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Das aufregende Leben der Feuerwehr in Miniatur

Bad Doberan Das aufregende Leben der Feuerwehr in Miniatur

Die Modellbaugruppe des Feuerwehrvereins hat viele Einsätze unter Glas nachgestellt / Ihre Modelle zeigen sie gern / Doch der Nachwuchs für den Verein fehlt

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Diorama von Norbert Heuer. Es stellt einen Dachstuhlbrand eines Fachwerkhauses in der DDR um 1965 nach.

Bad Doberan. Es brennt, es qualmt. Die Feuerwehr ist bereits vor Ort, Schaulustige gaffen, Verletzte werden in Krankenwagen abtransportiert. Die Darstellungen der Modellbaugruppe des Doberaner Feuerwehrvereins besitzen eine gewisse Dramatik. Sie sind spannend, nah an der Wirklichkeit und oftmals mit humorvollen Mini-Szenen gespickt. Als Diorama werden solche Schaukästen mit Szenerien, Modellfiguren und Landschaften bezeichnet.

Heute:

Modellbaugruppe des Doberaner Feuerwehrvereins

Serie

Unsere Vereine

Nur zwei Modellbauer

29 Mitglieder zählt der Bad Doberaner Feuerwehrverein, aber nur zwei Mitglieder seine Modellbaugruppe.

Die kleine Gruppe trifft sich mittwochs ab 19.30 Uhr im Thünenhof 2, Bad Doberan.

Info: www.feuerwehrverein-bad-doberan.de

1993 gründeten Doberaner Feuerwehrmänner, damals noch zu viert, ihre Modellbaugruppe. Sie trifft sich immer am Mittwochabend ab 19.30 Uhr im Thünenhof 2, wenn der Feuerwehrverein zusammen kommt.

„Mit unseren Modellen und Darstellungen erzählen wir Geschichten“, so Hartmut Waligora, der schon als kleiner Junge die Leidenschaft am Modellbau für sich entdeckte – wie auch Norbert Heuer, der sagt: „Ich stelle Situationen aus dem Arbeitsleben der Feuerwehr nach.“ Über 200 Figuren hat er allein in einem seiner Modelle mit dem Titel „Tag der offenen Tür“ verbaut: Eine Musik-Kapelle spielt auf dem Hof der Wehr, es wird getanzt, am Biertisch und im Festzelt sitzen Leute – es macht Spaß, davor zu verweilen.

Die beiden Modellbauer haben ein Händchen für lebendig wirkende Gestaltung. Wie das Diorama der Notlandung einer JU 52, einem Einsatzhubschrauber, oder das Doberaner Feuerwehrgebäude, das Hartmut Waligora aus Papier nachbaute. Einige Modelle zeigten die beiden auch während der diesjährigen Schwanen-Rallye auf der Rennbahn. Eigentlich sind große Transporte nicht förderlich für die filigranen Bauten, doch das Interesse daran ist groß. Leider aber nicht am Modellbau selbst. „Uns fehlt der Nachwuchs. Modellbau ist aufwendig, viele haben keine Zeit mehr neben Arbeit und Familie“, sagt Hartmut Waligora, der alles gut unter einen Hut bekommt und sich wünscht, dass einmal eines seiner fünf Enkelkinder das Hobby übernimmt.

Bei Norbert Heuer ist das anders, denn der 57-Jährige zog nach 30 Jahren in Doberan aus beruflichen Gründen nach Rostock und ist nur noch Vereins-Mitglied. „Mit neun Jahren bin ich zur Jugendwehr gegangen, mit 16 in den aktiven Dienst eingestiegen. Doch jetzt fehlt auch mir die Zeit“, so der Unternehmer mit eigenem Ingenieurbüro für Brandschutz. Dem Modellbau möchte er so lange es geht treu bleiben: „Es ist schon so, da kommt das Kind im Manne durch.“

Er mischt in seinen Dioramen reale Hintergründe mit Fantasie wie bei einer Feuerwehrwache aus den USA, wo eine Hochzeit an einem Schnellimbiss nicht fehlen darf. Spannend ist auch die historische Brandlöschung um 1900. Mehrere Hundert Modelle stehen bei ihm im Haus, sagt er. Einige auch im Vereinsraum. Dort, wo Hartmut Waligora etliche seiner Modellautos stehen. „Wir sammeln vor allem Fahrzeuge aus der DDR-Zeit. Dazu gehören aber auch Fahrzeuge des ehemaligen Ostblocks“, so Waligora. 1997 heimsten sie einen Preis auf der Messe während der Modellbautage Hamburg ein. „Leider gibt es sie nicht mehr“, sagt der gelernte Kfz-Schlosser bedauernd. Hartmut Waligora ist noch aktiv und gehört seit 36 Jahren der Freiwilligen Feuerwehr Doberan an. Seit der Gründung auch dem Verein, in dem sich 29 Mitglieder engagieren, zu der auch Marion Joost gehört. Sie besitzt ein ganz ruhiges Händen, mit der sie bereits einige der Miniatur-Figuren anmalte: „Mit Lupe und Draht, das ist aufwendig.

Vor allem sollte die Reihenfolge eingehalten werden. Bei den Stiefeln wird begonnen.“

Die Figuren hauchen den Szenerien Leben ein. „Sie müssen neben der Farbe auch in der Bewegung angepasst werden, das ist aufwendig", sagt Hartmut Waligora. Sein erstes Modellfahrzeug erwarb er nach der Wende von seinem „Begrüßungsgeld“. Inzwischen stehen zig Schiffe, SAR, russische und deutsche Polizeifahrzeuge, Fahrzeuge von NVA und Untergruppen, ein Löschzug der Feuerschutzpolizei von 1940 und vieles mehr in den Vitrinen des Feuerwehrvereins. 35 Aufbaustunden kann ein kleines Fahrzeug-Modell mit an die 300 Teilen schon verschlingen.

Sabine Hügelland

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