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Flüchtlings-Netzwerk will weiter wachsen

Bad Doberan Flüchtlings-Netzwerk will weiter wachsen

Macher des Projektes „Bad Doberan hilft“ ziehen positives Zwischenfazit / Kooperation mit „Treffpunkt Suppenküche“

Bad Doberan. Genau sieben Monate macht es sich jetzt für die Integration von Flüchtlingen in der Stadt und der näheren Umgebung stark: das Netzwerk „Bad Doberan hilft“. Anfang November 2015 aus der Taufe gehoben, engagieren sich hier viele ehrenamtliche Helfer in verschiedenen Arbeitsgruppen, um ausländischen Mitbürgern das Eingewöhnen und Leben in der Münsterstadt so einfach wie möglich zu machen.

„Ich denke, dass wir die Menschen mit unserem Netzwerk schon gut unterstützen konnten“, sagt Mitinitiator Hannes Roggelin. „Etwa bei der Wohnungssuche und -einrichtung, Behördengängen oder der gemeinsamen Freizeitgestaltung.“ Dabei gebe es mit dem Landkreis Rostock eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit, macht Roggelin deutlich.

Unheimlich viele Lehrer außer Dienst würden sich ehrenamtlich engagieren und Flüchtlingskinder in kleinen Gruppen unterrichten, freut sich Roggelin. „Wir haben relativ große Sprachgruppen – in unseren Kursen sitzen 60 ausländische Kinder aus 20 Ländern“, sagt auch Herbert Thietke, Leiter der Buchenbergschule. „Da ist jede Unterstützung willkommen.“ Dabei gehe es vor allem um Hilfe bei den Hausaufgaben sowie um die Sprach-Förderung. Wegen der weiter wachsenden Zahl an Asylbewerbern sei der Unterricht von der Buchenbergschule auf die Schule am Kamp ausgeweitet worden, so Thietke: „Und einige Jugendliche ab 16 Jahren werden an der Beruflichen Schule Bad Doberan sowie an der Volkshochschule Rostock unterrichtet.“

Ein weiterer wichtiger Punkt: die gemeinsamen Begegnungen. „Die sind außerhalb der jeweiligen Einrichtungen immer schwierig“, sagt Annett Linke-Gottwald, Mitarbeiterin beim Jugendmigrationsdienst der Awo und im Netzwerk für die Organisation von Freizeitaktivitäten zuständig.

So findet etwa jeden ersten Dienstag im Monat ein Sprach- und Spieltreff für Erwachsene im Kornhaus statt. „Da sind wir Andrea Jaspersen und ihrem Team für die zuverlässige Organisation und Durchführung des Treffs sowie die Akquise von Spenden für Spiele und die Ausgestaltung sehr dankbar“, so Linke-Gottwald.

Dazu komme der monatliche Kreativ-Nachmittag für Frauen: „Jeden zweiten Mittwoch im Monat treffen sich Frauen mit ihren Kindern und werden von Jule Ulrike Müller angeleitet, künstlerisch aktiv zu sein“, sagt Linke-Gottwald. „Gemeinsam fertigen sie Schmuckstücke und Deko-Gegenstände aus einfachen Materialien.“

Seit Mai finden diese Nachmittage im Container der Buchenbergschule statt: „Wir freuen uns über weitere interessierte Frauen – mit und ohne Kinder.“ Zudem werde jeden Dienstag ab 14 Uhr hinter dem Kinder- und Jugendhaus „Stall“ für den „Treffpunkt Suppenküche“ gegärtnert, im Sport gebe es einige Angebote, die individuell vermittelt wurden.

„Jetzt ist es an der Zeit, Rückmeldungen einzuholen, zu sehen, wer sich noch aktiv einbringen möchte“, sagt Annett Linke-Gottwald. Unter anderem gebe es die Idee einer „Fahrradwerkstatt“ – eines Fahrradfahr-Workshops für Frauen. Denn gerade, um notwendige Besorgungen zu machen, sei es enorm wichtig, auch auf zwei Rädern mobil zu sein.

Darüber hinaus soll es ein Filmprojekt unter dem Motto „Gemeinsam lachen“ geben, sagt Hannes Roggelin. „Dabei werden wir uns gemeinsam einen deutschen Film mit arabischen Untertiteln ansehen – damit alle etwas davon haben.“ Zudem ist in der letzten Ferienwoche ein Foto-Workshop geplant: „Dazu werden noch junge Leute aus Doberan im Alter von 11 bis 26 Jahren gesucht“, so Linke-Gottwald.

Und: „Wir wollen unser Netzwerk noch weiter ausbauen“, blickt Hannes Roggelin voraus. „Durch eine Kooperation mit dem Verein ,Treffpunkt Suppenküche’ war es uns möglich, weitere Spenden einzuwerben und beim Landkreis einen Antrag auf Fördermittel zu stellen – ich bin sehr zuversichtlich, dass wir schon bald einen entsprechenden Zuwendungsbescheid bekommen.“

Unterstützung umfasst Bereiche von Bildung über Behörden bis zu Begegnungen

8 Bereiche umfasst das Netzwerk „Doberan hilft“ – im einzelnen Bildung, Gesundheit, Behörden, Wohnen, Begegnungen, Spenden, Dolmetscher und Öffentlichkeitsarbeit. Am 21. Juni wird es um 19 Uhr ein gemeinsames Treffen des Arbeitsbereiches „Begegnung“ im Doberaner Kornhaus geben – weitere Mitstreiter sind hier gern willkommen. Wer an diesem Abend nicht dabei sein kann, sich aber gern mit engagieren möchte, kann sich telefonisch bei Annett Linke-Gottwald unter ☎ 0151/536 15 930 melden.

• Internet: www.dbr-hilft.de

Lennart Plottke

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