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Genug gewartet: Bargeshäger wollen schnelles Internet

Bargeshagen/Börgerende Genug gewartet: Bargeshäger wollen schnelles Internet

Gemeinden machen bei Breitbandausbau Druck und prüfen Angebote

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Schnelle Leitung: Ein Bündel aus Glasfaserkabeln vor einer sogenannten Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk.

Quelle: Foto: Jan Woitas/dpa

Bargeshagen/Börgerende. Surft Admannshagen-Bargeshagen bald auf einer schnellen Internet-Welle – oder könnten noch Jahre ins Land ziehen, bis der Breitbandausbau auch hier angekommen ist? Geht es nach Bürgermeister Eduardo Catalán (FDP), sollte die Gemeinde jetzt Nägel mit Köpfen machen: „Der Bauausschuss wird sich auf seiner nächsten Sitzung mit einem Angebot der ,Deutschen Glasfaser’ beschäftigen – wenn dann auch die Gemeindevertretung mehrheitlich davon überzeugt ist, würden im April die ersten Bagger rollen.“

Die „Deutsche Glasfaser“ bietet in einer Kampagne mehreren Gemeinden der Landkreise Rostock und Nordwestmecklenburg an, ohne Steuergelder ein Glasfasernetz für einen schnellen Internetzugang aufzubauen. Dagegen steht ein Bundesförderprogramm für den flächendeckenden Ausbau des Internets, von dem auch Mecklenburg- Vorpommern mit rund 709 Millionen Euro profitieren könnte.

„Damit wollen wir auch ein bisschen Druck auf den Landkreis und das Wirtschaftsministerium aufbauen“, erklärt Catalán. „Es sollten sich möglichst sechs, sieben Gemeinden zusammentun.“ Denn langsames Internet sei zumindest in seinem Ort auch ein Grund dafür, dass sogar einzelne Firmen abwandern würden: „Das kann es doch wohl nicht sein.“ Dazu komme, dass die „Deutsche Glasfaser“ Internet-Surfen mit einer Geschwindigkeit bis zu 100 MBit/s verspreche – „das wäre nochmal doppelt so schnell wie nach dem Breitbandausbau durch den Landkreis“.

Zumindest in Börgerende-Rethwisch stößt Catalán mit seinem Vorstoß auf weit offene Ohren. „Wie sollen wir denn unseren Bürgern erklären, dass schnelles Internet erst in ein paar Jahren kommt“, sagt Bürgermeister Horst Hagemeister (parteilos). „Wir sollen bei der dritten Ausbaustufe mit dabei sein – dabei wurde noch nicht mal mit der ersten angefangen.“

Gespräche dauern gut ein Jahr

Was ihn aber noch viel mehr ärgere, so Hagemeister: „Seit Oktober 2015 reden wir über den Breitbandausbau – aber wirklich konkrete Aussagen sind bislang noch nicht gekommen.“ In diesem Zusammenhang sei er auch von der Landesregierung enttäuscht: „Hier muss einfach ein viel stärkeres Signal kommen, dass man das schnelle Internet auch wirklich will.“ Im Übrigen könne er auch nicht verstehen, dass ein privatwirtschaftlicher Anbieter wie die „Deutsche Glasfaser“ so viel Gegenwind bekomme, macht Hagemeister deutlich: „Es sind hier riesige Ausschreibungen notwendig – nur, weil einer Kabel in die Erde legen will und dafür unendlich viele Genehmigungen braucht.“

Warum halte man sich so an möglichen Fördermitteln fest – und lasse nicht einfach ausbauen, fragt Börgerendes Bürgermeister: „Zumal noch nicht mal klar ist, ob wir überhaupt eine Förderung bekommen.“

Auch von einem angedrohten Szenario, wonach die Bundes-Unterstützung für den Breitbandausbau in der gesamten Förderregion entfallen würde, wenn eine Gemeinde mit der „Deutschen Glasfaser“

zusammenarbeitet, halte er nichts. „Es ist doch noch nicht mal klar, ob das förderschädlich wäre oder nicht.“

Skepsis bei Unterstützung

Mit Blick auf eine tatsächliche finanzielle Unterstützung sei er ebenfalls skeptisch, erklärt Eduardo Catalán: „So, wie es jetzt aussieht, werden wir ohnehin nicht in den Genuss kommen“, glaubt Bargeshagens Bürgermeister. „Wenn wir nicht gefördert werden, ist es im Prinzip egal, für welchen Anbieter wir uns entscheiden“, meint auch Kühlungsborns Bürgermeister Rainer Karl. „Dann nehmen wir natürlich den, der das beste Angebot hat“. Im Ostseebad wird der Wunsch nach schnellem Internet ebenfalls immer größer – vor allem im Bereich der Ostseeallee. „Wir wollen einen Wlan-Hotspot am Strand“, sagt etwa Gemeindevertreter Andreas Bartelmann (CDU). „Dafür brauchen wir Glasfaser.“ Er halte aktuell an der „Deutschen Glasfaser“ fest, macht Rainer Karl deutlich: „Weil sie die Leitungen bis in die Haushalte verlegen will.“

Auch die Börgerender wollen sich jetzt selbst ein Bild machen – auf der nächsten Bauausschuss-Sitzung am 21. Februar soll das Konzept detailliert vorgestellt werden.

Lennart Plottke

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