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Draußen-Kita-Experiment nimmt Fahrt auf

Bad Doberan Draußen-Kita-Experiment nimmt Fahrt auf

Kinder vom Waldkindergarten bleiben auch im Winter an frischer Luft / Sie haben Gebiet nun mit Pflanzen abgesteckt

Bad Doberan. Die Kinder spielen Fangen, entdecken jeden Tag Neues und experimentieren – und zwar immer an frischer Luft. Das Konzept des neuen Waldkindergartens „Nawaki“

(Natur-Wald-Kinder) am Bad Doberaner Stadtrand scheint also aufzugehen. Im Mai ist die Einrichtung mit zehn Mädchen und Jungen gestartet, jetzt hat sie ihre gewünschte Größe von 15 erreicht. Mit neuen Sträuchern haben die Kinder gestern ihr Gebiet abgesteckt.

Dass schon jetzt mit dem Außenbereich begonnen wird, damit hätte bis vor Kurzem niemand gerechnet. Denn erst nach drei Jahren Planung konnte das Projekt umgesetzt werden. Es war also ein langer Weg, bis die Mitglieder vom Verein Waldkinder Bad Doberan das bekommen haben, was sie sich auch vorgenommen hatten: Einen Kindergarten ohne Dach und Wände eröffnen, wo Mädchen und Jungen immer an frischer Luft toben können. „Die ersten Monate liegen nun hinter uns. Klar, es gibt immer noch hier und da etwas zu verbessern, aber trotzdem ist der Start geglückt. Und die Bürger haben das neue Projekt angenommen“, erklärt Matthias Kreiner, Vorstandsmitglied vom Verein Waldkinder Bad Doberan. Die Kita laufe sogar so gut, dass weiterhin ständig Nachfragen nach freien Plätzen kommen.

Dabei rannten Kreiner und die weiteren Initiatoren des gemeinnützigen Vereins bei der Stadt anfangs keine offenen Türen ein. Es gab viele Diskussionen, etwa über zusätzliche Kosten, die Bad Doberan übernehmen sollte. Erst im Frühjahr 2016 wurde die Betriebserlaubnis ausgestellt.

Das Gesamtpaket habe schließlich alle Kritiker überzeugen können. „Das Besondere bei uns: Zwei Pädagogen sind für 15 Kinder zuständig. In dieser Form ist das in Kindergärten sonst nicht üblich“, so Matthias Kreiner. Das Konzept eines Waldkindergartens stammt aus Skandinavien und funktioniere dort hervorragend. Studien hätten gezeigt, dass Kinder weniger krank sind und auch beweglicher. „Auch die Integration der Mädchen und Jungen in eine Regelschule hatte dort bisher noch nicht für Probleme gesorgt. So wird es auch bei uns sein“, ist sich Matthias Kreiner sicher.

Und jetzt, wenn die Temperaturen Richtung Gefrierpunkt gehen, bleiben die Kinder weiterhin den ganzen Tag draußen. Welcher Teil des Kellerswaldes unter die Lupe genommen werden soll, darüber entscheiden die Mädchen und Jungen gemeinsam. „Gespielt wird dann auch nicht mit Spielzeug, sondern mit Sachen, die sie im Wald finden“, sagt Martina Monteiro Barros (33). Ihre beiden Kinder hat sie bei „Nawaki“ angemeldet. Und sie zeigt sich begeistert. „Das stärkt ihre Kreativität. Sie finden und entdecken immer wieder etwas Neues im Wald.“

Sollte die Temperatur mal stark unter den Gefrierpunkt fallen oder sich ein Sturm ankündigen, gibt es Ausweichmöglichkeiten. „Wir können einen Raum im Stadtgebiet als Ausweichmöglichkeit nehmen“, berichtet Kreiner. An solchen Tagen sollen die Kinder auch kulturell unterhalten werden, etwa mit einem Museumsbesuch.

Temperaturen wie gestern gehören zum Alltag. Dick eingepackt in Schneeanzügen saßen die Kinder auf ihrem neuen „Naschwall“. Hier sollen sie schon im nächsten Sommer hochklettern und dann Früchte von den Obststräuchern ernten können. Die sponserte die Firma Fielmann, eine Filiale aus Rostock Lütten-Klein. 191 Pflanzen sind es insgesamt, die nun den Bereich des Kindergartens umzäunen, und eine Edelkastanie. „Für jeden Mitarbeiter pflanzt Fielmann pro Jahr einen Baum. Damit werden etwa Projekte im Natur- und Umweltschutz unterstützt“, so Augenoptikerin Dagmar Höfer (39).

Beherzt gingen die Kinder gestern zur Sache. Eine von ihnen ist Thaina Monteiro Barros (6), die den Kindergarten im Mai und Juni besuchte und nun Schulkind ist. „Sie legt sich richtig ins Zeug. Vor allem für ihre jüngere Schwester. Sie soll es später hier einmal schön haben“, sagt Mutter Martina (33). Mit der Pflanzaktion ist nun das Außengestaltungsprojekt gestartet. „Wir wollen mit den Waldkindern den Bereich so herrichten, dass ein naturnaher, aber auch geschützter Raum entstehen kann, der zu Spielen aber auch Naturerkundungen anregen kann“, erklärt Sylvie Lebeda-Kreiner vom Vereinsvorstand.

Mathias Otto

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