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Fußball-EM: Rostock feiert nur im Kleinen

Rostock Fußball-EM: Rostock feiert nur im Kleinen

Kein „Public Viewing“ in der Stadt / Übertragungen aber in zahlreichen Kneipen und Clubs

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Bei der Fußball-WM 2014 konnte die Fans noch Siege der deutschen Mannschaft vor einer großen Leinwand im Iga-Park feiern. Das wird es zur Europameisterschaft ab dem 10. Juni nicht geben.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock. Am 10. Juni wird sie angepfiffen in Frankreich, die Fußball-Europameisterschaft. In vielen deutschen Städten versammeln sich dann wieder Tausende vor großen Leinwänden, um die Spiele der Nationalmannschaft zu verfolgen. Nicht so in Rostock. In der Hansestadt wird es wieder kein großes öffentliches „Public viewing“ geben. Das Gemeinschaftserlebnis Fußball bieten dagegen zahlreiche Kneipen und Clubs, zum Teil auch in Biergärten. Lediglich Graal-Müritz bietet ein öffentliches Fußballgucken an.

OZ-Bild

Kein „Public Viewing“ in der Stadt / Übertragungen aber in zahlreichen Kneipen und Clubs

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Anträge für Veranstaltungen im öffentlichen Raum, die von der Stadt Rostock als Sondernutzung genehmigt werden müssen, liegen nicht vor, erläutert Rathaussprecher Ulrich Kunze. Vermutlich spielten da auch die Kosten für Gema-Gebühren und die Lizenz, die vom europäischen Fußballverband Uefa zu kaufen ist, eine Rolle, so Kunze. Je nach Größe der Veranstaltung kämen schon zwischen 500 und 8000 Euro zusammen. Übertragungen auf dem Kastanienplatz, im Stadthafen oder auf dem Neuen Markt waren schon bei den zurückliegenden großen Fußallereignissen kein Thema.

Noch vor zwei Jahren konnten Tausende Fans den Weltmeistertitel der deutschen Nationalmannschaft im Iga-Park feiern. Eine Leinwand wird es dort in diesem Jahr aber nicht geben, sagt Iga-Geschäftsführer Ralf Hots-Thomas. Er habe im Vorfeld mit potenziellen Veranstaltern gesprochen, Rückmeldungen gab es jedoch nicht. Das habe sicher auch mit den Kosten für die Rechte zu tun, vermutet Hots-Thomas. Im Übrigen sei der Park bereits mit anderen Veranstaltungen gut gebucht und die Bühne mehrfach vermietet. Eine Verbindung zum Fußball gebe es am 2. Juli trotzdem. Dann spielt die Norddeutsche Philharmonie ein Konzert mit dem Titel „We are the Champions“.

Beliebter Treff, um das Kicken zu gucken, war bei vergangenen großen Turnieren auch immer die Eishalle an der Schillingallee, wo mehr als 1000 Menschen Fußball schauen konnten. Diesmal bleiben die Türen zu, heißt es vom Betreiber ICE-Marketing. „Public viewing“ werde aber wieder im Foyer der Ospa-Arena geboten.

Wer Fußball als Gemeinschaftserlebnis haben möchte, dem bleiben in Rostock zahlreiche Kneipen und Clubs verteilt im gesamten Stadtgebiet, manche auch mit Biergarten für das Freilichtvergnügen. So lockt auch in diesem Jahr wieder Studentenkeller mit großer Leinwand in seinen Innenhof, der mehrere Hundert Zuschauern aufnehmen kann. Das Alex am Neuen Markt wird erneut zwei große Leinwände für seine Gäste aufbauen.

Im Gegensatz zur Hansestadt Rostock wird es jedoch wie 2014 in Graal-Müritz an der Musikmuschel ein „Public viewing“ geben, wieder organisiert von der Rostocker Veranstaltungsagentur Goliath. „Wir haben einmal damit angefangen, und das ist gut angelaufen“, sagt Geschäftsführer Frank Holle. Bis zu 350 Menschen hätten vor der Musikmuschel im Ostseeheilbad die WM auf einer drei mal vier Meter großen Leinwand verfolgt. Alle deutschen EM-Vorrundenspiele und jede Partie ab dem Achtelfinale werden gezeigt, kündigt Frank Holle an.

Das Thema „Public viewing“ in Rostock ist für Goliath dagegen abgehakt. Zur WM 2010 habe es eine öffentlich Ausschreibung der Stadt für die Haedgehalbinsel im Stadthafen gegeben, erinnert sich Frank Holle. Nach ersten Gesprächen mit Stadt und Polizei winkte Goliath dann aber ab. Die Sicherheitsauflagen waren einfach zu hoch.

Voll auf ihre Kosten kommen die Fußballfans auf den Schiffen der Rostocker Reederei Aida. In dem vierwöchigen Fußballsommer würden sich alle Schiffe in Fanmeilen für die Fans verwandeln, verspricht das Kreuzfahrtunternehmen.

Keine Anträge

Leinwände auf öffentlichen Plätzen müssen von der Stadt als Sondernutzung genehmigt werden. Anträge für die Europameisterschaft liegen dafür nach Angaben aus dem Rathaus nicht vor. Für öffentliche Veranstaltungen müssen zudem Gema-Gebühren bezahlt werden und ab einer bestimmten Größe auch eine Lizenz des europäischen Fußballverbandes Uefa vorliegen. Für öffentliche Übertragungen in Bars, Restaurants und anderen kommerziellen Betrieben ist das laut Uefa nicht erforderlich, wenn solche Veranstaltung nicht gesponsert werden und kein Eintrittsgeld erhoben wird.

Thomas Niebuhr

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