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Bubble Beat-Festival abgesagt! Veranstalter zieht die Reißleine

Bad Doberan Bubble Beat-Festival abgesagt! Veranstalter zieht die Reißleine

Nach dem Red Sun-Festival auf der Galopprennbahn erteilt Ordnungsamt strengere Auflagen wegen Lärm / Organisator: „Nicht rentabel / Red Sun-Festival 2017 auf der Kippe

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„Bubble Beat-Festival“ 2015: Dieses Jahr sollte es Ende August zum zweiten Mal stattfinden. Doch es ist abgesagt.

Quelle: Jens Wagner

Bad Doberan. Das Bubble Beat-Festival am 27. August, das auf der Galopp-Rennbahn stattfinden sollte, ist vom Tisch. Veranstalter Bastian Thielk hat das Freiluft-Event abgesagt. Grund sind die strengeren Auflagen des Ordnungsamtes und das Aktionsbündnis „Lärm“. Auch das Red Sun-Festival 2017 steht auf der Kippe.

Es muss einheitliche Regeln für jeden Veranstalter geben. Dafür setzen wir uns ein.“„Aktionsbündnis gegen den Lärm in der Stadt“

Viel Herzblut hat Bastian Thielk in die Vorbereitung des Bubble Beat-Festivals, das in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfinden sollte, reingesteckt. Fünf Monate braucht er, um DJs zu buchen, die Bühnentechnik zu organisieren, Aufträge zu erteilen, den Ablauf zu koordinieren, Werbung zu machen. „Wir waren voll in der Planung“, sagt der Veranstalter. Doch weil es nach seinem Red Sun-Festival auf der Rennbahn, bei dem Elektromusik auf drei Bühnen bei untergehender Sonne gespielt wird, zu lange zu laut wurde, hat das Ordnungsamt strengere Auflagen erteilt. Genehmigt war das Red Sun-Festival, das sich laut Thielk erst nach etwa vier Jahren rentieren würde, bis drei Uhr nachts. „Wir haben die Lautstärke eingehalten, jede Stunde kontrolliert“, so Thielk. Doch der Wind stand ungünstig, bestätigt auch Ordnungsamtsleiter Gerhart Kukla. Es habe einige Beschwerden gegeben. „Die Polizei hat uns einmal kurz vor Mitternacht angerufen und uns gebeten leiser zu drehen“, erinnert sich Thielk. Das hätten sie selbstverständlich getan. „Was man uns vorwerfen kann, ist, dass wir eine halbe Stunde überzogen haben.“ Doch das habe er so entschieden, um einen geregelten Ablauf auf dem, Gelände zu gewährleisten. „Wenn die Musik plötzlich ausgeht, würden Tausende auf einmal über das Gelände strömen.“

Die Konsequenz daraus: Das nächste Bubble Beat-Festival, das Thielk in Doberan etablieren wollte, darf nur bis 1 Uhr nachts dauern. „Das geht nicht“, so Thielk, „das ist wirtschaftlich und finanziell nicht machbar.“ Erfahrungsgemäß kämen die Besucher, egal wie früh es beginne, nicht vor 22 Uhr. Um Mitternacht seien dann die meisten da. Dann brumme das Geschäft mit dem Ausschank etc. Damit sich Veranstaltungen wie diese lohnen, müssten sie bis 4 oder 5 Uhr dauern. „Aber wir wären schon mit 3 Uhr zufrieden.“ Thielk zog die Reißleine und sagte die gesamte Veranstaltung ab. Für ihn bedeutet das finanzielle Einbußen. Ein bereits gebuchtes Veranstaltungspaket aus den USA konnte er zum Beispiel nicht stornieren. Er bleibe auf einer vierstelligen Summe sitzen.

Dass die Stadt auf die Beschwerden reagiere, verstehe er. Den Grund sieht er aber an anderer Stelle. Das „Aktionsbündnis gegen den Lärm in der Stadt“, das vor allem Regelverstöße beim Red Sun-Festival gesehen hat und sich mit einem Schreiben an die OZ-Redaktion gewandt hat (OZ berichtete). „Ich finde es nicht in Ordnung, dass sich das Bündnis in die Arbeit der Stadt einmischt“, sagt Thielk. Er sei nicht interessiert daran, gegen Auflagen zu verstoßen oder würde das riskieren. Er wünsche sich lediglich, seinen Open-Air-Veranstaltungen eine Chance zu geben, sich zu etablieren. Zu beiden Events kamen 2015 etwa 2000 bis 2500 Besucher.

„Es muss einheitliche Regeln geben, an die sich jeder zu halten hat. Dafür setzen wir uns ein“, heißt es aus dem Bündnis, deren Akteure namentlich nicht genannt werden wollen. „Wir haben in der Stadt ein Missverhältnis von 95 zu 5 Prozent. Es kann nicht sein, dass eine Minderheit macht, was sie will und die Mehrheit muss darunter leiden“, so ein Sprecher. Die Anwohner hätten ein Recht darauf, nachts ruhig schlafen zu können. Bei dem Red Sun-Festival hätte es zeitweise 14 Stunden Dauerbeschallung gegeben.

Verstehen kann Bastian Thielk die Kritik nicht. Das Bubble Beat-Festival würde nur einen Abend dauern, sei eine Bereicherung für die Region. Was das Elektrofestival bei untergehender Sonne im nächsten Jahr angeht, steht für ihn fest: „Wir brauchen Planungssicherheit für die nächsten drei Jahre. Wir schauen uns nach einem anderen Veranstaltungsort um.“

Katarina Sass

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