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Drogen-Prozess: Angeklagter legt Teilgeständnis ab

Rostock Drogen-Prozess: Angeklagter legt Teilgeständnis ab

49-Jähriger räumt Handel und Waffenbesitz ein, nennt aber keine Hintermänner

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Rechtsanwältin Stefanie Laduch begrüßt ihren Mandanten, der sich zum Schutz vor der Öffentlichkeit vermummt.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Rostock. Er soll mit Drogen gedealt und im Besitz von zwei Waffen gewesen sein: Am Landgericht Rostock hat gestern der Prozess gegen den 49-jährigen Peter S. begonnen. Der Angeklagte ließ über seine Anwältin gleich ein Geständnis verlesen: Ja, er habe 3,8 Kilogramm Amphetamin und mehr als 500 Gramm Kokain in einem Tresor und einer Kassette in der Wohnung einer Bekannten im Stephan-Jantzen-Ring gelagert. Ja, da seien auch zwei Schusswaffen mit Munition dabei gewesen. Und ja, er habe die Drogen gewinnbringend verkaufen wollen. Grund: Er sei schwer krank und arbeitslos geworden, habe aber teure Medikamente bezahlen und seinen Lebensstandard halten wollen.

Seine Bekannte soll von alledem nichts gewusst haben, so der Beschuldigte. Auch will er keine Mittelsmänner nennen – aus Sorge um seine Familie. Zudem hoffe er, dass ihm der Lieferant der Drogen seine Schulden in Höhe von 50 000 Euro erlasse, wenn er schweige.

Tränen schießen dem Angeklagten in die Augen, während seine Anwältin das Geständnis vorträgt. Der ehemalige Türsteher knetet seine Hände, wippt mit den Füßen und blickt gelegentlich ins Publikum.

Wenn ihm das „Handeltreiben mit einsatzfähigen Waffen“ nachgewiesen werden kann, droht ihm eine Freiheitsstrafe von mehr als fünf Jahren.

Seit seiner Festnahme Ende August 2016 sitzt S. in Untersuchungshaft. Hier sei er weiter in medikamentöser Behandlung wegen einer Autoimmun- und einer Nervenerkrankung. „Ich wache nachts auf und kann mich nicht bewegen. Ich fühle mich sehr schwach, bin körperlich nicht belastbar“, sagt er auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters. Er habe schon in Lebensgefahr geschwebt.

Eine Heilung sei nicht möglich. S. habe alternative Medikamente ausprobiert – doch die seien teuer. Und eine Erwerbsunfähigkeitsrente erhalte er nicht. Von 1993 bis 2013 habe der gelernte Schiffbauer nach eigenen Angaben auf geringfügiger Basis als Türsteher gearbeitet – bis die Krankheit festgestellt und er arbeitslos wurde. Dennoch habe er etwas beisteuern wollen zum Lebensunterhalt für sich, seine Verlobte und seinen zweijährigen Sohn.

Doch wie viel Gewinn hat er sich vom Verkauf der Drogen, darunter laut Gutachten „sehr reines Kokain“, versprochen? Auf diese Frage des Gerichts will der Angeklagte nach Rücksprache mit seiner Anwältin später antworten. Und wie passe der VW Touareg, „ein Luxusauto“, so der Richter, zu seinen angeblich spärlichen Vermögensverhältnissen? Es handele sich um ein altes Auto, so der Beschuldigte.

Auch die beiden Pistolen habe er zu Geld machen wollen, schildert die Anwältin des Angeklagten. Nur weil ihm ein Bekannter die Waffen für jeweils 100 Euro angeboten habe, sei er in ihren Besitz gekommen. Modell- und Seriennummer waren zuvor entfernt worden. S. wollte die Pistolen im Kaliber neun Millimeter teurer weiterverkaufen. Er habe sie weder benutzt noch habe er es vorgehabt. Er habe auch erst aus den Ermittlungsakten erfahren, dass ein Teil der 66 Patronen nicht für die Waffen geeignet gewesen sei, so die Anwältin weiter. Der nächste Verhandlungstermin ist morgen.

André Wornowski

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Dieses Foto mit Eisstrukturen am Kooser See – aufgenommen im Januar 2017 – schickte uns OZ-Leser Wolfgang Schielke. Eingefügt hat er ein Gedicht von Ernst Moritz Arndt (1769-1860). „Von mir ein stiller Gruß an den verehrten Namenspatron meiner früheren Universität“, schreibt Schielke, der von 1974 bis 1979 an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald studiert hat.

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