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Fahnenappell nach 51 Jahren

Bad Doberan Fahnenappell nach 51 Jahren

36 ehemalige Schüler der alten Lessingschule lassen am Samstag ihre Pionierzeit aufleben

Bad Doberan. Fahnenappell nach 51 Jahren: Morgen lassen 36 ehemalige Pennäler, Abschlussjahrgang 1965, der alten Lessingschule die Vergangenheit wieder aufleben. Sie treffen sich auf dem Hof ihrer alten Schule, stellen sich in Reih’ und Glied auf und machen „Meldung“. Dann geht es mit dem Molli nach Heiligendamm zur Stadtführung und zurück zum Kaffeetrinken.

 

OZ-Bild

Das Zeugnis der 9. Klasse war das beste: Marion Scheel hat ihre Zeugnismappe der Lessingschule noch aufgehoben, außerdem ihr Pioniertuch und Lob-Karten.

Quelle: Katarina Sass

Vor dem Fahnenappell gedenken wir allen, die nicht mehr unter uns sind.“Marion Scheel (65), Bad Doberan

Wenn Marion Scheel, geborene Rockstroh, von ihrer Schulzeit und ihrer Zeit als Thälmann-Pionier („Wir haben immer so schöne Lieder gesungen“) erzählt, kommt sie aus dem Schmunzeln nicht heraus. Viele Anekdoten haben sie und Klassenkameraden noch auf Lager: Doris war die Erste mit Nylonstrümpfen in der Schule, noch vor Twiggy zelebrierte Margit den Mini-Rock, und die kleine Marion schnitt sich sehr zum Bedauern der Jungs ihre langen Zöpfe ab.

Bis sich die Wege trennten, verbrachte Marion Scheel ihre Schulzeit an der damaligen POS. „Dann bin ich auf die Neubauerschule gegangen“, erzählt sie. Es folgte ein Chemie-Fernstudium, Arbeit in der Landwirtschaft und nach der Wende ein Glücksfall: Sie konnte in der Stadt Neubukow anfangen, wo sie sich bis zur Rente hielt. Heute ist sie im Ruhestand – und hat Zeit, sich um ein Klassentreffen nach 51 Jahren zu kümmern. Gemeinsam mit Marion Schendel, Fritz Jenning und Wolfgang Köntopf hat sie sich etwas Besonderes ausgedacht: Mit Pioniertuch um den Hals geht es morgen zur alten Lessingschule, wo das Deutsche Rote Kreuz (DRK) inzwischen altersgerecht bauen möchte – und es hat grünes Licht gegeben für das Betreten des Grundstückes. „Wir wollen noch einmal einen Fahnenappell machen, so wie früher“, sagt die 65-Jährige. Zunächst wollen sie den Schülern und Lehrern gedenken, die nicht mehr unter ihnen seien: „Dann muss jeder Meldung machen und berichten.“ Zum Schluss – DDR-Bürger werden es wissen – die Grußformel der Pioniere: „Seid bereit – immer bereit!“

Dann will die Gruppe mit dem Molli nach Heiligendamm fahren, wo sie Klassenkamerad Wolf Karge durch den Ort führt, obwohl die Doberaner Schüler dort oft waren und den Ort gut kennen. Doch im Vordergrund steht sowieso das Wiedersehen. „Wir waren eine tolle Klasse und hatten viele Genies“, erzählt sie und verweist auf das eine oder andere bekannte Gesicht auf ihren Klassenfotos. Schön sei, dass auch das Lehrer-Ehepaar Käding kommen will. Chemie, Bio, Stabü und Geschichte hätten sie unterrichtet, glaubt sich Marion Scheel zu erinnern. „Ich habe noch versucht, Frau Stav ausfindig zu machen, aber ich konnte keine Kontaktdaten finden. Sie hätten wir gern dabei gehabt.“

Bereits 2003 haben sich die ehemaligen Pennäler in Doberan getroffen. Damals sei es das erste Klassentreffen seit 1965 gewesen. „Wir konnten da noch in unseren alten Klassenraum und haben eine Unterrichtsstunde abgehalten“, erinnert sie sich und lacht. Jetzt, 13 Jahre später, sei es Zeit für ein neues Treffen.

Aus dem Schulhaus werden Wohnungen

1898 ist die Höhere Mädchenschule in der einstigen Marienstraße bezogen worden. Später wurde sie Lessingschule – bis 2014. Da zogen die Lessingschüler in den neuen Schulcampus an den Kamp. Das alte Haus war leer, bis sich der Kreisverband des DRK für das Haus interessierte und es der Stadt abkaufte. Das Gebäude soll umgebaut und außerdem zwei Neubauten für altersgerechte Wohnungen errichtet werden, inklusive Tagespflege und Therapieräumen.

Katarina Sass

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