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50 Jahre Zooschule: Lernen am lebendigen Beispiel

Rostock 50 Jahre Zooschule: Lernen am lebendigen Beispiel

Rostocker Zooschule ist eine der ältesten in Deutschland / Minister empfangen

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Handlungsorientierter Unterricht in der Zooschule: Im Workshop am Samstag lernen auch die Großen dazu.

Quelle: Foto: Lea-Marie Kenzler, Joachim Kloock

Rostock. Eigentlich ist ein Zoobesuch immer lehrreich. Infotafeln, Fütterungen, Streichelzoo und das Darwineum sorgen für den Wissenszuwachs. Der Rostocker Zoo bietet aber noch mehr: In der Zooschule wird erforscht, beobachtet, erklärt und erlebt. Im März feierte diese besondere Schule Geburtstag. Ein halbes Jahrhundert schon kommen Schüler in den Zoo, um mehr über Tiere, Pflanzen und das Leben an sich zu erfahren. Am Wochenende feierte die Rostocker Zooschule ihr Jubiläum mit jungen Forschern, der Landesregierung, Schülern und Zoopädagogen aus ganz Deutschland.

 

OZ-Bild

Die Möglichkeiten des entdeckenden Unterrichts wurden im Darwineum am Beispiel der Entwicklung des Lebens und der Humanevolution aufgezeigt. In der Zooschule fand ein Workshop zur „Anpassung an das Fliegen“ statt.

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Zahlen & Fakten

12000 Schüler besuchen jährlich die Zooschule.

Die Rostocker Zooschule gehört zu den ältesten Zooschulen in ganz Deutschland.

6 Lehrer aus unterschiedlichen Schulen gestalten den Unterricht im Tiergarten.

Die Klassenstufen 1 bis 12 können den Unterricht laut Rahmenplan im Zoo wahrnehmen.

Fächerübergreifenden und Wahlpflicht-Unterricht gibt es ebenfalls.

„Alles begann am 1. März 1967. Der Rostocker Zoo eröffnete eine Abteilung mit dem Ziel, das zoologische Potenzial zielgerichtet für die Volksbildung zu erschließen“, eröffnet Dittmar Brandt, ehemaliger Schulamtsleiter Rostocks, seinen Vortrag zur Geschichte des Zoos. Damals musste man noch Werbung in den Schulen mit Tieren machen, heute sei die Begeisterung der Kinder für die Zoowelt kaum zu bremsen. Unterrichtseinheiten wurden schon bald in die Zooschule verlegt. Gegenwärtig richtet sich Schule im Zoo nach dem Rahmenplan, etliche Themen sind auf Grundschulen, Fördereinrichtungen und Schüler der Sekundarstufe eins und zwei abgestimmt.

„Pro Jahr empfangen wir 12.000 Schüler der Klassenstufen eins bis zwölf. Der Unterricht ist fächerübergreifend und bietet Möglichkeiten, die ein normales Klassenzimmer nicht hergibt“, erklärt die ehemalige Leiterin der Zooschule Brunhild Konradt. Die Lehrerin ist ein Profi darin, Schüler für den Lernort Zoo zu begeistern. „Ich versuche Biologie beizubringen, nur muss es ja nicht Biologie heißen“, sagt sie. Dass Schüler sich ausprobieren können und Physik und Chemie aus einem anderen Blickwinkel kennenlernen, seien die größten Errungenschaften der Zooschule. Was hat Stammzellenforschung mit einer Tafel Schokolade zu tun? Und wie erklären Seifenblasen die Evolution? Konradt vermittelt die Antwort regelmäßig an ihre Schüler.

„Mit aktuellen Bildungsthemen haben sich unsere Nachwuchsforscher beschäftigt“, kündigt Zoodirektor Udo Nagel die Schülervorträge des Erasmus-Gymnasiums an. „Wie haben sie heute zum Zoo gefunden?“

startet Hoosein Ayobi seine Präsentation zum Thema „Tiere mit eingebautem Navigationsgerät“. Der Schüler forscht an der Orientierung von Tauben, die Möglichkeiten dazu bietet der Zoo. Auch Niklas Konrad und Nicolas Krüger stellten ihr Projekt „Das Tier in Dir“ zum Thema Evolution vor. „Diese Beispiele zeigen den Erfolg unserer Arbeit“, sagt Konradt. Ein Erfolg, der ohne das Zutun des Zoodirektors nicht möglich wäre.

In der Fachtagung am Samstag lernen auch die Lehrer dazu. „Das Darwineum gibt uns viele Möglichkeiten“, betont Peggy Hagedorn, Leiterin der Zooschule. Sechs Lehrer aus unterschiedlichen Schulen unterrichten im Zoo. Sie teilen ihre Arbeitszeit auf Stammschule und Zoo auf. „Das ist gut so, damit sie den Blick für die Realität nicht verlieren“, sagt Konradt.

Zum Abschluss des Jubiläums wurden Bildungsministerin Birgit Hesse und Umweltminister Till Backhaus festlich empfangen.

Lea-Marie Kenzler

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