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Das stinkt: Kinder finden beim Spielen oft Hundekot

Bad Doberan Das stinkt: Kinder finden beim Spielen oft Hundekot

„Ich möchte mich einfach mal bei all denen bedanken, die unsere Stadt so schön dekorieren“, sagt Gerlinde Heimann.

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Jakob, Karl, Konrad und Leo hatten gestern am Spielplatz am Hasenberg wieder Hundehaufen entdeckt. „Bäh“, sagen sie und müssen aufpassen, dass sie nicht in die Haufen von „Hunde-Aa“ treten.

Quelle: Fotos:(2) Renate Peter

Bad Doberan. „Ich möchte mich einfach mal bei all denen bedanken, die unsere Stadt so schön dekorieren“, sagt Gerlinde Heimann. Doch der Dank der Stadtvertreterin, die für die Linken im Gremium sitzt, ist ironisch gemeint. Denn Gerlinde Heimann ärgert sich über den Hundekot, der überall liegen bleibt. Sie fahre viel mit dem Fahrrad von der Wossidlostraße aus durch den Wiesenweg, erzählt sie. Überall lägen die Haufen. Wenn ihr Mann im Sommer den Weg vor dem Garten in der Kleingartenanlage Wiesenweg mähe, würden ihm so manches mal die Haufen um die Ohren fliegen, erzählt sie. Die Hinterlassenschaften lägen aber auch auf dem Kamp, im Klosterbereich — und in der Mollistraße. „Direkt in unserer Geschäftsstraße, das geht doch gar nicht“, schimpft die Doberanerin.

OZ-Bild

„Ich möchte mich einfach mal bei all denen bedanken, die unsere Stadt so schön dekorieren“, sagt Gerlinde Heimann.

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Als sie einen Hundehaufen sogar auf einem Schaufenstersims entdeckte, fehlten ihr die Worte. Sie habe schon Hundehalter angesprochen, die Hinterlassenschaften doch bitte mitzunehmen.

Über die Haufen ärgern sich auch die Tagesmütter Jana Höwler, Antje Körtge und Eike Wiechmann. Sie gehen regelmäßig mit den Kindern spazieren. Gerade am Hasenberg, am Fuchsberg oder auch direkt am Spielplatz hinter der Fritz-Reuter-Straße würden die stinkenden Hinterlassenschaften liegen, erzählt Antje Körtge. „Entweder fahren wir mit den Kinderwagen da durch, oder die Kinder laufen hinein“, sagt sie. „Wir Tagesmütter treffen uns morgens gemeinsam zu Spiel und Sport mit den Kindern. Aber immer wieder müssen wir die Kinder warnen: ,Passt auf Hunde-Aa auf‘“, sagt Antje Körtge. Gestern Nachmittag entdeckten die Lütten an vielen Pfählen am Spielplatz Häufchen.

Viele Hundebesitzer würden die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner auch mitnehmen, doch dann kommt die nächste Unsitte: Die vollen Hundetüten werden in Hecken und Büsche gesteckt oder sogar in Bäume gehängt. „Ja, das ist der neueste Sport“, sagt Hans-Joachim Krüger. Der Leiter des Bad Doberaner Bauhofes und seine Mitarbeiter können ein Lied davon singen. Vor allem im neuen Wohngebiet auf dem Kammerhof stecken solche vollen Tüten in Büschen, hat er beobachtet.

Elf sogenannte „Hundetoiletten“ stehen in Bad Doberan und Heiligendamm. Einmal in der Woche, meist mittwochs, werden die Tütenspender neu bestückt. 200 solcher Beutel passen in einen Spender. „Doch oft reichen die nicht“, sagt Hans-Joachim Krüger. Gerade auf dem Kamp und in der Neuen Reihe gebe es immer wieder Notstände. Manche Leute würden gleich mehrere Tüten greifen. Das bestätigt Bürgeramtsleiter Gerhart Kukla. „Gerade nach dem Winter fallen die Hundehaufen besonders auf“, sagt er. Und nennt als „bekannte Bereiche“ vor allem auch den Kamp und die Neue Reihe. Gerade Letztere zeige besonders viele Hinterlassenschaften von Hunden. Dort befindet sich ein Hundefriseur.

Im Haushalt der Stadt sind in diesem Jahr 5000 Euro eingeplant, um Hundetoiletten zu erneuern.

Die Bauhof-Mitarbeiter sind mit Schaufel und Besen unterwegs, um die Haufen wegzuräumen. Doch da sind nicht nur die Hundehaufen. Man könne manchmal den Weg von Schülern verfolgen, wenn sie vom Stadtzentrum aus in Richtung Wiesen gegen würden, beklagt Gerlinde Heimann. Gerade an der Ecke Rostocker Straße/Wiesenweg lägen regelmäßig Trinkbecher und leere Tüten. Sie habe schon nachgefragt, ob da nicht ein Papierkorb aufgestellt werden könnte, sagt die Stadtvertreterin. Doch im Rathaus weiß man, mit den Papierkörben werde noch mehr Müll produziert. Denn leider würden einige Unbelehrbare ihren privaten Müll in städtische Behälter werfen. „Man kann nicht über die Stadt meckern und selber seinen Müll bei anderen entsorgen“, kritisiert Gerlinde Heimann.

Elf Tütenspender in der Stadt

11 Tütenspender für Hundekot stehen in Bad Doberan und Heiligendamm, unter anderem auf dem Buchenberg, auf dem Kamp, in der Clara-Zetkin-Straße und in der Neuen Reihe.

5000 Euro plant die Stadt dieses Jahr für die Erneuerung von „Hundetoiletten“ ein.

200 Tüten etwa passen in einen Spender. Die Behälter werden jede Woche durch die Bauhof-Mitarbeiter aufgefüllt. Gerade auf dem Kamp und in der Neuen Reihe reichen sie oft gar nicht.

Von Renate Peter

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