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Aha-Erlebnisse und Detektiv-Arbeit im Münster

Bad Doberan Aha-Erlebnisse und Detektiv-Arbeit im Münster

Stefan Thiele schreibt Buch über Forschung und Denkmalpflege am Doberaner Gotteshaus im 19. und 20. Jahrhundert / Kunsthistoriker setzt sich für Baumeister Möckel ein

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Dr. Stefan Thiele stellte mit Kustos Martin Heider seine Forschungsarbeit zum Münster vor.

Quelle: Sabine Hügelland

Bad Doberan. Wie ein Detektiv habe er sich so manches Mal gefühlt: „Das war der spannendste Aspekt meiner Arbeit“, sagt Stefan Thiele, der sich in seiner Doktorarbeit dem Doberaner Münster des 19. und 20. Jahrhunderts widmet und darin auch eine Bresche für Gotthilf Ludwig Möckel (1838-1915) schlägt. Der Begriff „vermöckelt“, der Baumeister Möckels Arbeiten im Münster abwertete, soll der Vergangenheit angehören. Möckel restaurierte das Münster von 1883 bis 1890.

450 Seiten

450 historische und neuere Abbildungen finden sich in dem 450 Seiten starken Buch von Dr. Stefan Thiele. Es beschäftigt sich mit der Forschung und Denkmalpflege am Doberaner Münster im 19. und 20. Jahrhundert. Das Buch kostet 68 Euro und ist im Münster erhältlich.

Jetzt erschien das Buch zur Thieles Dissertation: eine 450 Seiten umfassende und reich bebilderte Monographie. Sie trägt den Titel „Die Zisterzienserklosterkirche zu Doberan. Forschung und Denkmalpflege am Doberaner Münster im 19. und 20. Jahrhundert“, ist im Thomas Helms Verlag erschienen und wurde jetzt im Küsterhaus vor 70 Interessierten vorgestellt. „Für Wissenschaftler ein wertvolles Buch, denn vieles darin wird erstmals der Öffentlichkeit zugänglich“, sagt Kustos Martin Heider. „Ein prägender Abschnitt in der Geschichte der Doberaner Klosterkirche wird nun nicht nur Wissenschaftlern, sondern einem größeren Publikum zugänglich gemacht.“

Thomas Helms begleitete das Buch fotografisch und konnte auf seinen Foto-Fundus aus den 1970er und 80er Jahren zurückgreifen, als er die Restaurierungsarbeiten begleitete. „Das Ziel, möglichst jeder historischen Abbildung eine neue gegenüberzusetzen, finde ich sehr gelungen“, sagt Heider.

Dem Thema des 19. Jahrhunderts im Münster widmete sich Thiele als Erster ausführlich. „Seit der Kindheit ist mir das Münster ein Begriff“, so der Chemnitzer. „Im Sommer 2002 absolvierte ich hier eine Führungsrüstzeit und war sofort von der Atmosphäre im Münster fasziniert. Mir fiel auf, dass erfahrene Münsterführer oftmals sehr negativ über Möckel sprachen. Ich wollte das ändern. Ihm ist Unrecht getan worden“, sagt Thiele. „Teilweise herrschte richtige Anti-Möckel-Stimmung.“

Stefan Thiele studierte in Leipzig Kunstgeschichte mit klassischer Archäologie als Hauptfach und evangelischer Theologie im Nebenfach. Der 34-Jährige arbeitet jetzt als Kunsthistoriker mit Schwerpunkt auf Bildende Kunst im Mittelalter. Seine Dissertation begann 2008 und endete 2011. Zahlreichen Stunden verbrachte er in Schweriner Archiven und entdeckte Dokumente, die ein neues Licht auf das Münster und Möckel warfen. Als Möckel den Auftrag erhielt, befand sich der Sakralbau in einem sehr desolaten Zustand. Gravierende Bauschäden, Abriss-Sünden vergangener Zeit, wie im 17. und 18. Jahrhundert die großen Kerngebäude am Münster, hinterließen Narben an der Fassade. „Möckel war nicht beliebt, weil viele ihm den Auftrag als Sachsen nicht gönnten. Ich fand Unterlagen, die das auch bewiesen. So wurde unter anderem absichtlich Material entwendet“, sagt Stefan Thiele.

„Ich hatte viel Freude an der Arbeit und viele Aha-Erlebnisse. So entdeckte ich, dass es einen zweiten Dachreiter, einen zusätzlichen am südlichen Querhaus gab. Das war nur in einer kleinen Notiz aus dem Jahr 1750 zu erkennen“, so Thiele. „Und ich habe, weil die Themen so interessant waren, Ausführungen zum Rest des Kreuzgangs, zum Beinhaus St. Michael und zur Kapelle Althof eingefügt.“

Von Sabine Hügelland

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