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Bahnübergang zu eng für Rollifahrer und Kinderwagen

Reddelich Bahnübergang zu eng für Rollifahrer und Kinderwagen

Seit Jahren bemängeln Urlauber und Einwohner die Umlaufsperre an der Glashäger Straße / Deutsche Bahn weist Kritik zurück / Kosten müsste Gemeinde übernehmen

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Umständlich muss Bürgermeister Ulf Lübs sein Handbike durch die Umlaufsperre bewegen. Andere kommen gar nicht erst durch.

Quelle: Katarina Sass

Reddelich. Kritik an der Deutschen Bahn: Urlauber und Einheimische ärgern sich über einen zu engen Bahnübergang über die Schienen, der in ihren Augen nicht behindertengerecht sein soll. Doch die Bahn beharrt auf ihren Vorschriften.

Das Problem ist schon viele Jahre alt und doch ärgert sich Ulf Lübs, Bürgermeister von Reddelich, noch heute darüber: Beim Überqueren der Schienen hinter Motorrad Timm muss er mit seinem Handbike – eine Art Fahrrad für Rollstuhlfahrer – erst mühselig rangieren, immer wieder vor- und zurückfahren. So gehe es auch Tagesmüttern mit großen Bollerwagen, Radfahrern mit Anhänger und anderen Gefährten, die größer und breiter als ein normaler Rollstuhl sind, sagt Ulf Lübs. „Was die Bahn hier als behindertengerecht bezeichnet, ist nicht behindertengerecht.“

Vor rund neun Jahren hat die Deutsche Bahn die Glashäger Straße und damit den Übergang über die Schienen neu gebaut. Bis dato teilten sich Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer die Piste. Erst nach der Sanierung begann das Unternehmen die Umlaufsperre zu bauen. Sie besteht aus drei ineinander verschränkten Bügeln, jeweils auf beiden Seiten. Bereits vor einiger Zeit habe es ein Vor-Ort-Treffen mit Vertretern der Bahn, eines Planungsbüros sowie des zuständigen Bauamtes gegeben. Lübs habe ihnen mit seinem Bike demonstriert, wie schwierig das Durchkommen sei. „Aber sie beharrten darauf, dass der Übergang den Vorschriften entspreche“, erinnert er sich. Er fühlt sich im Stich gelassen. Denn seine Gemeinde wünsche sich lediglich, dass ein Element entfernt oder alle Elemente um zehn Zentimeter versetzt werden. „Wir brauchen keinen Tunnel oder eine Brücke“, sagt Lübs in Bezug auf den Kostenaufwand. „Ich habe auch angeboten, dass der Bauhof die Elemente zusammenschraubt, wenn die Bahn uns die Bauteile zur Verfügung stellt.“Doch das kam nicht in Frage.

Auch auf Nachfrage der OZ bestätigt Bahnsprecher Burkhard Ahlert, „dass aus Sicht der DB Netz AG ein Umbau der Umlaufsperre nicht erforderlich“ ist. Sie habe, so wie sie errichtet wurde, Bestandsschutz. Erfolge eine Änderung am Bahnübergang, werde die Gemeinde finanziell beteiligt, so Ahlert weiter. Eine Änderung der Abmaße der Umlaufsperre müsste sie aber allein bezahlen. Zur Erhöhung der Sicherheit würde die Beseitigung der Umlaufsperre durch Neubau einer Fußgängerüberführung zählen. Sofern die Gemeinde die Kosten trage, könne sie Änderungen bei der DB Netz AG beantragen. Doch genau das kann die Gemeinde nicht: Ein Planungsbüro hat ermittelt, dass eine Umrüstung der Umlaufsperre 8000 Euro kosten würde. Kosten, die die Gemeinde schon aus haushaltsrechtlicher Sicht nicht übernehmen darf: „Wir verschaffen sonst Dritten Eigentum.“ In Frage käme das Sammeln von Spenden oder der Rechtsweg. Geklagt werden könnte auf Wiederherstellung der Barriererfreiheit, zu der die Bahn verpflichtet ist. Doch diesen Schritt müsse der Bürgermeister erst mit den Gemeindevertretern besprechen. Der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Wilfried Kändler, will sich kümmern.

Kritik kommt vom ADFC in Nordrhein-Westfalen

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-

Club (ADFC) Nordrhein-Westfalen bemängelt in einem Leitfaden die Umlaufsperren, da sie für Radfahrer eher eine Gefahr darstellen. Umlaufgitter sollen Radfahrer zwingen abzusteigen, bevor sie die Schienen überqueren und gleichzeitig die Verkehrssicherheit erhöhen. Der ADFC kritisiert, dass Umlaufsperren nicht nur für Kinder und in der Dunkelheit eine Gefahrenquelle seien, sondern für Rollstuhlfahrer, Tandems, Fahrradanhänger und Sonderfahrzeuge meist unpassierbar sind. Es empfiehlt deutlich einfachere Methoden mit dem gleichen Effekt.

Katarina Sass

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