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Bollhäger Fließ: Mehr Platz für Fisch und Krebs

Reddelich Bollhäger Fließ: Mehr Platz für Fisch und Krebs

Flusslauf wird renaturiert / Neues Wehr für Löschwasser in Brodhagen

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Reddelich. Rasengitter im Flussbett, Mauerreste am Ufer, Stellen mit zu hohen Unterschieden beim Wasserspiegel – Dr. Henning Lange hat das Bollhäger Fließ zwischen Reddelich, Brodhagen und Bad Doberan genau unter die Lupe genommen. Der Planer weiß, wo Forellen und Neunaugen nicht mehr weiterkommen, Krebse und Würmer in eine Sackgasse geraten. Die Renaturierung dieses Abschnittes des Bollhäger Fließes soll das jetzt ändern. Die Pläne hat Henning Lange am Montag im Reddelicher Bauausschuss vorgestellt.

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Flusslauf wird renaturiert / Neues Wehr für Löschwasser in Brodhagen

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„Das Bollhäger Fließ unterliegt der Wasserrahmenrichtlinie“, erläutert Henning Lange, einer von drei Geschäftsführern der Pfau GmbH – Planung für alternative Umwelt. „Deshalb muss der Fluss ökologisch durchgängig gemacht werden.“ Heißt: Fische und Kleinstlebewesen sollen sich in beide Richtungen im Bollhäger Fließ fortbewegen. Das sei bisher nur zum Teil möglich. Zudem darf das Flussbett nicht verbaut sein.

Die Wasserrahmenrichtlinie sieht vor, dass sich spätestens bis 2027 Gewässer in Mecklenburg-Vorpommern in einem Zustand befinden, der nur gering von einem natürlichen Zustand abweicht. Das Bollhäger Fließ entspringt in Hundehagen, fließt dann nach Reddelich und teilt sich hinter Brodhagen in drei Ströme. Der Unterlauf führt nach Bad Doberan, ein anderer Arm nach Kühlungsborn, ein dritter in Richtung Gut Vorder Bollhagen. „Das Bollhäger Fließ ist naturnah, es gibt schnelle und langsame Bereiche“, erläutert der Planer im Ausschuss. Nur an einigen Stellen müsste ausgebessert oder verbessert werden.

Mauer am Ufer verschwindet

Damit die Fische besser vorankommen, soll dort, wo die Differenz im Wasserspiegel zu groß ist, sogenannte Sohlgleiten gebaut werden. Das ist ein Gefälle, das stufenweise über eine längere Fließstrecke mit Störsteinen versehen ist, erläutert Henning Lange. Die Steine bremsten die Fließgeschwindigkeit des Wasser und ermöglichen den Fischen und Kleinstlebewesen Ruhepausen, bevor sie den nächsten Sprung nach oben wagen.

Weitere Maßnahme: An einer Stelle in Brodhagen sei das Ufer auf zehn Meter mit einer Mauer verbaut, zudem gebe es hier zwei Pfeiler einer alten Brücke. „Das soll rausgenommen werden. Das Ufer soll aus ökologischen Gründen nicht verbaut werden. Alle Eigentümer werden noch angeschrieben.“

Wehr ist Sackgasse

Eine Sackgasse für Würmer, Krebse und Insektenlarven ist das Holzwehr in Brodhagen. Der Betonboden im Flussbett hindert sie am Wandern, erläutert Lange. Daher wird das Wehr neu gebaut und eine Gummimatte über den Boden gelegt, so können die Tiere wandern, im Notfall kann das Wehr aber auch runtergelassen werden, das Wasser staut sich und die Feuerwehr kann hier Löschwasser entnehmen.

Den Bau von Schächten, die der Planer vorgesehen hatte, um Löschwasser zu stauen und zu entnehmen, lehnte der Ausschuss ab. Der vorgeschaltete Sandfang müsste regelmäßig gewartet werden. „Wir haben gar nicht die Technik, um den Sand abzusaugen“, sagte Bürgermeister Ulf Lübs.

Gewinn für die Gemeinde?

Bernd Thielke, als sachkundiger Einwohner im Ausschuss, fragte, was die Gemeinde von der Renaturierung hätte, sprach Ökokonten an, auf die große Firmen Geld einzahlten, um so keine Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen vorweisen zu müssen. Verdiene die Gemeinde daran? „Was, wenn wir mal Ausgleichsflächen brauchen“, sagte er mit Blick auf den geplanten Bebauungsplan für altersgerechtes Wohnen. Diese Fragen sollen mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg geklärt werden, das die fachliche Aufsicht über die Renaturierung hat. Die Umsetzung wird nicht vor 2018 beginnen, sagt Lange. Die Finanzierung erfolgt voraussichtlich durch Fördermittel.

Anja Levien

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