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Diademe, Pailletten, Stoffe: Die Schatzkammer für Narren

Satow Diademe, Pailletten, Stoffe: Die Schatzkammer für Narren

Der Karnevalsverein „Satowia“ hat Hunderte Kostüme im Fundus in der alten Feuerwehr / Morgen beginnt Saison mit Übernahme des Rathausschlüssels

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Sylvia Reimers leitet den Kostümfundus in der alten Feuerwehr in Satow. Hier gibt es über 500 Verkleidungen.

Quelle: Fotos: Anja Levien

Satow. Über 500 bunte Kostüme hängen an den Garderobenständern des Kostümfundus in der alten Feuerwehr Satow. Von Samba über Maritim bis hin zu Märchen ist alles dabei.

Seit dem Frühjahr 2016 lagert der Satower Karnevalsverein „Satowia“ (SKV) hier seine zahlreichen Kostüme und Accessoires. Drei Jahre zuvor gab es noch gar keinen offiziellen Aufbewahrungsplatz für die Kostüme des SKV, erzählt Sylvia Reimers, Leiterin des Kostümfundus. Morgen, wenn die Narren um 11.11 Uhr den Rathausschlüssel erobern, beginnt die neue Saison. Dann kommen auch neue Kostüme in den Fundus.

Neben Reimers hat der Verein noch zwei weitere Frauen, die sich um den Fundus kümmern. Riana Bader ist eine von ihnen. Sie ist seit 25 Jahren Mitglied im Verein und hatte mit 14 Jahren ihren ersten Auftritt in der Funkengarde. „Einige der Kostüme sind schon 25 Jahre alt“, sagt die 39-Jährige. Besonders alte oder kaputte Exemplare werden aussortiert und entsorgt. „Man tut sich aber schon schwer, etwas wegzuschmeißen.“

Die Kostüme werden von Mitgliedern des Vereins mit professioneller Hilfe von Maßschneidern hergestellt, erzählt Vereinspräsident Erhardt Liehr. Nur Details wie Pailletten würden gekauft und aus der Vereinskasse bezahlt werden. Einige Mitglieder würden aber auch einen eigenen Betrag zahlen, denn Schuhe und Schmuck könne man gleichermaßen im Alltag anziehen.

Für die Karnevalssaison, die morgen beginnt und im Februar so richtig gefeiert wird, laufen die Vorbereitungen, unter anderem für die vier Showtänze und das Tanztheater. Die Proben der Tanzgruppen werden ab Jahreswechsel in die Turnhalle verlegt. Das diesjährige Motto heißt „Im Wirtshaus Satowia gibt’s Radau – Gute Laune im SKV“ und wurde wie immer vom Elferrat organisiert. Hintergrund dieses Mottos sei die Schließung des beliebten Stammlokals „Volkshaus“, sagt Liehr. „Nun gibt es in Satow nur noch ein Hotel mit Gastronomie.“ Denn auch das von ursprünglich sechs Gaststätten übrig gebliebene Restaurant „Am See“ gebe es nicht mehr. Deshalb findet die Feier am Samstag in der Gaststätte in Reinshagen statt.

Angefangen hat alles übrigens mit einer Kabarettgruppe 1969. Noch im selben Jahr wurde der Satower Karnevalsverein gegründet, wobei er seit 1992 als eingetragener Verein gilt. Heute zählt er 129 Mitglieder.

Für viele Gäste sei das Motto die wichtigste Grundlage für die Wahl des Kostüms, erzählt Liehr. Und auch die Showtänze sollten den Gästen eine mottobestimmte Aussage vermitteln. „Im September, wenn die ersten Vorbereitungen beginnen, entstehen dann auch neue Kostüme.“ Die Gruppen sprechen sich untereinander ab, sodass alle Verkleidungen unterschiedlich werden. „Das Kostüm der Funkengarde bleibt dabei aber immer rot-weiß“, erklärt Liehr.

„Der Fundus ist eine gute Sache“, sagt Sylvia Reimers. „Wir haben eine Inventur gemacht, bei der man gucken kann, wie viele Kostüme von einem Modell zur Verfügung stehen und wo die zu finden sind.“

Sie selbst blickt dabei ebenfalls auf eine umfassende Vergangenheit im Verein zurück. Nachdem sie 1988 nach Satow zog, wurde sie fünf Jahre später Mitglied des SKV, erzählt die 50-Jährige. Eine lange Zeit trat sie als Tänzerin während der Karnevalssaisons auf, heute hilft sie bei der Organisation und im Kostümfundus.

„Die Karnevalssaison ist das Ergebnis der Überlegungen des ganzen Jahres“, erzählt Erhardt Liehr. Denn schon zwei bis drei Wochen nach Ende der Saison trifft sich der Elferrat, um ein Resümé zu ziehen und bespricht dabei bereits das Motto für das nächste Jahr. Karneval-Liebhaber überlegen sich im Sommer dann ihr nächstes Kostüm und lassen es, wenn nötig, anfertigen. Sylvia Reimers hebt hervor: „Auch Leute, die nicht in unserem Verein tätig sind, können sich aus dem Kostümfundus etwas leihen.“ Dafür wird eine kleine Ausleihgebühr für die Vereinskasse verlangt.

2000 Gäste erwartet der SKV jährlich zur Karnevalssaison. Für das Programm und die Organisation werden pro Jahr insgesamt 35000 bis 40 000 Euro eingeplant, sagt Erhardt Liehr. Für die Karnevalsfeier am Sonnabend um 20.11 Uhr in der Gaststätte „Zur Deutschen Eiche“ in Reinshagen sind noch Restkarten vorhanden. „Wir sind keine Profis. Es geht bei uns darum, Spaß an der Freude zu haben“, sagt Liehr lächelnd.

Carolin Laupitz

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