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„Als käme ich nach Hause“: Pastorin ist zehn Jahre im Amt

Rethwisch „Als käme ich nach Hause“: Pastorin ist zehn Jahre im Amt

Ulrike Dietrich hat sich von Anfang an in Rethwisch wohlgefühlt / Die Pastorin wünscht sich ein besseres Miteinander und eine kleine Kapelle für Nienhagen

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Pastorin Ulrike Barbara Dietrich ist seit zehn Jahren in Rethwisch. Ihr sind die Gemeinde und ihre Familie ans Herz gewachsen.

Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Rethwisch. Vor zehn Jahren kam Ulrike Barbara Dietrich in ihre neue Gemeinde. Für die Pastorin vergingen diese Jahre fast wie im Fluge. „Insgesamt bin ich ja bereits seit 20 Jahren im Amt“, sagt sie. „Vorher war ich in Wulkenzin bei Neubrandenburg tätig und für sieben Dörfer mit vier Kirchen und zwei Kapellen zuständig.“ In Rethwisch kann sie sich auf eine Kirche konzentrieren. Das macht die Tätigkeit für die vierfache Mutter etwas einfacher.

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Ulrike Dietrich hat sich von Anfang an in Rethwisch wohlgefühlt / Die Pastorin wünscht sich ein besseres Miteinander und eine kleine Kapelle für Nienhagen

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Die Kirche ist in den Sommermonaten voller geworden. Viele Urlauber besuchen unsere Gottesdienste und Konzerte.“Ulrike Barbara Dietrich, Pastorin

Um die 540 Gottesdienste, 43 Konfirmierte, 15 Trauungen, 99 Beerdigungen und etwa 1500 Geburtstagsbesuche in zehn Jahren liegen hinter ihr. Auch viele Stunden Zuhörens und Trost-Gebens.

„Wichtig war es mir, eine Kontinuität in die Gottesdienste zu bringen. Hier habe ich die Möglichkeit, was vorher durch die Größe der Gemeinde nicht ging.“

Es ist ihr ebenfalls wichtig, Menschen unterschiedlichster sozialer Stellung und Alters im Gottesdienst zusammenzubringen. Niemanden auszugrenzen. Die Pastorin hat eine dreiviertel Stelle inne und füllt sie mehr als 100 Prozent aus. Sie wirkt glücklich, ist angekommen: „Als ich das erste Mal hier war, da war ein ungewöhnlich bekanntes Gefühl. So, als käme ich nach Hause.“ Vielleicht auch, weil sie ihre Kindheit in einem Landpfarrhaus in Levin-Zarnekow bei Demmin verbrachte. Dort, wo ihr Vater das Pastorenamt inne hatte.

Ulrike Dietrich studierte in Rostock Theologie, dem sich zwei Jahre Vikariat in der Rostocker Heiligen-Geist Gemeinde anschlossen. Ein Treffen – nach zehn Jahren ist es so üblich – mit dem Propst steht nächste Woche an: „Das ist wie eine Einschätzung meiner Arbeit. Wie sind die Entwicklungen. Eine Art Orientierungsgespräch“, sagt die 47-Jährige, die neben dem Konfirmandenunterricht die Kitakinder einmal monatlich in der Kirche empfängt und wöchentlich die Kinderkirchenkinder im Pfarrhaus. „Sie lieben den ursprünglichen Pfarrgarten und rennen meist gleich dorthin. Es ist ein Ort an dem der Geist der Freiheit spürbar ist“, sagt sie. Dort, auf dem gut 300 Jahre alten Gelände des Pfarrhofs, befindet sich das Backhaus von 1844, dem sie von Anfang an wieder Zukunft geben wollte und das Dank der Hilfe des Rotary Clubs Heiligendamm und vieler anderer fleißiger Mitstreiter langsam wieder aufgebaut wird. Eines Tages soll es als Wander- und Pilgerherberge und Begegnungsstätte dienen. Der anwachsende Tourismus wäre auch bei ihr spürbar: „Die Kirche ist in den Sommermonaten voller geworden. Viele Urlauber besuchen unsere Gottesdienste und Konzerte.“

Die Kirche als ihr wichtigster Arbeitsort liegt der Pastorin besonders am Herzen. „Die Turmsanierung, die nun in Angriff genommen wird, das freut mich ganz besonders. Da hat vor allem auch der Förderverein sehr viel Anteil daran.“ Eine Teeküche und ein Sanitärtrakt werden mit eingebaut. Viele der 550 Kirchgemeinde-Mitglieder spendeten für die weitere Sanierung der Kirche Geld, die in ihrer Amtszeit 2007 mit der Drainageverlegung rund um das Gotteshaus fortgeführt wurde und fast jedes Jahr zumeist innen weiter verlief. „Ich habe viele gute Leute an meiner Seite und stehe nicht allein da. Das ist ein schönes Gefühl.“

Auch ihr Mann, der auf dem Pfarrhof eine Mosterei aufbaute, ist ihr eine starke Stütze. „Neuwahlen des Kirchgemeinderates stehen an. Deshalb würde ich mir noch ein paar mehr Mitstreiter wünschen, die mit uns etwas gestalten wollen“, sagt sie. Wenn sie in die Zukunft schaut, dann bleiben noch Träume offen: „Ein besseres Miteinander. Die gesellschaftliche Schere klafft leider immer mehr auseinander“, sagt sie.

„Und für Nienhagen wäre es schön, wenn wieder eine kleine Kapelle, wie es sie bis Ende der 80er-Jahre gab, entstünde.“ Vielleicht im kleinen Park, der neu gestaltet werden soll. „Für mich waren es zehn Jahre, in denen die Kirchgemeinde mir und meiner Familie ans Herz gewachsen ist“, sagt Ulrike Dietrich und schaut in den Pfarrgarten, wo Schafe blöken, Kinder toben und ein altes Haus auf neue Gäste wartet.

Sabine Hügelland

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