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Elektro-Trabi stahl BMW-Oldie die Show

Russow Elektro-Trabi stahl BMW-Oldie die Show

Kuno Gudjons lud zum 20. Stelldichein von Fahrzeugen mit langer Geschichte / Russows Festwiese war voll

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Der Brodhäger Jörg Hilbert (vorn), von Beruf ist er Elektroingenieur, präsentierte seinen Flüster-Trabi 500 mit Elektroantrieb und wurde von Initiator des Oldtimertreffens, Kuno Gudjons (l.), dazu befragt.

Quelle: Fotos: T. Hoppe

Russow. Der „Wettergott“ stellte am Samstagnachmittag auch die Oldtimerfans der Region auf eine harte Probe. Nach sonnigem Tagesstart stürzten nämlich gegen 13 Uhr die Temperaturen von 21 auf 13,5 Grad Celsius ab – zeitweise im 15-Sekunden-Takt. Dazu reichte Petrus starken Wind und Regen. Ein bitterer Nachtisch, der keinem Sonnenhungrigen schmeckt, schon gar keinem Radfahrer, der gerade unterwegs ist. So hatten sich dann auch acht leicht bekleidete Radler im Roggower Wartehäuschen an der Russower Straße eingefunden und hofften gemeinsam auf ein schnelles Ende der Wetterkapriole.

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Kuno Gudjons lud zum 20. Stelldichein von Fahrzeugen mit langer Geschichte / Russows Festwiese war voll

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Ich hatte ja schon mal das ganze Dorf zugeparkt.“Kuno Gudjons auf Russows Festwiese

„Wir warten nicht auf den Bus“, scherzte die Berlinerin Katja, belächelt von ihren beiden Männern, von einem Paar aus Freiburg, zwei Herren aus der Nähe von Hamburg und Hannover sowie einem Neubukower. „Wir haben uns gerade durch Zufall hier kennengelernt“, erklärte die Berliner Mutti noch, bevor ihr Sohn Aljoscha mit dem Ziel der meisten auf der Bank rausrückte: „Ich möchte unbedingt nach Russow. Ich erwarte dort schicke Oldtimer und viel Spaß“, sagte der Neunjährige. Und Petrus erhörte, ihn und Kuno Gudjons, der Veranstalter des 20. Russower Oldtimertreffens, verlegte seine Vorführung der Fahrzeuge um 30 Minuten vor.

Im letzten Jahr war die Ausfahrt von Wind und Regen begleitet gewesen, erinnern sich die Wahlpepelower Sabina Gräbe und Roy Rappenberg neben ihrer grünen Schwalbe, die sie Anfang vergangenen Jahres bei ebay-Kleinanzeigen gekauft haben. Jetzt reiben sie sie trocken, damit sie sich bei der Ausfahrt nicht so nass machen. Größer scheint derweil das Nässeproblem bei einer lustigen Abordnung der Mecklenburger Oldtimerfreunde aus Dorf Mecklenburg zu sein. Sie sitzen zwar gemütlich an einer Kuchentafel, aber der Nachbar lässt den Diesel seines Transporters stinken: „Das stört doch nicht!“, ruft überraschend eine Kaffeetante und weist darauf hin, dass der Motor laufen müsse, damit ein Fön funktioniere, der den regenwassergetränkten „Schlüpper“ und die Hose eines Enkelsohns wieder tragbar macht. Alle lachen, „alles gut“. „Das Wetter ist heute sehr abwechslungsreich, aber damit müssen wir leben. Wir waren schon öfter hier. Es macht richtig Spaß“, sagt Elektromeister Frank Berg aus Bad Kleinen. „Hat sich doch gelohnt hierherzufahren“ freut sich Sylvia Dyllong aus Königswusterhausen, als ein schwerer vierachsiger Tatra 813 der NVA eine Parklücke sucht. „Den ganzen Urlaub habe ich mich nicht so wohl gefühlt“, meint ihr 14-jähriger Sohn. Es wird gehupt, starke Motoren blubbern auf doppelter Armlänge an den Leuten vorbei. Doch Kuno Gudjons, heute Gastwirt, früher Brigadier und Einsatzleiter bei der Tierproduktion in Neubukow, ruft zur Vorführung der Fahrzeuge. Nach einem Lanz Bulldogg und einem doppelsitzigen Dumper schleicht Jörg Hilbert mit seinem Trabant 500, Baujahr 1961, zur Präsentation. „Das besondere an diesem Auto ist, ihm wurde der Motor geklaut“, frotzelt Kuno der Präsentator und fragt dem Besitzer quasi ein Loch in den Bauch. Die Idee zur Umrüstung von Gemisch auf Batterien sei ihm vor fünf Jahren beim Nordmagazin gekommen, erzählt der Elektroingenieur aus Brodhagen. Das Originalgetriebe sei drin geblieben, beim Tank sei ein Teil der Akkus untergebracht, der Rest unter der Rücksitzbank – insgesamt reiche ihr Strom rund 75 Kilometer...

Dann ist der BMW 321, Baujahr 1947, von Dietrich Hartmann aus Rostock – unmittelbar nach dem Trabi – deutlich schneller durch mit der Vorstellung. Dafür punktet sein Besitzer später mit dem ältesten in Russow gezeigten Fahrzeug – einem 1,7 PS-Motorrad. Es war 1922 von der Berliner Firma Scholz & Tegener GmbH produziert worden und der Kfz-Schlosser Hartmann hatte das Teil mit einer Kiste Teile und der Hilfe des Technischen Museums Berlin wiederbelebt. Nach Treckern und US-Cars locken schließlich Bianca und Diane aus Rerik die Leute zu einer ganz anderen Modenschau, einer textilen. Nicht nur das Wetter ist hier abwechslungsreich.

Thomas Hoppe

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