönlichkeitsmerkmalen über mehrere Jahrgänge hinweg.“

dpa

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