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300 Schüler auf Erkundungstour

Bad Doberan 300 Schüler auf Erkundungstour

Kleine Umweltschützer nehmen in Doberan am Aktionstag des Zweckverbandes Kühlung und des Landkreises teil

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Gar nicht so viel Platz im Abwasserrohr: Anna ( v.l.), Vanessa, Til und Max (alle 9) von der Lessing-Grundschule aus Bad Doberan haben viel über Wasser gelernt.

Quelle: Fotos: Anja Levien

Bad Doberan. Sie kriechen durch Abwasserrohre, greifen zum Bohrer und schreien sich die Luft aus der Lunge – beim gestrigen Umwelttag des Zweckverbandes Kühlung und des Landkreises Rostock haben sich rund 300 Schüler spielerisch mit den Themen Wasser, Umwelt und Gesundheit auseinandergesetzt. Die Jungen und Mädchen der zweiten bis sechsten Klassen erobern dabei den Wasserlehrpfad in Bad Doberan auf dem Gelände des Zweckverbandes.

OZ-Bild

Kleine Umweltschützer nehmen in Doberan am Aktionstag des Zweckverbandes Kühlung und des Landkreises teil

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Matilda schreit, so laut sie kann ins Mikrofon. 103,5 Dezibel, sagt Dr. Manfred Vikenty vom Umweltamt des Landkreises. Eine Größenordnung, in der ein Bauarbeiter einen Gehörschutz tragen muss. An der Station „Lautstärkemessung“ sollen die Kinder ein Gefühl für eben diese bekommen. „Sie sollen darauf achten, dass sie sich nicht gegenseitig ins Ohr brüllen. Das wäre Körperverletzung“, sagt Vikenty.

Eine Station weiter werden Nistkästen gebaut. Sophie greift zum Bohrer. Robert Stuchlik vom Umweltamt zeigt der Achtjährigen von der Warnowschule aus Papendorf, wie sie die Schraube in den Nistkasten bekommt. Klassenkameradin Sophie schaut zu. „Wir haben schon einige Nistkästen zu Hause“, erzählt die Neunjährige. „Da nisten Spatzen, Meisen und Fledermäuse.“ Die Kästen, die die Kinder hier basteln, können vorsichtig an der Baumrinde oder an einen Stahlpfosten angebracht werden, erläutert Wolf-Peter Polzin vom Umweltamt. An weiteren Stationen werden Baumarten bestimmt, verschiedene Tierfelle gezeigt und gesunde Brote geschmiert.

„Das ist der beste Sachkundeunterricht, den man machen kann“, sagt Klaus Rhode, Geschäftsführer des Zweckverbandes Kühlung, auch mit Blick auf dem Wasserkreislauf, den die Kinder hier anschaulich kennenlernen. Der Zweckverband zeigt beispielsweise Rohre und Gullys, denn die meiste Wassertechnik ist unter der Erde – „80 Prozent des Anlagevermögens“, sagt Rhode.

Die größte Herausforderung für den Zweckverband beim Thema Umwelt sei es, das Trinkwasser, was ein hohes Gut ist, auch künftig zu schützen, sagt Rhode. „Wir haben große Erfolge dabei, dass die Gewässer wieder sauber werden“, sagt der Geschäftsführer des Zweckverbandes und spricht damit die Verschmutzung aus Wendezeiten an. Doch auch heute drohen noch Gefahren, beispielsweise durch illegale Müllentsorgung im Wald. Denn der Abfall ist nicht nur gefährlich für Flora und Fauna, er sickert auch in den Boden und damit ins Trinkwasser. Das weiß auch Roger Hewelt, Leiter des Umweltamtes des Landkreises. „Dafür haben wir kein Verständnis. Wir haben ein flächendeckendes Entsorgungssystem“, sagt Hewelt. Das Umweltamt gehe gegen die Umweltsünder vor. „Oft haben wir Glück, dass wir die Verursacher ausfindig machen“, sagt Hewelt. Als Problem bleiben aber auch die Kosten der Entsorgung, werden die Verursacher nicht gefunden. Die Kosten werden auf die Bürger umgelegt: „Das kommt über Steuern und Gebühren wieder rein.“

Kimberly aus der Doberaner Lessing-Grundschule hat schon gelernt, dass man Müll nicht in die Natur werfen darf. „Davon können Tiere krank werden“, sagt die Zehnjährige. Ihre Klassenkameraden Anna, Vanessa, Til und Max schauen sich währenddessen das große Abwasserrohr an, welches auf dem Gelände liegt. „So ein Rohr liegt in der Goethestraße in Bad Doberan“, erläutert Klaus Rhode. Auf dem Wasserlehrpfad sind auch alte Holzrohre aus dem 18. Jahrhundert zu sehen und ein Kiesfilter aus DDR-Zeiten, der das Wasser von Eisen und Mangan befreit.

Der neun Jahre alte Max ist mit dem Verlauf des Umwelttages zufrieden. „Wir haben erfahren, wie das Wasser ins Haus kommt“, sagt er. Auch Matilda gefällt es super. „Ich habe sehr viel über Wasser erfahren und in die Pedale getreten, dass das Wasser hochspritzt“, erzählt die Achtjährige und meint damit das Fahrrad, auf das die Schüler sich setzten können, um die Wasserfontäne im Teich sprudeln zu lassen.

Wasser für 60 000 Bürger

685 Quadratkilometer – so groß ist das Gebiet des Zweckverbandes Kühlung. Dieser ist für die stabile und qualitätsgerechte Versorgung mit Trinkwasser sowie die umweltgerechten Abwasserbeseitigung in diesem Bereich zuständig. 60 000 Menschen leben in sechs Städten und 22 Gemeinden im Einzugsgebiet des Zweckverbandes.

60 Kilometer Kanalspülungen werden pro Jahr im Schnitt durchgeführt. Dafür möchte der Zweckverband jetzt in zwei weitere Fahrzeuge investieren, darunter ein Kamerawagen. Kosten: 600000 bis 700000 Euro.

Anja Levien

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