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Bald hoch hinaus in Lütten Klein?

Rostock Bald hoch hinaus in Lütten Klein?

WG Union will einen 66 Meter hohen Wohnturm bauen / Debatte hat erst begonnen

Rostock. Wenige Wochen ist es her, da überrascht die Wohnungsgenossenschaft Union nicht „nur“ einen gesamten Stadtteil, sondern auch Rostocks Stadtplaner: Mitten in Lütten Klein plant das Unternehmen eines der höchsten Wohngebäude des gesamten Landes. Einen 66-Meter-Wohnturm auf dem Gelände der ehemaligen Allende-Klinik. Bis zur Entscheidung, ob das Hochhaus gebaut werden darf oder nicht, werden noch Monate vergehen. Denn die Debatten um das Projekt haben gerade erst begonnen. In Lütten Klein, aber auch in den Amtsstuben und der Politik.

Der Ortsbeirat des Stadtteils hat sich bisher nicht klar für oder gegen das Projekt positioniert. „Wir sind im Gremium geteilter Meinung“, sagt Ortsbeiratschefin Gabriele Bolz (CDU). „Manche finden, ein Hochhaus passe sehr gut nach Lütten Klein und auf das alte Klinik-Gelände. Anderen aber passt der Wohnturm gar nicht.“ Bolz selbst gehört zu den Skeptikern: „Unsere Vision für die Ruinen war eigentlich eine andere. Wir hätten uns eine Seniorenresidenz oder Betreutes Wohnen dort gewünscht. Denn das fehlt in Lütten Klein.“ Da aber auch Wohnraum knapp sei, könne sie mit einem Haus und 140 neuen Wohnungen leben. „Wir sind da offen und hören uns alles an.“ Entscheidendes Kriterium aus Sicht der Stadtteil-Vertretung: Wie hoch werden die Mieten im Hochhaus sein? Luxus-Wohnungen mit Blick über ganz Rostock brauche Lütten Klein nicht, sagt Bolz. „Die Mieten müssen für jeden erschwinglich sein. Zehn Euro pro Quadratmeter sind die Obergrenze.“ Erst am 3. November soll die WG Union ihre Pläne im Ortsbeirat detailliert vorstellen.

Auf diesen Termin freut sich Volker Fritz schon jetzt. Er ist Vorstand der Genossenschaft und will endlich über das 40-Millionen- Euro-Vorhaben diskutieren. „Von unseren Mitgliedern und auch aus unseren Aufsichtsgremien haben wir bisher viel Lob für die Idee erhalten. Nun wollen wir wissen, wie unser Projekt den Menschen in Lütten Klein gefällt.“

Die WG habe sich für ein Hochhaus aus gleich mehreren Gründen entschieden: „Erstens können wir für vergleichsweise niedrige Baukosten viel Wohnraum schaffen und zweitens müssen wir nicht das gesamte Areal zubauen“, sagt Fritz. Rund um den Wohnturm sehen seine Pläne viel Grün vor – weitläufige Parkanlagen zum Verweilen, umringt von alten Bäumen. „Dieser Park soll dem ganzen Stadtteil offen stehen und nicht nur unseren Mietern.“ Ursprünglich hatte die WG Union eine andere Bebauung auf dem Areal geplant, war mit diesen Vorschlägen aber gescheitert. „Wir wollen jetzt ins Gespräch kommen mit den Anwohnern, den Gremien und den Ämtern.“

Ein Kritikpunkt, den Fritz schon jetzt aus dem Weg räumen will: Zur Gestaltung der Fassade hatte es mehrfach kritische Töne gegeben. „Über solche Punkte können wir natürlich reden. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“

Und in diesem Jahr wird sich in Sachen Hochhaus eh kaum noch etwas tun: Für das Vorhaben muss der Bebauungsplan geändert werden. Einen Entwurf hat die Genossenschaft zwar vorgelegt und auch auf eigene Rechnung bezahlt. „Dennoch muss der Vorschlag das ganz normale Planungsverfahren durchlaufen“, sagt Stadtsprecherin Kerstin Kanaa.

Dafür sei das Amt für Stadtentwicklung zuständig. Doch bevor die Behörde, die direkt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) untersteht, loslegen kann, soll im Dezember erst eine große Einwohnerversammlung in Lütten Klein stattfinden.

Einen Fürsprecher hat das Vorhaben im Rathaus aber schon jetzt: „Ich unterstützt das Projekt weiterhin sehr gerne“, sagt Rostocks Bausenator Holger Matthäus (Grüne), der in Hochhäusern einen Weg sieht, Rostocks Wohnungsnot zu lindern, ohne jede freie Fläche betonieren zu müssen.

Andreas Meyer

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