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Freiwillige Denkmalpflege: Das Münster zieht junge Leute an

Bad Doberan Freiwillige Denkmalpflege: Das Münster zieht junge Leute an

Führungen, Bürojobs, Marketing: Der 18-jährige Maurice Herden ist für ein Jahr im Doberaner Gotteshaus beschäftigt / Kustos Heider: Für alle Seiten eine Bereicherung

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Das Doberaner Münster: Rund 150 000 Touristen besuchen jährlich das weltweit bekannte Gotteshaus.

Bad Doberan. „In dem Job muss man schon schwindelfrei sein“, sagt Maurice Herden und lacht. Der 18-Jährige balanciert auf einem dünnen Drahtseil und bringt zwischen zwei Stahlpfählen routiniert ein großes Münster-Banner an. „Da kann man mal sehen, was ich alles aushalten muss.“ Dieses „Aushalten“ hat sich der Brodhäger allerdings selbst ausgesucht: Seit September absolviert Maurice Herden nämlich ein freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege.

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Führungen, Bürojobs, Marketing: Der 18-jährige Maurice Herden ist für ein Jahr im Doberaner Gotteshaus beschäftigt / Kustos Heider: Für alle Seiten eine Bereicherung

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„Ich wollte nach dem Abi nicht gleich mit einem Studium beginnen“, erklärt der großgewachsene junge Mann. „Und durch einen früheren Schulfreund bin ich auf die Stelle im Münster aufmerksam geworden.“

Träger dieses freiwilligen Jahres in der Denkmalpflege sind die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) und hier konkret die Jugendbauhütte in Wismar. „Die hat auch den Kontakt nach Bad Doberan hergestellt“, sagt Maurice Herden.

Er sei immer wieder erstaunt, dass sich junge Leute, „die eigentlich etwas anderes machen könnten“, für historische Themen, Architektur und theologische Fragestellungen interessieren würden, sagt Münster-Kustos Martin Heider: „Das ist schon eine große Herausforderung.“ Das Aufgabenfeld sei sehr vielseitig, so Heider: „Die Teilnehmer erhalten Einblick in die Themen Denkmalschutz, Kirchenbau, Restaurierung, Kirchen-, Landes- und Kunstgeschichte, Tourismus und Marketing.“ Darüber hinaus gebe es über das Jahr verteilt sieben Seminare – etwa zum Lehmbau und anderer Handwerkstechniken, der Nutzung regenerativer Energien oder dem Bauen mit Naturmaterialien.

Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit im Münster sind regelmäßige Führungen. „Beim ersten Mal war ich schon sehr aufgeregt“, gibt Maurice Herden zu. „Zum Glück waren da nur acht Leute mit dabei.“

Zur zweiten Führung hatten sich dann schon 31 Teilnehmer angesagt: „Aber die Nervosität legt sich so langsam – und alle waren auch sehr nett zu mir.“

Ein Kompliment, das Martin Heider nur zurückgeben kann. „Maurice ist ruhig, gewissenhaft und freundlich zu Mitarbeitern und Besuchern – das klappt alles super.“ Positiver Effekt der Münsterführungen: „Im Umgang mit Menschen werden die jungen Leute im Laufe der Zeit immer sicherer“, sagt Heider. „Toll, das zu beobachten.“

Genau dieser Punkt habe ihn an der Aufgabe im Münster gereizt, sagt Maurice Herden: „Ich möchte später vielleicht mal bei der Polizei arbeiten“, erklärt der 18-Jährige. „Da habe ich ganz sicher auch viel mit Menschen zu tun und kann hier jede Menge Erfahrungen sammeln.“

Das gilt auch für Büroarbeiten in der Münsterverwaltung. „Aktuell arbeite ich an einer Publikation mit dem Themenfeld ,Das Münster im Jahrhundert der Lutherischen Reformation’“, erklärt Martin Heider. „Im ersten Teil geht es um das Segment 1500 bis 1517 – also um den Zeitraum direkt vor Veröffentlichung der Thesen.“

Hier gelte es, Daten zu sammeln und zu ordnen sowie sich mit niederdeutschen Texten zu befassen, sagt der Kustos: „Die Herausforderung ist, sich da einzulesen, reinzudenken und eine gewisse Routine zu entwickeln – auch hier ist Maurice ganz fleißig dabei.“

Ob Theorie oder Praxis – „die Tage im Münster sind sehr abwechslungsreich“, freut sich Maurice Herden auf die kommenden Monate. „Das macht besonders nach der Schulzeit Spaß – da hat man ja doch in erster Linie nur rumgesessen. . .“

Erfolgsgeschichte seit 2002

2002 – seit diesem Jahr ist das Doberaner Münster Einsatzstelle für das „Freiwillige Jahr in der Denkmalpflege“.

Während eines solchen Jahres besteht für junge Leute die Möglichkeit, sich mit dem Thema Denkmalpflege in theoretischer und praktischer Weise auseinanderzusetzen.

Die Teilnehmer erhalten Einblick in die Themenfelder Denkmalschutz, Kirchenbau, Restaurierung, Kirchengeschichte, Landesgeschichte, Kunstgeschichte, Tourismus und Marketing.

Lennart Plottke

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