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Färben, Spinnen, Weben: Frauen träumen von Manufaktur

Bad Doberan Färben, Spinnen, Weben: Frauen träumen von Manufaktur

Vier Frauen wollen altes Handwerk auf dem Klostergelände erlebbar machen

Bad Doberan. Spinnen, Färben, Stricken, Weben, Filzen – mit Wolle kann man viel machen, und genau das wollen vier Frauen in einer Wollmanufaktur auf dem Klostergelände in Bad Doberan zeigen und zum Mitmachen animieren. So die Idee. Was fehlt, ist ein passender Raum.

Dagmar Amm, Ines Jung und Birgit Sedl spinnen seit zehn Jahren zusammen im Spinnkreis Retschow. Zusammen mit Katrin Anft kamen sie auf die Idee, eine Wollmanufaktur ins Leben zu rufen, die die Tradition des alten Handwerkes bewahrt. Das Klostergelände in der Münsterstadt ist für sie der ideale Ort. „In Bad Doberan wurde dieses Handwerk gelebt. Wir könnten dieses mit der klösterlichen Tradition zusammenbringen“, erläutert Dagmar Amm vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus. Immerhin gebe es hier auch eine Wollscheune. Die Frauen stellen sich dabei ein „lebendiges Museum“

vor. Der gesamte Verarbeitungsprozess der Wolle, vom Waschen und Vorbereiten der frisch geschorenen Wolle über das Spinnen und Färben bis hin zum Endprodukt soll von den Gästen beobachtet werden können. Neben der laufenden Produktion könne die Geschichte der Wollverarbeitung in MV, die Entwicklung von Schafsrassen oder eine Sammlung traditioneller Muster und Kleidungsstücke anschaulich dargestellt werden. Zudem könnten Seminare wie Färbekurse oder Spinnkurse angeboten werden.

Bei der Wollmanufaktur könne auch Integration eine große Rolle spielen. „Über das Arbeiten kommt man in Kontakt miteinander“, erläutert Dagmar Amm, denkt dabei nicht nur an Flüchtlinge, sondern auch an Menschen mit Behinderung.

Die Nachfrage nach dem Handwerk werde immer größer, das merkten die Spinnerinnen auch auf Märkten, auf denen sie das Verarbeiten der Wolle am Spinnrad zeigen. „Immer mehr Menschen wollen spinnen.

Doch viele können mit der Schafswolle, wie sie vom Tier kommt, nicht umgehen. Wir schon“, sagt Dagmer Amm und sieht auch hier Potenzial. In der Wollmanufaktur könnte aus der Rohwolle vom Vlies nutzbares Material gemacht und dieses verkauft werden.

Ideen haben die Frauen viele – so könnte man im Sommer auch anschaulich draußen im Klostergelände das Handwerk vorführen. Doch den Raum, damit ihr Traum wahr wird, haben sie noch nicht gefunden, denn der müsste mindestens 100 Quadratmeter groß sein. „Den Mietpreis im Marstall bekommen wir am Anfang nicht gestemmt“, so Dagmar Amm. Zwar wollen die Frauen über Crowdfunding ihr Startkapital finanzieren, doch das würde dann für die Miete draufgehen. „Wenn wir irgendwo einen Raum im Klosterareal bekommen könnten, damit wäre uns sehr geholfen“, sagt sie in Richtung Ausschussmitglieder.

„Ich bin von der Idee begeistert“, sagte Ausschussvorsitzender Jochen Arenz. „Das passt ins Klostergelände.“ Das sieht auch Gunter Heilemann, Vorsitzender des Klostervereins, so, der beim Ausschuss dabei war. „Es ist ein Handwerk, das in Vergessenheit geraten ist. Es ist aber eine Frage des Platzangebotes.“ Die Wollscheune sei eine Ruine. Vom Namen sei zwar die Verbindung da, aber hier einen Raum hinzubekommen, sei eine Illusion. Für das Wirtschaftshaus seien Überlegungen lohnenswert. Dieses soll saniert werden und ein Dach bekommen. Dafür sammelt der Klosterverein seit Längerem Spenden.

Die Stadt möchte Fördermittel beim Land beantragen. Dafür wurde ein Konzept für das Haus erarbeitet, das unter anderem eine Brauerei, Gastronomie und Büroräume vorsieht.

Auch Monika Schneider (Linke) findet, dass eine Wollmanufaktur ins Klostergelände passt. „Es ist die Frage des Raumes. Ich glaube, das bekommen wir erst mal nicht gestemmt.“ Möglichkeiten könnten sich vielleicht im Hengstenstall ergeben, der bisher als Veranstaltungsraum gemietet werden kann.

Die vier Frauen wollen im Sommer einen Imagefilm drehen, mit dem sie dann über Crowdfunding ab September für ihre Wollmanufaktur werben wollen.

Anja Levien

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