Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Elf Millionen Euro für Kinder in Not

Rostock-Lichtenhagen Elf Millionen Euro für Kinder in Not

Rostock baut neues Hilfezentrum für Kinder und Eltern / EU beteiligt sich

Voriger Artikel
Mehr Unfälle im Landkreis Rostock
Nächster Artikel
Fast fünf Prozent der Kröpeliner spenden Blut

Mitten in Lichtenhagen entsteht das neue Familien-Kompetenz-Zentrum. Den Betrieb wird der Arbeiter-Samariter-Bund übernehmen. Auf dem Gelände entstehen Wohngruppen für Kinder und Jugendliche, ein Mutter-Kind-Heim und Sozialräume für den gesamten Stadtteil. FOTO/ENTWURF: KOE ROSTOCK

Rostock-Lichtenhagen. In Rostock soll jedes Kind die Chance haben, sicher und behütet aufzuwachsen – und das lassen sich Hansestadt und Land Millionen kosten: In Lichtenhagen baut der städtische Immobilien- Dienstleister KOE (Kommunaler Eigenbetrieb Objektentwicklung) einen ganzen Campus für Kinder in Not – und auch für Eltern, die Hilfe benötigen.

30 Babys, Kinder und

Jugendliche sollen in den neuen

Wohngruppen in

Lichtenhagen leben.

Sie wurden vom Amt

eine Zeit lang aus

den Familien

genommen.

„Familien-Kompetenz- Zentrum“ heißt das Projekt, dass MV-weit einmalig ist. Sogar in Brüssel findet das Vorhaben der Hansestadt und des Arbeiter- Samariter-Bundes (ASB) Beachtung: Die Europäische Union beteiligt sich mit mehr als sieben Millionen Euro an den Vorhaben.

Insgesamt investiert Rostock knapp elf Millionen Euro an der Eutiner Straße. Schon jetzt befindet sich dort ein Kinderheim des ASB. Allerdings in einem alten Plattenbau aus DDR-Zeiten. „Wer die heutigen Bedingungen am Standort kennt, weiß, wie nötig der Neubau ist“, sagt Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Und Andrea Rittiger, Geschäftsführerin der ASB Kinder- und Jugendhilfe, ergänzt: „Wir arbeiten seit mehr als 20 Jahren in der gleichen alten Gebäudesubstanz und mussten immer improvisieren.“ Das wird nun anders: Eine alte Kita und ein ehemaliges Freizeitzentrum wurden bereits abgerissen, nun entstehen insgesamt drei neue Häuser.

In ein Gebäude werden drei Wohngruppen einziehen. „Kinder, die nicht bei ihren Eltern leben können, werden dort ein Zuhause haben“, sagt Senator Bockhahn. Den Begriff Kinderheim will ASB-Sprecherin Katrin Böhm ausdrücklich nicht benutzen. Er greife zu kurz. Aber ja: Die Kinder in den Wohngruppen werden vom Jugendamt aus ihren Familien geholt – weil sie Gewalt und Misshandlung erfahren mussten, weil die Eltern massive Probleme mit Alkohol oder Drogen haben oder sich nicht ausreichend um die Jungen und Mädchen gekümmert haben. Auch Babys können in den Wohngruppen betreut werden, insgesamt bis zu 30 Kinder. Der Bedarf in der Hansestadt ist aber noch viel höher: 2016 musste das Jugendamt insgesamt 514 Kinder und Jugendliche im Rahmen der sogenannten „Hilfen zur Erziehung“ aus ihren Familien holen und in Einrichtungen der Hansestadt „vollstationär“ unterbringen. „Ziel ist es aber immer, dass die Kinder so schnell es geht, zu ihren Eltern zurückkehren können“, so ASB-Sprecherin Böhm.

Haus zwei des neuen Familien- Kompetenz-Zentrums wird ein Mutter-Kind- oder auch Vater- Kind-Heim. „Hier bieten wir Hilfen für Alleinerziehende an, die eine Zeit lang mit der Erziehung des Kindes überfordert sind. Wir unterstützen die Eltern und machen sie fit dafür, sich allein um ihre Jüngsten kmmern zu können“, so Böhm. Eltern mit Behinderungen können dort Unterstützung erhalten, aber auch minderjährige Mütter. Senator Bockhahn formuliert es so: „Sie werden durch Fachpersonal unterstützt, mit dem Ziel, künftig selbständig leben zu können.“ Auch die ambulante Familienhilfe des Arbeiter-Samariter-Bundes, Tagesgruppen für Kinder und Lerngruppen für Kinder mit Problemen in der Schule werden in das neue Kompetenz-Zentrum ziehen.

Alle Einrichtungen verbindet ein gemeinsamer pädagogischer Ansatz: Der ASB setzt auf Umwelt und Natur. In unmittelbarer Nähe zum Neubau betreibt die Hilfsorganisation bereits den Kinderbauernhof „In Natura“. „Wir haben uns deshalb auch so stark dafür gemacht, das neue Zentrum am alten Standort zu errichten.“ Denn auf dem Bauernhof lernen Kinder aber auch Eltern im Umgang mit Tieren für das gesamte Leben. „Wir binden beispielsweise Pferde in die pädagogische Arbeit ein“, erklärt Katrin Böhm.

Der kleine Freizeitpark, der zu „In Natura“ gehört, soll auch weiterhin allen Rostockern offen stehen: Das dritte Gebäude sei ausdrücklich für soziale Zwecke für alle Menschen im Stadtteil bestimmt.

KOE-Chefin Sigrid Hecht bezeichnet das Projekt in Lichtenhagen als „Investition in die Zukunft unserer Kinder.“

Der ASB beschäftigt insgesamt rund 300 Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendhilfe. In Rostock betreibt er gleich mehrere Einrichtungen – unter anderem auch in Toitenwinkel, Evershagen, Lütten Klein und Dierkow.

Andreas Meyer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Analyse

Heimat - damit plagen sich die Deutschen schon seit mehr als 200 Jahren. Warum wird das ausgerechnet jetzt wieder wichtig? Und können die etablierten Parteien das Thema aus der „rechten Ecke“ holen?

mehr
Mehr aus Bad Doberan
Verlagshaus Bad Doberan

Service-Center:
Am Markt 2
18209 Bad Doberan

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 17.00 Uhr

Redaktion:
Alexandrinenplatz 1 a
18209 Bad Doberan

Leiterin Lokalredaktion: Anja Levien
Telefon: 0 38 203 / 55 300
E-Mail: bad-doberan@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.