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Denkfabrik für die Klosteranlage

Bad Doberan Denkfabrik für die Klosteranlage

Doberans Klosterverein berät Verwaltung und Architekten bei allen wichtigen Vorhaben im historischen Gelände

Bad Doberan. Die Bilanz des Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Doberan – kurz Klosterverein – kann sich sehen lassen: 15 Klostertage hat der Verein seit 2002 in Folge organisiert. Das sind Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen, bei denen Fachleute – Wissenschaftler, Architekten, Planer, Theologen – über neueste Erkenntnisse und Entwicklungen auf dem Gelände des ehemaligen Zisterzienserklosters Doberan referieren. „Aber für jedermann verständlich, denn wir sind offen für ein interessiertes Publikum“, so Vereinsvorsitzender Gunter Heilemann. Dazu kommt, nach dem sonntäglichen Gottesdienst im Münster, immer noch eine Veranstaltung im Klostergelände, die ein breites Publikum anzieht.

Sechs große Ausstellungen zum Doberaner Kloster und zum Thema „Zisterzienser im Ostseeraum“ mit teils überregionaler Ausstrahlung stehen auf der Haben-Seite des Vereins, dazu sechs wissenschaftliche Bände und mehrere populärwissenschaftliche Broschüren. Durchschnittlich sechs Vorträge im Jahr werden der Öffentlichkeit angeboten und immer im Frühjahr gibt es den großen, bunten Klostermarkt in der Ruine des Wirtschaftsgebäudes, der Hunderte Besucher anzieht. Und ganz wichtig für die Vereinsmitglieder: „Wir können unser Wissen um die Klosteranlage, unsere Vorstellungen und Ideen in die Projekte zur Sanierung des historischen Areals einbringen“, erklärt Vereinsvorsitzender Heilemann. Die Sanierung der Klosteranlage – in Teilen vollendet, große Projekte stehen noch auf dem Programm – ist eines der größten und langfristigsten Vorhaben der Stadt, dessen Anfänge bis in die 1990er Jahre zurückgehen. Der Klosterverein ist dabei eine Art Denkfabrik.

Die jüngsten, die 15. Klostertage sind erst ein paar Tage her. Am vergangenen Sonnabend gab es im Kornhaus die Vorträge, am Sonntag nach dem Gottesdienst im Münster Schaumahlen mit der in diesem Jahr wieder rekonstruierten Klostermühle. „Wir hatten an beiden Tagen insgesamt rund 200 Teilnehmer“, zeigt sich Günter Rein zufrieden. Gleich vier – teils schon realisierte Vorhaben – im Doberaner Kloster fanden dabei das besondere Interesse des Publikums, so Heilemann: die wiederhergestellte Wassermühle am Wirtschaftsgebäude sowie die Pläne für den Umbau eines Teils des Wirtschaftsgebäudes.

Dort soll wieder gebacken, vielleicht auch Bier gebraut werden. Beherbergungsmöglichkeiten und eine Begegnungsstätte sind geplant und eine Ausstellungsfläche von gut 250 Quadratmetern. Vorgestellt wurden auch die Pläne zur Sanierung und Umbau des Marstalls zu einem Wohn- und Geschäftshaus mit großem Ausstellungsraum zur Klostergeschichte. Und im südöstlichen Klosterbereich – vor allem an der Mauer – werden die Grabanlagen zahlreicher historischer Persönlichkeiten, die dort ihre letzte Ruhestätte fanden – in diesem Jahr restauriert.

„Wir haben in Doberan ein Ungleichgewicht zwischen der weltberühmten, immer im Licht der Öffentlichkeit stehenden Klosterkirche, dem Münster, und der übrigen großen Klosteranlage. Doch beides gehört zusammen“, so Günter Rein. In der Kirche hätten die Zisterziensermönche gebetet, ihre Gottesdienste abgehalten. Im übrigen Teil des Klosters und weit darüber hinaus im Mittelalter aber ihre innovativen wirtschaftlichen Leistungen vollbracht, mit denen sie die Gesellschaft damals voran gebracht hätten. Das waren, neben vielen anderen Technologien, die Einführung der damals modernen Drei-Felder-Wirtschaft, die Entwicklung des revolutionären Wendepfluges zur gründlicheren Bodenbearbeitung und ihre Arbeit beim Landesausbau – vor allem bei der Entwässerung der Landschaft. 1552 war damit allerdings Schluss. Wie in anderen, im Verlauf der Reformation evangelisch gewordenen Staaten, lösten auch die Mecklenburger Herzöge die Klöster in ihren Landen auf – und zogen Ländereien und Vermögen an sich.

Die Zisterziensermönche haben in weiten Gebieten des Ostseeraums nach ihrem Motto „Ora et labora“ (Bete und arbeite) gelebt. Deshalb werde die Vernetzung mit anderen Klöstern und Vereinen, wie in Dänemark und Polen, immer wichtiger, so Günter Rein.

Lutz Werner

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