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Rabenhorst Ein Herz für Kröten & Co.

Mitarbeiter und Helfer des Naturschutzbundes stellen in Rabenhorst Schutzzäune auf

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Frank Pagel, Susanne Puls und Ingelore Nerge vom Naturschutzbund Rostock setzten Krötenfangzäune. Einer steht in Rabenhorst. FOTOS (3): S. HÜGELLAND

Rabenhorst. Bei Erdkröten, Fröschen und Mulchen kommen erste Frühlingsgefühle auf. Grund genug, die Krötenfangzäune zu setzen – so wie in Rabenhorst. Dort, entlang des etwa 100 Meter langen Zaunes an einem Feld unweit des Waldes, sammeln sich in eingegrabenen Auffang-Eimern die Tiere. Sobald es wärmer wird, zieht es Hunderte Tiere zu ihren Laichgewässern. Dabei überqueren sie oftmals Straßen, wie in Rabenhorst. Viele Tiere überleben diese Wanderung nicht, wie eine Statistik zeigt.

OZ-Bild

Mitarbeiter und Helfer des Naturschutzbundes stellen in Rabenhorst Schutzzäune auf

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Ingelore Nerge ist langjähriges Mitglied der Fachgruppe Feldherpetologie und Ichthyofaunistik Rostock des Naturschutzbundes (Nabu). Die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer stellten in den vergangenen Wochen rund um Rostock Krötenzäune auf. „Dort muss es jedoch auch engagierte Menschen wie Heike und Hans-Jürgen Winetzka aus Rabenhorst geben, die sich um die Zäune kümmern“, sagte sie.

„Jeden Tag, egal bei welchem Wetter, gilt es die Strecke mehrmals abzulaufen, die Tiere einzusammeln und dann im Laichgewässer auszusetzen“, sagt Ingelore Nerge. Denn die Tiere gehen immer wieder dorthin zurück, wo sie geboren wurden.

Auch in anderen Orten, wie bei Blengow, gibt es aufmerksame Einwohner, die Amphibien schützen. „Wie lange die Zäune stehen bleiben, hängt vom Wetter und von der Aktivität der Kröten ab“, erklärt sie.

„Das kann bis zu acht Wochen, aber auch nur vier bis sechs Wochen dauern.“

Das Ehepaar Winetzka ist seit Jahren dabei. „Inzwischen gibt es etliche Einwohner, die ebenfalls Kröten retten“, freut sich Hans-Jürgen Winetzka, der mit seiner Frau jeden Fund, auch die toten Tiere, dokumentiert. „Wir sammeln und erfassen aber nicht nur die Erdkröten, sondern auch Gras- und Teichfrösche sowie Teich- und Kammmolche.“

Hans-Jürgen Winetzka hat ein Bild noch genau vor Augen: „Als wir einmal im April aus dem Urlaub zurückkamen, war die ganze Straße mit toten Kröten übersät“, erzählt er. Das sei ein schlimmer Anblick gewesen. „Darum müssen wir etwas tun – und auch die Autofahrer sollten achtgeben“, sagt er. „Es geht ja darum, die Population der Amphibien nachhaltig zu sichern.“ Die Population vieler Amphibienarten sei leider rückläufig.

Manchmal ist auch Enkeltöchterchen Nina Engelmann dabei, wenn die Winetzkas zum Einsammeln rausgehen. Sie erhalten jetzt tatkräftige Unterstützung von Einwohnern, wie Doris Däumichen, Günter Strohschen und anderen. Die Helfer befreien die Tiere aus den Eimern und setzen sie am nahen Teich aus. Dabei müssen sie verschiedene Grundstücke durchwandern, wie das von Nancy Klimpel. Bei ihr endet der Zaun: „Es ist doch selbstverständlich, dass wir nichts dagegen haben“, sagt die junge Mutter, deren Sohn Lennox-Kalle skeptisch auf die hüpfenden Tiere in den Eimern schaut.

„Ich sehe das auch so“, sagt Doris Däumichen. „Wir müssen doch etwas tun. In der Hauptzugzeit finde ich bis zu 30 Kröten pro Tag auf dem Grundstück“, so die Seniorin. „Man sagt doch auch, wo sich Erdkröten aufhalten, ist der Boden noch in Ordnung.“ Auch ihre Enkelkinder machen gern mit beim Über-die-Straße-tragen. „Die Tiere gehören doch zur Natur und sind schützenswert“, betonte sie.

Genauso sieht das auch Günter Strohschen, der am Krötenzaun wohnt: „Der Verkehr ist stärker geworden. Viele Autofahrer halten sich nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit“, sagt er. Strohschen wurde auch der Titel „Schwalbenfreundliches Haus“ überreicht. An die 20 Brutpaare können bei ihm ungestört ihre Jungen aufziehen. So ist es für ihn klar, auch Kröten & Co. zu helfen. Obwohl es noch nicht so warm ist, fanden die Schützer schon viele Tiere. Hans-Jürgen Winetzka: „Wir möchten andere Menschen für das Thema sensibilisieren. Ich finde es ganz toll, dass immer mehr mitmachen – und wenn die Laichzeit vorbei ist, treffen wir uns auf ein Bier.“

Sabine Hügelland

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