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Besucher sind Kirchen „ganz nah“

Althof/Retschow/Bad Doberan Besucher sind Kirchen „ganz nah“

Mehr als 1000 Gäste besichtigten das Münster, die Kapelle Althof und die Kirche in Retschow

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Waltraut und Gerhard Klippstein (v.l.) sowie Gisela Knispel besuchen gerne Kirchen, hier die Kapelle in Althof.

Quelle: Fotos: Katarina Sass

Althof/Retschow/Bad Doberan. „Münster ganz nah“ lautete das Thema am gestrigen Sonntag, zu dem das Doberaner Wahrzeichen sowie die Kapelle in Althof und die Kirche in Retschow geladen hatten. Hunderte nutzten die Gelegenheit Einblicke in die Geschichte der Gotteshäuser zu nehmen.

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Mehr als 1000 Gäste besichtigten das Münster, die Kapelle Althof und die Kirche in Retschow

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Die Kapelle von Althof gehört zu den wenigen Dorfkirchen, die in der glücklichen Lage sind, rundum restauriert zu sein. „Wir haben eigentlich keine großen Wünsche mehr“, sagt der ehrenamtliche Küster, Sven Jantzen. Von den letzten Spenden seien Auflagen für die Holzbänke gekauft worden. Nun ist ein neues Türschloss das Ziel. Langfristig müsse auch die Fußbodenheizung in den vorderen Reihe gemacht werden. Die Kapelle ist der Gründungsort des Doberaner Münsters, deshalb sei ihr Status ein ganz besonderer, so Jantzen. Und deshalb seien die Fördermittel so umfangreich geflossen, obwohl die Kirche nur 150 Personen Platz bietet. Sonntägliche Gottesdienste fänden hier nicht mehr statt, nur noch zu Anlässen wie Ostern, Heiligabend oder Erntedank. Aber Heiratswillige haben das Kleinod längst für sich entdeckt. Fünf bis sechs Trauungen werden in der Kirche pro Jahr abgehalten. „Hier ist alles sehr familiär“, sagt Jantzen.

Die kleine Kirche verfügt über zwei Besonderheiten: Im Boden ist das Grab von Woizlawa, der Gemahlin des Slawenfürsten Pribislav, erhalten geblieben. Die Frau starb 1172. Dass sie Norwegerin war, besagt die „Inschrift von Althof“, die zweite Besonderheit. Die Schrift war auf Backsteinen eingraviert, die im Mauerwerk verarbeitet waren, erklärt der Küster. Doch all das erfahren Besucher nur an besonderen Tagen wie gestern, denn normalerweise ist das Gotteshaus für die Öffentlichkeit geschlossen. „Das geht nicht anders“, erklärt Jantzen.

„Es müssten viel mehr Kirchen ständig geöffnet haben“, wünscht sich aber Gerhard Klippstein aus Rostock. Er und seine Frau schauen sich gerne Kirchen von innen an, stünden aber oft vor verschlossenen Türen. „Ich nehme oft einen Laptop mit, um im Internet mehr über die Geschichte der Kirchen zu erfahren“, sagt er. Nicht überall seien Schautafeln an der Außenmauer angebracht, wo man sich informieren könne. Ehefrau Waltraut Klippstein gefällt die Althofer Kirche: „Der Stil ist sehr schön.“ Sie wollen als nächstes die Kirche in Retschow besichtigen. Dort warten Mitglieder des Fördervereins auf Gäste.

Die Kirche mit dem markanten Holzturm hat mehrere Baumaßnahmen noch vor sich. Dagmar Amm führt Interessierte durch das Haus und erklärt die wechselvolle Geschichte der Kirche. Feuchtigkeit drückte nach oben, die Wände wurden nass. Nun sorgt eine Ringdrainage um das Gebäude herum dafür, dass die Wände trocknen können. „Saniert wurden auch die Nord- und die Südsakristei“, erklärt sie. Das Dach musste auch schon einmal mit Holz- später mit Stahlstreben fixiert werden, da das Kirchendach zu schwer wurde und das Gewölbe auseinander drückte. Doch was dringend notwendig ist, ist die Sanierung des Fußbodens, erklärt Dagmar Amm. Dieser besteht im Moment aus Ziegelsteinen, die sich mittlerweile den Bodenunebenheiten angepasst haben und für Stolperfallen sorgen. Viele Spenden sind notwendig, um Fördermittelgeber zu gewinnen. Das sei schwierig. 10000 Euro stellt der Förderverein jährlich bereit, die den Eigenmittelanteil bilden. Was wann saniert werden muss, darüber entscheidet aber die Kirchengemeinde Retschow-Steffenhagen. Das Münster zog mit rund 1000 Besuchern die meisten Besucher an. Münsterführer zeigten Besuchern in Führungen die Bibliothek, das Beinhaus, die Orgelempore und die Gruft des Herzogs Adolf Friedrich. Auch die Backhausmühle lud ein. Kathrin Behrmann aus Hamburg war zu viert im Urlaub in Heiligendamm und machte einen Abstecher zum Münster. „Es ist ein beeindruckendes Bauwerk, einfach unglaublich. So etwas habe ich noch nie gesehen“, schwärmte sie. Die Schönheit erschlage einen förmlich.

Aus der Geschichte

1171 ist das Zisterzienserkloster in Bad Doberan gegründet worden. Es war von großer Bedeutung für das Christentum im Land und ist europaweit das einzige Ziesterzienserkloster mit der best erhaltensten Originalausstattung.

Die Kapelle in Althof gilt als Wiege des Klosters in Doberan. Sie wurde später u.a. als Grablege genutzt.

Die Kirche in Retschow kamen 1358 in besitz des Klosters Bad Doberan

Katarina Sass

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