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Bauarbeiten an der Lessing-Schule?

Bad Doberan/ Sanitz Bauarbeiten an der Lessing-Schule?

Inklusion: Schreiben des Staatlichen Schulamtes sorgt für Verwirrung

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Das Gebäude der Lessing-Grundschule in Bad Doberan wurde erst 2014 eingeweiht. Auch diese Einrichtung soll Schule mit „spezifischer Kompetenz“ werden.

Quelle: Foto: Anja Levien

Bad Doberan/ Sanitz. Drohen der Lessinggrundschule am Kamp erneut Bauarbeiten? Laut einer Liste des Bildungsministeriums gehört die Grundschule in Bad Doberan zu einer von 29 Schulen in Mecklenburg-Vorpommern, die sich zu „Schulen mit spezifischer Kompetenz entwickeln könnten“. Hintergrund dafür ist die Inklusion – also der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Handicap. An den Schulen sollen die Förderschwerpunkte Hören, Sehen und körperliche-motorische Entwicklung entstehen. Laut einem Schreiben vom Staatlichen Schulamt lässt das Ministerium „bauliche Mindeststandards“ erarbeiten, die im Sinne der Inklusion an diesen Schulen umgesetzt werden sollen.

 

OZ-Bild

„Es wäre recht spannend, was man sich da einfallen lässt. Bei den Planungen damals sind Barrierefreiheit und die Anforderungen an Diagnose-

Förder-Klassen berücksichtigt worden.Gerhart Kukla,

Leiter Bürgeramt

Die Lessinggrundschule war erst 2014 modernisiert worden. 5,2 Millionen Euro kostete der Umbau der alten Kamp-Schule zur neuen Lessing-Grundschule. „Es wäre recht spannend, was man sich da einfallen lässt“, sagt Gerhart Kukla, Leiter des Bad Doberaner Bürgeramtes. Bei den Planungen damals waren zwar Barrierefreiheit und die Anforderungen an Diagnose-Förder-Klassen berücksichtigt worden.

Inklusion insgesamt sei jedoch kein Thema gewesen. Bei den Kosten „lässt sich jedenfalls nichts machen“, so Kukla. Der Neubau wurde mit Fördermitteln errichtet. Erneute Investitionen seien schwierig.

Auch der Erweiterungsneubau der Sanitzer Grundschule gehört zu den 29 Standorten. Für diesen ist eigentlich alles in die Wege geleitet. Der Bauantrag ist gestellt, Förderanträge ebenfalls.

Bürgermeister Joachim Hünecke wartet nur noch auf grünes Licht aus den zuständigen Behörden beim Kreis und beim Land. Doch Anfang Januar erreichte ihn das Schreiben aus dem Staatlichen Schulamt. Das könnte im Falle der Sanitzer Grundschule zum Problem werden, nämlich dann, wenn Anforderungen auftreten, die bei den bisherigen Planungen nicht berücksichtigt worden sind. „Das ist ein bisschen gefährlich. Es wäre fatal zu bauen, ohne das zu berücksichtigen“, so Joachim Hünecke.

Was diese Mindeststandards konkret bedeuten, ist offen. Es handele sich um „inklusionsorientierte Empfehlungen ergänzend zur Landesbauordnung“, teilt das Bildungsministerium auf Anfrage mit. Laut Strategie der Landesregierung zur Umsetzung der Inklusion im Bildungssystem geht es dabei vor allem um Barrierefreiheit. Gemeint sind damit unter anderem Orientierungshilfen im Eingangsbereich, Foyer und Treppenhaus und in den Fluren, Fahrstühle, Rampen oder Lifte zum Erreichen aller Etagen oder auch geeignete Sanitäranlagen.

Fehlt etwas davon, könnten durch notwendige Umbauten neue Kosten auf die Gemeinden zukommen. Das Bildungsministerium stellt in der Mitteilung zwar unter anderem Schulbaumittel aus EU-Fördertöpfen in Aussicht. In welcher Höhe und ob die Gemeinden einen Anteil selbst zahlen sollen, ist offen. „Das Land wird sich nach Maßgabe des Haushaltes an den inklusionsbedingten Mehrausgaben beteiligen.“

Laut Bildungsministerium haben die kommunalen Landesverbände darum gebeten, die Vorschlagsliste zu erarbeiten. Anfang Februar hat es eine erste Beratung zwischen Ministerium und kommunalen Landesverbänden gegeben. Verzögerungen bereits geplanter Vorhaben erwarte das Ministerium nicht, da „die Notwendigkeit barrierefreien Bauens bereits jetzt in der Landesbauordnung gesetzlich verankert ist“.

Robert Niemeyer

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