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Biker bilden sieben Kilometer lange Kolonne

Bad Doberan Biker bilden sieben Kilometer lange Kolonne

Gut 10 000 Menschen bevölkern die Straßen rund um Doberan / Gottesdienst berührt und hilft der „Suppenküche“

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Eindrucksvoll: Zur großen Ausfahrt machten sich gestern Mittag am Münster Tausende Biker auf den Weg.

Quelle: Fotos: Lennart Plottke

Bad Doberan. Bad Doberan, Sonntag, kurz nach 11: Ein Knattern, Heulen und Hupen durchbricht die vormittägliche Stille. Tausende Biker haben ihre chromblitzenden Maschinen angeworfen, bringen ihre Helme, Brillen und Tücher noch einmal in Position – und machen sich vom Münster in einer riesigen Kolonne auf zur großen Ausfahrt durch die Region. „Boah – ist das laut hier“, sagt Ben und hält sich vorsichtshalber die Ohren zu. Der siebenjährige Güstrower hat es sich im Seitenwagen neben Opa Gerd Scharner bequem gemacht freut sich jetzt auf die knapp zweistündige Reise quer durchs Land.

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Gut 10 000 Menschen bevölkern die Straßen rund um Doberan / Gottesdienst berührt und hilft der „Suppenküche“

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Tausende auf den Straßen

10 000 Menschen waren zum Biker-Gottesdienst auf den Straßen unterwegs.

7 Kilometer lang war die Motorrad-Schlange, die sich zwischen Doberan und Kröpelin gebildet hatte.

550 Menschen verfolgten den Gottesdienst im Münster. 770,80 wurden für die „Suppenküche“ gespendet.

Es dauert gut 25 Minuten, bis sich auch die letzten Biker vom Münstergelände in den Pulk auf der B 105 eingereiht haben. „Die Schlange ist sieben Kilometer lang“, sagt Münster-Pastor Albrecht Jax und schüttelt staunend den Kopf. „Wenn die ersten Motorräder in Kröpelin einfahren, sind die letzten gerade mal aus Doberan raus.“

Hunderte Schaulustige säumen die Straßen, winken den Helden auf zwei Rädern in Neubukow, Kröpelin, Bastorf oder Kühlungsborn begeistert zu. „Fast wie bei der Tour de France – eine einmalige Atmosphäre“, meint Gunnar Pitrolat – und seine Augen leuchten. Der 42-Jährige hat sich extra von Kleinmachnow bei Potsdam auf den Weg Richtung Doberan gemacht. „Ich bin schon zum achten Mal dabei“, sagt der bekennende Harley-Fan. „Aber so geil wie heute war’s noch nie.“

Ähnlich sieht es auch Hartmut Preuß, der mit Ehefrau Marianne seit dem ersten Biker-Gottesdienst dabei ist: „Damals – im Jahr 1998 – haben wir mit etwa 65 Leuten angefangen“, erinnert sich der 68-Jährige Doberaner und schwingt sich auf seine Harley Davidson „Heritage Springer“. „Wahnsinn, wie sich diese Veranstaltung entwickelt hat.“

Und endlich, endlich ist offenbar auch der Wettergott ein Biker. „In den vergangenen Jahren hatten wir meist Pech“, sagt Albrecht Jax. „Viel Regen, sehr kalt – das sieht heute ganz anders aus.“

Wobei: „Ist fast schon wieder zu heiß“, meint etwa Klaus Schreiber, der gemeinsam mit Kumpel Uwe Wolter seit 2004 alle Jahre wieder aus Bützow nach Bad Doberan knattert. „Besonders krass ist es, wenn wir auf den Molli warten müssen und dann erstmal ein paar Minuten in der Hitze stehen.“ Dennoch: „Ich habe hier auch schon Hagel und Graupel miterlebt und mir fast den Arsch abgefroren“, bekennt der 63-Jährige grinsend. „Da ist mir Sonne doch lieber.“

Bevor um 13 Uhr der Gottesdienst im Münster losgeht, entwickelt sich der Platz vor dem Gotteshaus zu einer wahren Motorrad-Ausstellung. „Deshalb sind wir ja auch hier“, erklärt Uwe Wolter und rückt seine Suzuki Intruder C 1500 ins rechte Licht. „Andere Bikes angucken, vergleichen, fachsimpeln – das ganze Paket.“ Ein Paradies für Fans – auch für Ben, der mittlerweile ebenfalls zurück in der Münsterstadt ist. „Guck’ Dir diese MZ ES 250 an“, sagt Opa Gerd und bekommt große Augen. „Die wurde doch bestimmt in den 1950er-, 60er-Jahren gebaut – stark!“

Doch jetzt heißt es erst einmal innehalten – im Münster beginnt der Gottesdienst. Neben berührenden Gesängen des Gospelchors „Soundpraise“ mit Solostimmen des Jugendchors „Soundcheck“ finden auch Münster-Pastor Albrecht Jax sowie Gastpastor Uwe Stiller, Biker-Seelsorger in der Nordkirche, die richtigen Worte. „Egal, ob Motorradfahrer oder nicht, ob hier in der Kirche oder auf der Straße“, sagt Stiller, „Gott ist immer dabei.“ Für viele Biker ganz offenbar eine beruhigende und auch ganz persönlich tröstende Botschaft. „Große Klasse ist auch, dass in der Kollekte 770,80 Euro für die ,Suppenküche’ zusammengekommen sind“, sagt Pastor Jax. „Diese Einrichtung ist für den innerstädtischen Frieden sehr wichtig.“

Gegen 14.30 Uhr verabschiedet sich ein Großteil der Biker wieder Richtung Heimat oder zu individuellen Ausfahrten. Doch bis in den Abend hinein ist das Klostergelände noch voller Leben. „Jetzt sind vor allem die Einheimischen da und verbringen eine gute Zeit“, freut sich Albrecht Jax. „Insgesamt waren hier in Doberan sowie auf und an der Straße mehr als 10 000 Menschen unterwegs – ein wirklich toller Tag.“

Lennart Plottke

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