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Alte Schule: Liebe auf den ersten Blick

Alt Bukow Alte Schule: Liebe auf den ersten Blick

Frauke und Ulrich Timm sanieren den Alt Bukower Bau aus dem 19. Jahrhundert

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Alt Bukow. Kleine Rast für die Radler Heinz-Georg (72) und Helga Eckleben (70) aus Pasewalk am Reitplatz von Alt Bukow. „Das Dorf und seine schöne Umgebung gefallen uns sehr. An diesem Ort lässt es sich bestimmt gut Urlaub machen“, meinen sie. Dieser Meinung sind auch Daniela (38) und Rüdiger Zapp (39) aus dem brandenburgischen Kremmen , die sich für das erste Oktoberwochenende gemeinsam mit Freunden Ferienwohnungen in der ehemaligen Dorfschule gemietet haben. Reisen, Neues entdecken, das ist ihr Ding. Erst vor wenigen Wochen kehrten die Zapps und ihr zweijähriges Söhnchen Henry von einer Grönlandreise zurück. „Es war fantastisch“, schwärmt der Berufsfotograf von der Begegnung mit der eisigen Insel. „Jetzt haben uns eine angenehme Unterkunft, ländliche Ruhe und eine schöne Landschaft hierher gelockt“, meinen sie und nehmen gleich darauf die beiden Ferienwohnungen von Familie Timm in Besitz.

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Frauke und Ulrich Timm sanieren den Alt Bukower Bau aus dem 19. Jahrhundert

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Die Serie

Jede Woche stellt die OSTSEE-ZEITUNG Bad Doberan in der Serie ein Dorf aus der Region vor. Wir erzählen Geschichten über Menschen, die dort leben, über Veränderungen, über die Sorgen der Einwohner, was sich entwickeln soll oder wie es zur Gründung kam. Heute: Alt Bukow

„Urlaub mit Kindern ist bei uns besonders schön. Die Lütten haben hier viel Platz zum Spielen und haben auch die Möglichkeit im Dorf, mit Pferd, Kuh oder Schaf Bekanntschaft zu machen“, versichern die Gastgeber Frauke (50) und Ulrich Timm (55). Beide treten seit 2014 mit ihren beiden Ferienwohnungen in der früheren Dorfschule den Beweis dafür an, dass Urlaub im Küstenhinterland Erholung und Entspannung bedeutet. Aber auch im ehemaligen denkmalgeschützten Pfarrhaus gibt es inzwischen Urlaubsunterkünfte und sogar mit einem Hotel kann der Ort aufwarten.

Als sich die Timms zu Beginn des Jahrzehnts auf die Suche nach einem Wohnhaus machten, wurden sie in der Alt Bukower Hauptstraße fündig. Etwas abseits der Straße gelegen, versteckt unter alten Bäumen, war es die alte Schule, die ihnen gleich zusagte. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, lässt Tischlermeister Ulrich Timm wissen.

Eine Zuneigung, die auch dann nicht geringer wurde, als klar wurde, was es hieß, den Bau aus dem 19. Jahrhundert von Kopf bis Fuß zu sanieren. „Wir haben 2011 und 2012 vieles in Eigenleistung gemacht. Dabei erlebten wir schon so manche Überraschung. Eines war uns aber von Anbeginn bewusst: Das Haus sollte seinen ursprünglichen Charakter behalten!“, betont Timm. Dass das gelungen ist, bescheinigen dem Ehepaar besonders jene Leute, die hier einst die Schulbank drückten. „Viele würden gern mal wieder sehen, wo sie gelernt haben. Und wenn es gerade passt, dürfen sie schauen, wie es heute im Haus aussieht“, sagt der Hausherr. Doch auch andere, die keine so enge Beziehung zu dem Haus und seiner Vergangenheit haben, sind von ihm angetan. Große, lichtdurchflutete Räume schaffen eine freundliche und behagliche Atmosphäre. Das gilt sowohl für die Wohnung der Timms als auch für die beiden Ferienwohnungen – alles unter einem großen Krüppelwalmdach.

Und auch der große Garten mit Terrassen und einer Spielwiese hinter dem Haus finden Gefallen. „Wir hatten sogar schon Gäste aus der Schweiz, Schweden und China. Die meisten natürlich aus Deutschland.

Immer wieder wird uns bescheinigt, wie toll es hier ist“, sagt Frauke Timm erfreut. Für die Herbstferien hat sich Besuch angesagt. Danach werde es wieder ruhiger, ehe es zu Weihnachten und Silvester in der alten Schule noch einmal lebendig werde.

Klönen, Singen und Handarbeit im Seniorenclub

Dienstags ab 14 Uhr gehört der Jugendclub an der Hauptstraße den Senioren. Diesmal treffen sich hier 15 ältere Damen. Die Frauen an der langen, liebevoll gestalteten Kaffeetafel, sind sofort dazu übergegangen, die Neuigkeiten aus der Gemeinde, Deutschland und der Welt auszutauschen. Viel gibt es zu besprechen, denn das letzte Mal trafen sie sich hier vor 14 Tagen. „Diesmal wird wohl viel über die Wahl diskutiert“, vermutet Jorun Falk (65), die sich im Auftrag des Amtes Neubukow-Salzhaff um die Veteranen sorgt.

Schon seit 14 Jahren zieht dieser Club die älteren Herrschaften fast magisch an. Jorun Falk (65) erklärt bei einem Stück Kuchen, den Brigitte Peters (61) gebacken hat, weshalb das so ist: „Hier kann man Freunde und Bekannte bei Kaffee und Kuchen treffen, Geburtstag feiern, Vorträgen lauschen, Handarbeit machen und gerne auch einmal singen.“ Falk hat nach der Wende den Jugendclub mit ins Leben gerufen, ihn mit viel Freude geleitet. Ebenso großes Vergnügen macht ihr nun die Arbeit mit den Senioren. Für sie sei das eine Aufgabe, in der sie aufgehe, weil sie spüre, dass sie Menschen eine Freude mache: „Etwas Schöneres gibt es doch gar nicht.“

Die Veteranen wollen aber nicht nur die Nehmenden sein. Deshalb, weiß auch Bürgermeister Manfred Wodars (62), was er an ihnen hat: „Wenn die Gemeinde ruft, sind auch unsere älteren Mitbürger immer da.“ Beispiele dafür hat er sofort parat: „Ich denke da an das alljährliche Reitturnier Ende Juni, das Dorffest oder das Erntedankfest. Ohne die Hilfe der Senioren wären solche Veranstaltungen undenkbar. Sei es, dass Brote geschmiert werden, gebacken oder geschmückt wird.“ Und da es für dieses Engagement auch etwas Geld gibt, wird davon hin und wieder einer der beliebten Ausflüge mitfinanziert. Reisen steht auf der Beliebtheitsskala der alten Herrschaften sowieso ganz oben. Erst vor wenigen Tagen folgten viele von ihnen einer Einladung der Gemeinde und reisten nach Ludwigslust und Grabow. Auch angesichts solcher Angebote spricht Heidi Beetz wohl den meisten an der Seniorenkaffeetafel aus dem Herzen: „Wir sind glücklich und zufrieden“, sagt die 74-Jährige.

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Name hat slawischen Ursprung

Schriftliche Zeugnisse zu Alt Bukow reichen bis in das Jahr 1171 zurück. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde der Ort 1192, nachdem deutsche Siedler ins slawische Land vordrangen und es in Besitz nahmen. Der slawische Name Bukowe leitet sich von den weiten, dichten Buchenwäldern ab, die damals den Ort umgaben. Bukowe wurde vor dem 14. Jahrhundert an die Ritter von Plessen, von Preen und von Strahlendorf verpfändet.

Die Bukower Kirche gehört mutmaßlich zu den ersten Kirchengründungen Mecklenburgs. Angesichts dieser Bedeutung war das Dorf auch ein Ort, an dem der Landesfürst Beratungen abhielt und Beschlüsse fasste. In den Jahren 1303 bis 1318 wurde Bukowe zunächst an das Heilige-Geist-Stift in Lübeck verpachtet und dann an dieses verkauft. Im 18. Jahrhundert wurden die Lübecker Hoheitsrechte über die sogenannten Hospitaldörfer bestritten. In der Folge wurde Alt Bukow 1803 Teil des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin.

Architektonischer Mittelpunkt des Dorfes ist die frühgotische, einschiffige Kirche, deren älteste Teile aus dem 13. Jahrhundert stammen. Die Kirchgemeinde spielt heute wieder eine größere Rolle im Leben des Dorfes. Neben Konzerten und feierlichen Veranstaltungen werden dort beim Kirchenkino auch Filme gezeigt. Bukow ist Teil des Pilgerweges Via Baltica. Wer sich auf diesen Weg gemacht hat, findet im Gemeindehaus an der Hauptstraße freundliche Aufnahme und einen Schlafplatz.

Die Historie der Dörfer Alt Bukow, Questin, Bantow, Teschow und Neu Teschow steht im Mittelpunkt des Buches „Alt Bukow und seine Nachbardörfer“. Der Bantower Autor Gernot Knut brachte es 2004 heraus.

Hilfestellung beim Schreiben des Buches erhielt er vom Heimatverein und vom damaligen Bürgermeister Peter Woest (Foto). Die Familie des heute 74 Jahre alte Woest ist die am längsten in Alt Bukow ansässige. Ahnen sind schon bis Ende des 30-jährigen Krieges nachgewiesen. wg

Neues Wappen für die Gemeinde

Beim kürzlichen Dorffest präsentierte sich auch der Künstler Rene Fischer aus Kleinmachnow. Bürgermeister Manfred Wodars , dem dessen Glasmalereien gefielen, machte ihm den Vorschlag, das seit 2000 gültige Gemeindewappen auf solch zerbrechlichem Material zu verewigen (Foto). Fischer nahm das Angebot an und Wodars erwarb das Wappen auf eigene Kosten für die Gemeinde. Nun soll das gute Stück einen besonderen Platz erhalten. Der Bürgermeister möchte es in der modernen Mehrzweckhalle anbringen lassen. Das Wappen wurde nach einer Idee des Alt Bukowers Mathias Selk von einem Schweriner Heraldiker gestaltet. Es zeigt unter anderem eine goldene Buche mit vier Wurzeln und vier beblätterten Ästen, die die Ortsteile symbolisieren. FOTOS: WERNER GESKE

Neues Auto für die Feuerwehr

Die 24 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr um ihren Leiter Michael Klimt (39) zeichnen eine hohe Einsatzbereitschaft und ein großes Engagement für die Gemeinde aus. Das betont Bürgermeister Manfred Wodars. Bemerkenswert ist das relativ niedrige Durchschnittsalter der Feuerwehrleute. Es liegt bei 35 Jahren. Neben einem Einsatzwagen verfügt die Feuerwehr nun auch über einen kleinen Mannschaftswagen. Neben ihren Einsätzen sind die Feuerwehrleute auch dabei, wenn es gilt, die Gemeinde schöner und sicherer zu machen. So halfen sie, einen Zugang zum Alt Bukower Friedhof behindertengerecht zu gestalten.wg

Wg Werner Geske

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