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Bad Doberan Freundschaft über Grenzen hinweg

Die Conventer Schule in Rethwisch ist Pate eines Kindes aus Guinea. Das soziale Engagement ist seit Jahren groß.

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Die stellvertretende Schulleiterin Jana Geißler und Jenni Sunnus (15) sind stolz auf ihre Freundschaft zu Nowai.

Quelle: Fotos: Katarina Sass

Bad Doberan. Die 416 Jungen und Mädchen der Conventer Schule in Rethwisch eint vor allem eines: Sie alle sind Paten von Nowai, die im westafrikanischen Guinea lebt und dank der Treue der Rethwischer Schüler eine Schule besuchen darf. Das soziale Engagement wird an der Regional- und Grundschule groß geschrieben.

OZ-Bild

Die Conventer Schule in Rethwisch ist Pate eines Kindes aus Guinea. Das soziale Engagement ist seit Jahren groß.

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Förderangebote: Ausreichend

Für Mädchen und Jungen mit einer Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) gibt es Förderstunden. Unter den Motti „Mathe macht stark“ und „Lesen macht stark“ werden Schüler im Rechnen und Lesen fit gemacht.

Außerdem bietet die Schule Förderstunden für die regulären Hauptfächer an.

Lehrer: Kompetent

An der Conventer Schule unterrichten 21 Lehrer und eine Referendarin, die an der Regionalschule zurzeit Sportunterricht gibt. Die Einrichtung bildet regelmäßig Referendare aus. Alle Lehrer nehmen an Weiterbildungen teil. Es gibt eine Schulsozialpädagogin und einen aktiven Schulverein.

Ausstattung: Modern

Es gibt zwei modern ausgestattete Computerräume. Für die Regionalschüler gibt es in jedem Raum einen Beamer und einen Internet-Anschluss. Eine moderne Lehrküche gehört zur Ausstattung ebenso dazu wie ein Töpferraum mit Ofen, eine Lernwerkstatt für Projekte und eine Caféteria.

Mittagessen: Lecker

In der Caféteria nehmen Schüler und Lehrer das Mittagessen ein, das von der Firma Sodexo geliefert wird. Es gibt vier Menüs zur Auswahl. Eltern und Schüler wählen im Voraus ihr Mittagsgericht im Speiseplan aus. Es gibt einen Zeitplan für die Schüler, damit es kein Gedränge gibt.

Ganztagsschule: Vielfältig

Die Conventer Schule bietet für den Regionalschulbereich Ganztagsangebote an. In diesem Schuljahr studieren Schüler ein Musical ein, das am Ende des Schuljahres aufgeführt wird. Töpfern, Nähen, Sport und physikalische Experimente sind weitere Möglichkeiten sich nachmittags zu beschäftigen.

Jana Geißler ist die stellvertretende Schulleiterin. Bei dem Gedanken, was die Freie Schule besonders ausmache, muss sie nicht lange überlegen. „Wir haben seit Jahren über das Kinderhilfswerk Plan eine Patenschaft mit einem afrikanischem Kind“, erzählt sie. Schon 2004 bewarb sich die Schule um eine solche. Bis 2012 unterstützte die Schule Gnalen, ein Mädchen aus Nzérékoré im Süden von Guinea.

Als das Mädchen 18 Jahre alt wurde, übernahm die Schule 2012 dann die Patenschaft für Nowai Plegnemou, die in zwei Monaten volljährig wird. Das Engagement sieht vor, dass jede der 20 Klassen 25 Euro pro Jahr spendet. Wie sie das Geld aufbringen, ist Sache der einzelnen Klassen und kann an Projekttagen durchgeführt werden. „Wir haben schon Marmeladen verkauft, am Strand aufgeräumt oder beim Spendenlauf Geld gesammelt“, erzählt Pascal Ihms (15). Und Jenni Sunnus (15) ergänzt: „Oder wir haben den Spielplatz in Börgerende sauber gemacht.“ Beide sagen, dass das Sammeln für Gnalen und Nowai nie ein Thema gewesen sei: „Das war immer selbstverständlich, dass wir Geld einsammeln. Da gab es nie Kritik.“ Pascal hat dabei vor allem die Unterschiede zwischen dem wohlhabenden Deutschland und dem armen Guinea im Blick: „Es ist ein tolles Gefühl, helfen zu können. Uns geht es vergleichsweise gut hier und die haben nicht mal Wasser.“ Tatsächlich bewirken die regelmäßigen Spenden über Jahre hinweg etwas. Nowai schreibe vier Mal an ihre Paten. Das Mädchen lebt in einem Haus aus ungebrannten Lehmziegeln und einem Wellblechdach. Ihr Vater ist Bauer, ihre Mutter Hausfrau, sie hat drei Brüder und eine Schwester. Auch Fotos schickt Nowai manchmal. „Von dem Geld kann das Mädchen nicht nur zur Schule gehen, sondern das ganze Dorf profitiert davon.“ Es können von dem Geld auch Brunnen gebaut und medizinische Ausrüstung angeschafft werden. Manchmal schicken die Schüler auch Gastgeschenke nach Afrika. „So sehen die Schüler, dass ihr Geld vor Ort direkt etwas bewirkt“, sagt Jana Geißler, die die Briefe aus Afrika im Schaukasten für alle sichtbar aushängt.

Persönlich kennengelernt haben sich die Kinder und Nowai noch nicht. Eine Klassenfahrt zu ihr ist auch kein Thema. Aber mit dem Mädchen verbindet die Schule eine Freundschaft über Länder- und Kulturgrenzen hinweg. Die vierten Klassen schreiben im Unterreicht einen Brief an das Mädchen, in dem sie sich und ihre Schule vorstellen. Wenn Nowai die Schule verlässt und 18 Jahre alt ist, wird die Patenschaft sicherlich auf ein anderes Kind übertragen, sagt Jana Geißler.

Auch sonst lege die Schule viel Wert auf das respektvolle Miteinander, sagt die Pädagogin. Nicht umsonst lautet das Motto: „Einander achten – miteinander reden – immer in Bewegung sein“. Die Kinder haben schon Lebensmittel für den Brotkorb gespendet. Die Schule setze außerdem auf Schulhof-Lotsen, die während der großen Pausen auf die Grundschüler aufpassen. Jungen und Mädchen können sich auch als Bus-Assistenten melden. „Die Bereitschaft ist sehr groß“, sagt Jana Geißler.

Die OZ stellt alle weiterführenden Schulen vor

Das zweite Schulhalbjahr nimmt Fahrt auf und nun legt auch die OZ beim Thema Bildung richtig los. Heute starten wir den OZ-Schulnavigator – für diese neue Serie besuchen unsere Reporter alle weiterführenden Schulen in Stadt und Region. „Wir werden die Bildungseinrichtungen genau unter die Lupe nehmen, sagen, was gut läuft und wo wir Verbesserungsbedarf sehen“, kündigt OZ-Chefredakteur Andreas Ebel an: „Wir wollen auch Ratgeber sein für Eltern, die noch nicht wissen, an welche Schule sie ihr Kind schicken werden.“

OZ-Reporter stellen dafür alle Gymnasien, Regional- und Förderschulen im Verbreitungsgebiet vor – staatliche und private Bildungsstätten. Neben einem Bericht zu den Charakteristika der Einrichtungen gibt es knackige Einschätzungen zu fünf wichtigen Kategorien: Wie ist die Schule aufgestellt bei Ausstattung, Lehrern, Verpflegung, Förder- und Freizeitangeboten?

„Bildung wird immer wichtiger für unsere Gesellschaft. Deshalb wollen wir den Fokus verstärkt auf unsere Schulen legen“, sagt Ebel. Neben den wichtigen Ratgeber-Infos für Eltern und Schüler könnten die Schulen die größere Öffentlichkeit nutzen, um sich darzustellen und zum Beispiel Projekte voranzutreiben, so der OZ-Chefredakteur. Die Bildungsministerin von MV, Birgit Hesse (SPD), ist gespannt auf die OZ-Serie: „Ich freue mich darüber, dass sich die OZ so ausführlich mit Bildungsthemen beschäftigt und unsere Schulen eine Möglichkeit erhalten, sich und ihre Arbeit zu präsentieren.“ Die OZ arbeitet zudem an einem Online-Portal, auf dem regelmäßig über die Schulen in MV berichtet werden soll.

Katarina Sass

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