Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Azubi-Contest: Riechen, Sehen, Kneten

Heiligendamm Azubi-Contest: Riechen, Sehen, Kneten

Die besten Lehrlinge aus acht Luxushotels treten in Heiligendamm im Wettbewerb gegeneinander an

Heiligendamm. Lippenstift am Glas im Hotelzimmer entdecken, eine Frucht erschmecken oder eine Burg aus Knete bauen – acht Auszubildende haben gestern im Grand Hotel Heiligendamm ihre Kreativität, ihr Wissen und ihre Geschmacksnerven unter Beweis gestellt. Zum ersten Mal fand im Seeheilbad das Finale des „Azubi-Contests“ der Selektion Deutscher Luxushotels statt.

Zu den neun Mitgliedshäusern zählen neben dem Grand Hotel Heiligendamm unter anderem auch das Ritz-Carlton in Berlin, das Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg oder das Mandarin Oriental in München.

In Letzterem absolviert Raphaela Oettl ihre Ausbildung. Die 19-Jährige ist im ersten Lehrjahr zur Hotelfachfrau und hat beim Contest gerade die Prüfung „Zimmercheck“ hinter sich. „Wir haben im Zimmer Fehler eingebaut, die die Azubis finden müssen“, sagt Sarah Schreiner, erste Hausdame im Grand Hotel. So müssen die Lehrlinge entdecken, dass noch Lippenstift am Glas haftet, die Fingerabdrücke an der Schranktür noch nicht entfernt wurden oder noch Müll im Papierkorb ist. „Das Handtuch im Badezimmer hing falsch herum. Das Logo war nicht zu sehen, und es waren keine Hausschuhe im Zimmer“, zählt Raphaela Oettl einige Fehler auf, die sie bemerkt hat. Die 19-Jährige wollte etwas lernen, wo sie nicht am Schreibtisch sitzt. „Ich wollte in Richtung Tourismus und Hotellerie. In der Ausbildung kann ich viele Bereiche ausprobieren und mich orientieren“, sagt sie. Eine halbe Stunde haben die Auszubildenden für den Zimmercheck Zeit, sagt Sarah Schreiner. Das sei sehr viel. Neben dieser Prüfung messen sich die Nachwuchskräfte noch in sechs weiteren, darunter ein Gläserpuzzel, bei dem sie Getränke Gläsern zuordnen müssen, und die Aufgabe „Riechen, Schmecken, Tasten“. Für die meisten die schwerste Prüfung – oft unerwartet. „Man denkt, man kennt die Sachen“, sagt Raphaela Oettl. Doch wenn man die Speisen nicht sehe, sei das etwas anderes.

Das erlebt auch Jana Rippke während der Prüfung. Die 20-Jährige hat eine Brille auf, durch die sie nichts sehen kann. Grand-Hotel-Küchenchef Steffen Duckhorn reicht ihr den Löffel mit den zu erschmeckenden Speisen. Jana Rippke kostet. „Mango“ sagt die Auszubildende des Grand Hotels etwas vorsichtig. „Mango mit Ausrufezeichen?“, fragt Steffen Duckhorn. „Ja – Mango“, sagt Jana Rippke fest.

Nächster Löffel. „Eingelegte Zwiebel“, vermutet sie. Was sie wirklich gegessen hat, erfährt sie erst am Ende des Tages. „Riechen war das Schwerste, weil man sich beim Essen sonst nicht auf den Geruch konzentriert“, sagt die gebürtige Hannoveranerin, die sich im zweiten Lehrjahr zu Hotelfachfrau befindet. Trainiert habe sie für diese spezielle Prüfung nicht. Dafür gebe es einfach zu viele Lebensmittel. Für ihren Job sei es aber gut zu wissen, wie etwas schmecke, vor allem, wenn der Gast danach frage. An ihrer Ausbildung gefalle ihr der Umgang mit Menschen, dass vielseitig ausgebildet werde und man überall reinschnuppern könne. Und der Unterschied zu Nicht-Luxushotels? In der gehobenen Hotellerie laufe es hinter den Kulissen anders ab: „Hier geht man näher auf den Gast ein.“

Der „Azubi-Contest“ findet zum 14. Mal statt. Bei einem Vorentscheid im Frühjahr, an dem rund 200 Auszubildende der Hotels teilnehmen konnten, wurden die Finalisten ermittelt. Der Contest ist Bestandteil des Nachwuchsprogramms der Selektion Deutscher Luxushotels „Selektion fördert“, erläutert Pressesprecherin Cristina Bastian. Die ersten drei Plätze erhalten einen Gutschein im Wert von 500 bis 3000 Euro für Weiterbildungslehrgänge im IST-Studieninstitut in Düsseldorf.

„Es ist aufregend, aber macht viel Spaß“, sagt Jana Rippke. Es sei schön, die anderen Auszubildenden kennenzulernen. Das findet auch Raphaela Oettl. „Und dass man den Service im Hotel erlebt, den ich sonst gebe“, sagt sie.

Die Kreativaufgabe müssen die Lehrlinge alle gemeinsam lösen. Bei früheren Prüfungen mussten Torten hergestellt oder Cocktails kreiert werden, erzählt Cristina Bastian. „Heute müssen sie Sandburgen aus Knete bauen.“ Sind alle Prüfungen geschafft, stehe am Ende noch das Spektakel an. In einem improvisierten Theaterstück sollen die Auszubildenden darstellen, wie attraktiv und kreativ die Arbeit in einem Hotelbetrieb ist. Na dann: Vorhang auf.

Anja Levien

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel

Der Entertainer kommt mit seinem aktuellen Programm „Diagnose Dicke Hose“ am 6. November nach Rostock / Dem OZelot sagt er, warum seiner Ansicht nach jeder mal den Proll in sich rauskehren sollte

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Bad Doberan
Verlagshaus Bad Doberan

Service-Center:
Am Markt 2
18209 Bad Doberan

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 17.00 Uhr

Redaktion:
Alexandrinenplatz 1 a
18209 Bad Doberan

Leiterin Lokalredaktion: Anja Levien
Telefon: 0 38 203 / 55 300
E-Mail: bad-doberan@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.