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Einsatz im Urlaub: Ehrenamtler sichern Strand

Heiligendamm Einsatz im Urlaub: Ehrenamtler sichern Strand

83 Einsätze zählte die Wasserwacht Bad Doberan des Deutschen Roten Kreuzes seit Mitte Juni in Heiligendamm und Nienhagen / Hirschrettung bleibt in Erinnerung

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Benjamin Wehner, Einsatzleiter DRK-Wasserrettung

Heiligendamm. Vanessa Oretzki und Michael Reil werden diesen Sommer nicht so schnell vergessen. Seit Jahren sind die Bad Doberanerin und der Bayer ehrenamtlich im Einsatz auf den Rettungstürmen in Heiligendamm. Doch dass ein Hirsch plötzlich in der Ostsee auftaucht, wie in der vergangenen Woche, das haben sie noch nie erlebt. Die Tierrettung war eine von insgesamt bisher 83 Einsätzen, zu denen die Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht Bad Doberan in Heiligendamm und Nienhagen seit Mitte Juni gerufen wurden.

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83 Einsätze zählte die Wasserwacht Bad Doberan des Deutschen Roten Kreuzes seit Mitte Juni in Heiligendamm und Nienhagen / Hirschrettung bleibt in Erinnerung

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Allein 70 Mal leisteten die Ehrenamtler bisher Erste Hilfe. Die Hauptursache: Feuerquallen. „Die Ostsee war Mitte Juni schon 18 Grad warm, sonst kommen die Feuerquallen erst Mitte August“, sagt Benjamin Wehner, Einsatzleiter der Wasserrettung. Wer mit den Nesselzellen der „gelben Haarqualle“ in Kontakt kommt, dem „brennt“ die Haut. „Es tut weh“, sagt er. Je nach Hauttyp kann diese sich röten oder es bilden sich Pusteln. Was hilft, ist Strandsand. Mit diesen die Stelle abrubbeln, da meist die obere Hautschicht betroffen ist, gibt Wehner den Tipp. Dann mit Ostseewasser kühlen.

Seit diesem Jahr ist die Wasserwacht mit der Rettungsleitstelle direkt verbunden. Viermal wurden die Rettungsschwimmer von dieser bisher alarmiert: Drei Fahrradunfälle und eine Hunderettung. Die Rettungsschwimmer sind meist schneller am Ort als der Rettungswagen und können so Erste Hilfe leisten, erläutert Benjamin Wehner.

Eine sogenannte leichte Rettung und eine Wasserrettung hingen mit der Badeinsel zusammen. „Einer hatte gewunken, er kam nicht wieder zurück, hatte den Weg falsch eingeschätzt“, sagt Wehner. Dass auf der Insel gewunken wird, sei nicht unüblich, viele würden Zurückgebliebene am Strand grüßen. Doch die Rettungsschwimmer denken, da wird Hilfe gebraucht und schwimmen los.

Seit dem vergangenen Jahr steht der mobile Rettungsturm Richtung Börgerende und nicht mehr am Kinderstrand nahe der Median-Klinik. „Da hinten ist nicht mehr so viel los. Klar, an heißen Tagen schon, aber die Leute haben Handys und rufen dann die Leitstelle an und wir fahren regelmäßig mit dem Boot gucken“, sagt Benjamin Wehner. „Das funktioniert gut.“

Vanessa Oretzki ist seit vier Jahren ehrenamtlich auf den Rettungstürmen im Einsatz. Der 18-Jährigen wird vor allem die Hirschrettung letzte Woche in Erinnerung bleiben. „Ich war eine Stunde mit auf dem Wasser. Wir hatten ihn fast schon soweit, dass er draußen war, dann ist er untergegangen“, schildert die Schülerin des Friederico Francisceums. „Ich habe versucht, ihn am Geweih festzuhalten, aber er war sehr schwer.“ Dann sei die Wasserschutzpolizei gekommen. „Die Polizei kam leider erst sehr spät an. Es fühlte sich erst keiner zuständig“, kritisiert Benjamin Wehner. Das Tier starb am Strand.

Mit dabei war auch Michael Reil. Der 30-Jährige sorgt im siebten Jahr an der Küste für die Badesicherheit und nutzt seinen Urlaub dafür. Was sich nicht geändert hat: „Es gibt viele Buhnenläufer, die wir belehren, das nicht zu machen.“ Aufgefallen sei ihm, dass die Menschen einen bei Einsätzen aufhalten, lehrreiche Tipps geben wollen. „Das ist unangenehm und unangebracht. Die Leute sollen uns unsere Arbeit machen lassen“, sagt Michael Reil. Dass ein Hirsch im Wasser war, sei für ihn genauso beeindruckend gewesen, wie für den Badegast. Doch während der Badegast denkt „armes Tier“, spiele sich bei ihm im Kopf ein anders Programm ab. Benjamin Wehner: „Die Sicherheit der Strandbesucher und Rettungsschwimmer ist im Vordergrund“.

Fackelschwimmen in Nienhagen

Zum Fackelschwimmen am Hauptstrand von Nienhagen lädt die DRK-Wasserwacht morgen, 3. Augsut, ein. Ab 19 Uhr werden die Rettungsschwimmer ihre Arbeit vorstellen und Rettungsmittel wie Brett, Tauchkette und Leine zeigen, die auch bei einer Übung zum Einsatz kommen sollen.

Ab 21.30 Uhr gibt es ein Lichterschwimmen in der Ostsee, bei denen die Schwimmer beleuchtete Helme tragen. Gegen 22 Uhr gehen dann die Fackelschwimmer ins Meer und sorgen für ein besonderes Bild. Voraussetzung: Das Wetter spielt mit und die Wellen sind nicht zu hoch.

Anja Levien

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