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Börgerende: Alter Wachturm soll Geschichten erzählen

Börgerende Börgerende: Alter Wachturm soll Geschichten erzählen

Bürgermeister Horst Hagemeister will Bau aus DDR-Zeiten erlebbar machen / Kühlungsborner Verein „Grenzturm“ bietet Unterstützung an / Gemeindevertretung muss zustimmen

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Gute Aussicht: Bürgermeister Horst Hagemeister hat sich auf den Wachturm in Börgerende gewagt. Bald könnten hier auch Besucher stehen.

Quelle: Knut Wiek

Börgerende. Der Wachturm in Börgerende – seit der Wende fristet das Relikt aus längst vergangenen DDR-Zeiten ein trauriges Dasein. In unmittelbarer Strandnähe verfällt der Bau in den Dünen immer mehr. „Vor allem die mangelhafte Standfestigkeit macht uns Sorgen“, erklärt Bürgermeister Horst Hagemeister (parteilos). „So langsam haben wir hier ein Problem mit der Statik – da muss dringend was gemacht werden.“

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Bürgermeister Horst Hagemeister will Bau aus DDR-Zeiten erlebbar machen / Kühlungsborner Verein „Grenzturm“ bietet Unterstützung an / Gemeindevertretung muss zustimmen

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Grundsätzlich gehe es um die Frage, wie mit dem Wachturm künftig umzugehen sei, so Hagemeister: „Von diesen ehemals 27 Türmen in MV stehen nur noch zwei – in Börgerende und in Kühlungsborn“, sagt der Bürgermeister. „Ich bin der Auffassung, dass man solch ein historisches Gut erhalten und nicht etwa abreißen sollte.“

Findet auch Knut Wiek vom Kühlungsborner Verein „Grenzturm“, der sich seit 2002 im Ostseebad um die Erhaltung dieses Denkmals kümmert: „Die Leute wollen was Besonderes sehen – und hier steht ein historisches Bauwerk im Original.“ Besonders beeindruckend: „Die Zaun-Anlage rund um den Turm steht noch“, sagt Knut Wiek. „Das spricht für sich.“ Erlebbare Geschichte, Schicksale, Hintergründe und das Leben im Grenzgebiet – in Kühlungsborn habe man mit dem im Turm eingerichteten Museum nur gute Erfahrungen gemacht: „Egal, wie man zu der Problematik steht, ob man Grenzer oder Flüchtender war – das Thema wird ohne Ende angenommen.“

Diese Art der Geschichtsaufarbeitung könne er sich auch gut in Börgerende vorstellen, sagt Knut Wiek: „Es handelt sich hier aus meiner Sicht um eine dynamische, aufstrebende Gemeinde, die viele Touristen anzieht – und die Gäste brauchen Futter, Anregungen, wie sie ihre freie Zeit neben dem Strandurlaub verbringen können.“

Sollte der Wachturm tatsächlich wieder genutzt werden, müssten aus Sicht des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) zunächst die Fundamente vergrößert werden, um dem Bauwerk mehr Halt zu geben. „Es muss den Stürmen standhalten können“, erklärt Horst Hagemeister. Allein die Arbeiten an der Statik würden etwa 60 000 Euro kosten, sagt Knut Wiek: „Dazu kommen noch dringend notwendige Ausbesserungen an den Fenstern sowie am Dach – um das zu realisieren, können die Börgerender einen Förderantrag stellen.“

Denn das „Leader“-Programm zur Förderung innovativer Aktionen im ländlichen Raum sei genau auf solche Vorhaben zugeschnitten, so Wiek. Dabei müsse die Finanzierung gar nicht neu erfunden werden: „Das ist alles bei uns schon erfolgreich durchgelaufen – unser Verein steht den Börgerendern hier gern beratend zur Seite.“

Letztlich müsse die Gemeinde Nutzer und Pächter des Wachturms sein, macht Knut Wiek deutlich. Voraussetzung dafür sei aber zunächst ein positives Votum der Gemeindevertretung, sagt Bürgermeister Horst Hagemeister: „In der nächsten Sitzung am 30. Juni ist das Thema auf der Tagesordnung – ich hoffe, dass ich die Mitglieder von meinen Vorstellungen überzeugen kann.“

Einer von zwei Türmen

Der Ostsee-Grenzturm in Börgerende ist ein ehemaliger Wachturm der Grenzbrigade Küste der DDR-Grenztruppen. Als See-Grenzbeobachtungsturm gehörte er zu einer Reihe von ehemals 27

Türmen dieser Art an der Ostseeküste, von denen nur noch zwei erhalten sind. Der andere noch erhaltener Wachturm steht im Ostseebad Kühlungsborn.

Der Turm befindet sich in unmittelbarer Nähe der Strandes. Die Grenzsoldaten hatten den Auftrag, vom Turm aus Schiffsbewegungen auf der Ostsee zu beobachten und Fluchtversuche festzustellen. Mittels eines fest montierten Fernrohrs mit starker Vergrößerung konnte die vier Mann starke Besatzung von der Kanzel aus ein bis zu zwölf Seemeilen weites Gebiet absuchen.

Lennart Plottke

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