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Falafel: Arabisch kochen in der Suppenküche

Bad Doberan Falafel: Arabisch kochen in der Suppenküche

Alle zwei Wochen bereiten Asylbewerber und Bewohner der Notunterkünfte im Treff der Doberaner Kirchgemeinde Mittagessen ihres Landes vor

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Kochten gestern in der Bad Doberaner Suppenküche arabisch: Helfer aus Syrien, Ägypten, Eritrea und junge Leute aus Doberaner Schulen. Falafel wurde zubereitet.

Quelle: Fotos: Renate Peter

Bad Doberan. In der Suppenküche, die derzeit im Haus Gottesfrieden ihr Domizil hat, wird seit 8 Uhr geschnippelt. Alaa Karem, Alsheref Mohamad und Albarazi Bassam aus Syrien, Mina Morkos aus Ägypten sowie Michael Gebrhiwet und Mleta Tewelde aus Eritrea bereiten Falafel vor. Arabisch kochen ist angesagt. Diesmal wird es vegetarisch. Zu den frittierten Bällchen aus Kichererbsen, die ganz besonders gewürzt sind, wird Salat und arabisches Brot gereicht. Das haben einige Helfer gerade vom türkischen Gemüsehändler um die Ecke geholt.

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Alle zwei Wochen bereiten Asylbewerber und Bewohner der Notunterkünfte im Treff der Doberaner Kirchgemeinde Mittagessen ihres Landes vor

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„Zum zweiten Mal kochen wir hier arabisch“, erzählt Barbara Niehaus, Leiterin der Suppenküche der evangelischen Kirchgemeinde Bad Doberan. „Vor zwei Wochen gab es Lamm, dieses mal Falafel. Und in 14 Tagen wird eritreisches Essen zubereitet — wir wollen dieses besondere Kochen alle zwei Wochen anbieten“, sagt sie. Die Idee wäre gekommen, um Asylbewerber und Bewohner der Notunterkünfte in das gesellschaftliche Leben einzubeziehen. Viele Syrier hätten Erfahrungen, hätten in Großküchen des Militärs gearbeitet, sagt Barbara Niehaus. „Die Menschen bringen ihre Kultur und Geschichte mit. So können sie sich auf unsere, wir uns aber auch auf ihre Kultur einstellen“, sagt die Leiterin der Suppenküche. Inzwischen ist die pürierte Masse fertig. Bereits zwei Tage lang hat Alaa Karem alles vorbereitet. Der junge Mann — er lebt seit Ende vorigen Jahres in der Unterkunft im Stülower Weg — gibt sie in eine Form und dann in heißes Öl. In der Zeit bereiten Diana Hakendahl, Irina Erdmann und Mleta Tewelde Gemüse vor, das für die nächsten Tage eingefroren werden soll. Während die Doberanerin Diana Hakendahl seit Längerem ehrenamtlich in der Doberaner Suppenküche tätig ist, ist Irina Erdmann das erste Mal hier. „Ich mache ein Praktikum“, erzählt die junge Frau. Seit zwei Jahren und vier Monaten lebt Mleta Tewelde in Doberan. Sie hat bereits eine Wohnung, erzählt sie. Dann senkt sie den Kopf: „Mein Mann ist noch im Sudan. Ich hoffe, er kommt bald.“

Einen Tisch weiter bereiten fleißige Helfer die Nachspeise für den Tag vor. Clemens und Marianne von der Regenbogenschule sind dabei. Sie schneiden die leuchtend roten Erdbeeren, die am Morgen vom Edeka-Markt geholt wurden. Auch Max vom Sozialpädagogischen Förderzentrum Am Kellerswald hilft. „Wir haben mittwochs Jugendliche aus Schulen hier“, erzählt Barbara Niehaus. Für Schüler der Regenbogenschule und des Förderzentrums ist es der Praxis-Lern-Tag, für Mädchen und Jungen des Schulzentrums Kühlungsborn und der Kamp-Schule produktives Lernen. „Das trifft sich hier am Mittwoch gut“, sagt Barbara Niehaus.

80 bis 100 Besucher kommen täglich in die Suppenküche. Manchmal auch mehr. Über 40 Helfer sind ständig da, um das Essen vorzubereiten. „Die Helfer haben alle einen Hygiene-Ausweis. Sie mussten eine Hygieneschulung absolvieren“, sagt die Leiterin. Darauf achte das Gesundheitsamt. Gerade kommt Fred Buck herein. Dreimal die Woche hilft er. Es ist eine herzliche Begrüßung. Man kennt sich, kann sich aufeinander verlassen.

Gegen 11 Uhr kommen die ersten Besucher. Wer Falafel nicht möchte, kann ein zweites Gericht wählen. Diesmal ist es Linsensuppe. Doch viele probieren einfach mal das arabische Essen.

Im November vorigen Jahres musste der Treff Suppenküche wegen des großen Wasserschadens aus dem gerade sanierten Amtshaus ausziehen. Vor Herbst wird es mit dem erneuten Umzug auch kaum etwas werden.

„Deshalb sind wir der Landeskirchlichen Gemeinschaft im Haus Gottesfrieden so dankbar für die Gastfreundschaft“, betont Barbara Niehaus. „Wir dürfen hier weiter bleiben.“

40 ständige Helfer

9. März 2015: An diesem Tag wurde erstmals in der neuen Suppenküche im sanierten Amtshaus gekocht. Ende August dann der Wasserschaden. Die Suppenküche blieb zu.

80 bis 100 Besucher kommen täglich in die Einrichtung der evangelischen Kirchgemeinde.

40 ständige Helfer arbeiten in der Suppenküche. Fast alle ehrenamtlich.

Derzeit können die Besucher ihr Mittag im Haus Gottesfrieden, Alexandrinenplatz 5, einnehmen — von Montag bis Freitag.

Von Renate Peter

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